Das Mädchen mit dem Zauberhaar ist ein schöner Kinder- und Familienfilm. Eigentlich bin ich schon vor ca. zwei Monaten auf den Film aufmerksam geworden, da mir Amazon diesen Anime jedes Mal empfohlen hat, wenn ich auf der Website war (und sogar per E-Mail). Den Film habe ich dann erst einmal markiert um mir diesen irgendwann anzusehen... Kinderfilme mag ich sowieso... zudem als ich vor zwei Tagen bei Saturn war, lief der Film in der Videofilm-Abteilung auf einer großen Leinwand... ich habe einen kleinen Blick riskiert... und habe es nicht lange genug ausgehalten, die Werbung hat gewirkt, ich musste zuschlagen... Und ich bereue es keinesfalls!
Es ist schwer zu sagen, worum es genau geht. Zum einem passiert so viel, aber das meiste ist nicht wirklich von Relevanz. Ich kann nicht genau sagen, was der Kern der Geschichte ist. Es erzählt ein Stück Kindheit und über die Freundschaft zweier Mädchen. Shinko ist ein aufgewecktes Kind mit viel Fantasie... sie hat einen Mai-Mai. Damit sind ihre vorne hochstehenden Haare gemeint und jedes Mal wenn sie diese anfässt, fängt ihre Fantasie an zu blühen. Sie erfindet lauter Dinge und stellt sich immer wieder vor, wie ihr Dorf vor 1000 Jahren ausgesehen haben könnte. TV-Empfang gibt es im Dorf nicht. Insgesamt hat mich die Atmosphäre und die Landschaft sehr an Mein Nachbar Totoro erinnert.
Doch eines Tages kommt ein neues Mädchen mit dem Namen Kiiko ins Dorf. Sie ist quasi das reiche Mädchen... von nebenan. In ihrem Haus hat sie einen Gas-Kühlschrank, eine richtige Treppe und sie hat sogar schon zweimal fern gesehen. Am Anfang fühlt sie sich ein wenig fehl am Platz, da sie nicht richtig reinpasst... sie ist schüchtern und spricht nicht viel. Doch Shinko freundet sich ziemlich schnell mit der Neuen an... und es entwickelt sich eine schöne Freundschaft zwischen den Beiden. Shinko schafft es sogar Kiiko mit ihrer Fantasie anzustecken. Parallel zu deren Freundschaft wird in der Fantasie von den beiden Mädchen einen ähnliche Geschichte von vor 1000 Jahren erzählt.
Die Szene als alle drei Kinder betrunken sind... finde ich so genial. Als ich gesehen habe, was Kiiko für eine Schokolade mitgebracht hat... hatte ich schon eine ziemlich starke Vermutung... 'Das kann schief gehen!'... witzig war es bis Kiiko von ihrer Mutter angefangen hat zu sprechen... oh oh.
Es sind schöne Momente zwischen den Beiden und es hat mir viel Spass gemacht denen zuzugucken, aber vieles davon ist wie bereits erwähnt nicht so wichtig. Es sind einfache, fantasievolle Augenblicke aus der Kindheit von Shinko und Kiiko... wesentlich spannender wird es nach 60 Minuten. Denn dann beginnt die Geschichte an ernst zu werden. Der Verlauf der Story wird durch die Gedanken von Shinko erzählt, aber dennoch lässt sich die Geschichte sehr gut durch die prachtvollen Bilder verstehen.
Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit dieser Geschichte. Optisch kann es Ghibli nicht besser machen. Man hat viele schöne, prägende Momente, atmosphärische Hintergründe, ein wenig Witz, glaubwürdige sowie liebenswerte Charaktere. Die Musik ist schön und wirkt begleitend, fällt aber nicht besonders ins Gewicht. Man merkt, ich bin begeistert. Ich liebe Kinderfilme und dieser Film hat meinen Nerv getroffen.
Noch nicht gemerkt? Hier [im Dorf] sind alle nett!
Mai Mai Miracle wäre beinahe der erste Titel geworden, den ich einer Weltpremiere gesehen hätte.
Denn Premiere war in diesem Fall nicht in Japan, sondern am Filmfestival in Locarno.
Leider hätte ich nur in der ersten Hälfte des Festivals sein können, jedoch war die Premiere des Films am Ende des Festivals und da hatte ich bereits andere Termine…
Vom Studio Madhouse habe ich einige gute Titel bereit sehen können. Deshalb musste widerwillig auf den DVD-Release warten.
Etwas verwundert war ich über den tiefen DVD-Preis von UA; meine Befürchtungen waren gross. Schliesslich war nur unlängst die erste Canaan-DVD veröffentlicht worden.
Aber nun zum Titel:
Sehr begeistert hat mich der Erzählstil. Obwohl es sich klar um einen Familienfilm handelt, plätschert die Story nicht einfach vor sich hin, sondern weckt das Interesse des Zuschauers (zumindest bei mir war dies der Fall).
Aus dem Hause Ghibli gefiel mir bereits „tonari no totoro“ und anhand des Plots erschien mir dieser Movie ähnlich. Und nicht umsonst sieht das Cover auch einem recht bekannten Cover des Ghibli-Klassikers ähnlich. Es ist ein ruhiger Film über die Erlebnisse zweier Mädchen (und einigen weiteren Kindern) in den 50er Jahren.
Auch hier kommen einige gesellschaftliche Themen vor; Mensch und Natur, Stadt und Land, Tradition und „Moderne“ (jene der 50er Jahre natürlich). Dieser Themen-Mix ist auch aus meiner Sicht ein Grund dafür, dass man nicht von einem „Kinderfilm“ sprechen sollte. Vielmehr ist die Story auch für Erwachsene interessant.
Wobei hier gesagt sein muss, dass einige gesellschaftliche Probleme angesprochen werden, welche sehr japan-spezifisch sind/waren (insbesondere jener der Nachkriegszeit). Wer sich für andere Kulturen und dessen (jüngerer und älterer) Vergangenheit interessiert, wird zwar keine Dokumentation sehen, aber trotzdem eine interessante Aspekte zu Gesicht bekommen.
Mit der Animationsqualität kann man mehr als zufrieden sein. Madhouse hat bereits bei einigen Titeln (insbesondere bei Movies) gezeigt, dass sie anderen Studios nicht hinterher laufen. Bezüglich Sound bekommt man ruhige Melodien zu hören, welche sehr gut zur Stimmung beitragen.
An ein Totoro aus dem Hause Ghibli oder – haus-intern – an ein Tokikake kommt Mai Mai Miracle nicht heran. Da fehlt noch der letzte Bissen, damit der Movie besser überzeugt. Trotzdem finde ich, dass der Titel eher unterbewertet wird, da man in diesem Genre auch nicht vieles sieht, was wesentlich besser unterhält.
Erneut gefällt mir (wie bei Totoro): Die Kinder wirken überzeugend. „Kinder dürfen noch Kinder sein!“
Sie wollen entdecken und handeln nun einmal nicht so, wie es ein Erwachsener tun würde (sprich: es wird auch Dinge getan, welches die Eltern besser nicht wissen sollte). Diese „Natürlichkeit der Kinder“ fehlt mir in westlichen Titeln (ob animiert oder real) leider zu oft.
Wenn ich nicht gewusst hätte, dass es nicht Ghibli ist, hätte ich es einfach behauptet. Die Liebe zum Detail in den Hintergründen, liebevoll gestaltete Charaktere und eine Geschichte, die Groß und Klein bezaubern kann - klingt irgendwie sehr nach Ghibli. Ist es ja aber nicht.
Wie Hyperion hat mir das "Kindsein" im Film gut gefallen, die haben wirklich alles mögliche angestellt und es trotzdem immer nur gut gemeint.
Gerade bei dem Goldfisch tat es Kiko so unglaublich leid, dass es sie nicht einmal getröstet hat, dass die anderen sie dafür gar nicht verurteilen. Wahrscheinlich dachten sie selber erst, es wäre ein gute Idee. Oder die Szene mit den Schnapspralinen.
Super niedlich, aber so herrlich kindlich verantwortungslos! (Oder einfach nur ahnungslos.) Gleichzeitig dann diese Bestimmtheit, mit der Shinko ihren Freund begleitet, um Rache für seinen toten Vater zu üben. Wer da den Tränen nicht nahe war... und es versteht sich von selbst, dass für die Kinder alles bitterer Ernst ist.
Trotzdem waren einige Sachen teilweise sehr lang gezogen und man fieberte nur gegen den nächsten Höhepunkt, der irgendwie nicht wirklich kam. Die parallele Erzählung der Prinzessin, die im selben Dorf vor 1000 Jahren gelebt haben soll, ist auch stellenweise störend gewesen (obwohl sie für sich recht interessant war). Ich habe nicht so richtig herausbekommen, wo der Sinn dieser Geschichte war. Einfach nur ein Geheimnis, das Shinko und Kiko teilen? Dafür war deren Freundschaft aber arg abgeschlagen, als Kyoharas (?) eigene Leidensgeschichte ins Spiel kam. Erst wird Kikos Ankunft so besonders gemacht, dann scheint es Nebensache zu werden.
Shinko zögert ja auch nicht, Kiko zurückzulassen, um Kyohara zu helfen. Immerhin lässt sie ihr einen Brief da.
Im Großen und Ganzen würde ich das allerdings nicht zu hoch werten, schließlich geht es um die Welt, wie Kinder sie sehen und erleben. Da wird entweder dramatisiert oder es interessiert gar nicht.
Die Szenen der Gruppe zusammen, besonders am selbstgebauten Stausee, waren so nostalgisch! Wer hat sowas nicht auch schon gemacht und war dann ganz stolz drauf, obwohl es nicht wirklich einen Sinn ergab. Höchstens Ärger hat man für so etwas bekommen! Sehr liebenswert und absolutes Highlight des Films war die kleine Rotznase, die Kikos Buntstifte misshandelt hat. Den ganzen Film über hatte ich Freude an dem Kerl, wie er geredet hat war schon der Brüller.
Insgesamt ein empfehlenswerter Film, aber ein wenig Geduld und Sitzfleisch muss man mitbringen, wenn man ihn genießen möchte. Möglicherweise auch ein paar Kinderaugen. Persönlich werde ich mir irgendwann die DVD zulegen, aber ein unbedingtes Must-Have im Regal ist es nicht.
Zitat von Hyperion
An ein Totoro aus dem Hause Ghibli oder – haus-intern – an ein Tokikake kommt Mai Mai Miracle nicht heran.
Ich weiß nicht, ob man das so direkt vergleichen soll. Es ist auch ein bisschen verwirrend, dass mit "Chihiro" und "Ponyo" geworben wird, weil der Film doch irgendwie anders ist. Totoro und Co. kommen doch ein bisschen fantastischer daher. Mai Mai Miracle erzählt einfach Kinderalltag mit allen Problemen und schönen (annähernd magischen?) Momenten, bleibt aber realistisch. Aber das fällt natürlich auch unter eigene Meinung, das kann jeder anders sehen.
Mein Freund überaschte mich Sonntag damit das er die DVD bei amazon gekauft hat. Ich weiß gar nicht mehr wie der Film auf meiner Wunschliste gelandet ist, jedoch hatte er ihn dort gesehen und prompt gekauft
wie die Sache mit der verschwundenen kleinen Schwester nach der bis zum Sonnenuntergang gesucht wird
erinnern wirklich SEHR stark an Totoro. Jedoch tut das dem ganzen keinen Abbruch. Da meine Vorredner schon geklärt haben worum es in der Geschichte will ich dazu nicht mehr viel sagen.
Besonders gefallen hat mir der Soundtrack der hinsichtlich der Story, in der Kinder Kinder sein dürfen, sehr gefallen hat. Der Film hat mich an meine eigene Kindheit erinnert in der ich auch nur selten den Fernseher gesehen habe sondern viel in der Natur herumgepirscht bin.
Die Animationstechnik gerade beim Übergang von "Realität" zu "Vergangenheit" war sehr hübsch gemacht mit diesen kindlichen Skizzen die dann zu "realen" Häusern und Figuren wurden. Doch wirklich, gerade für Kinder sehr ansprechend, denke ich.
Einige Dialoge wirkten auf deutsch etwas holprig, ich denke um das zu klären werde ich mir den Film irgendwann nochmal auf japanisch ansehen müssen. Die Synchronisation jedoch hat mir gut gefallen, die Stimmen waren sehr passend gewählt.
Zur DVD-Aufmachung muss ich noch sagen das ich sie echt hässlich finde. Die Hülle ist sehr labberig, da gibt es wesentlich festere Hüllen. Das die Ausgabe ein Wendecover hat, find ich wiederrum sehr gut. Ich mag diesen riesigen hässlichen FSK-Aufkleber überhaupt nicht.
Der Thread hat mich dazu gelockt, den Movie mal anzuschauen. Hut ab vor der Mühe, TweeThr, hast du wirklich schön gestaltet.
Vorweg einfach mal das, was ich am Herausragendsten an dem Film empfand:
Zitat von Hyperion
Die Kinder wirken überzeugend. „Kinder dürfen noch Kinder sein!“
Sie wollen entdecken und handeln nun einmal nicht so, wie es ein Erwachsener tun würde
Das war unheimlich glaubwürdig präsentiert, es wirkte wie ein Portrait der Leben zweier Mädchen. Ja eben wie natürlich die Kinder sich hier verhielten, da können sich so einige Animes ne Scheibe von abschneiden. Gerade die Szene als die Truppe sich zusammen gefunden hat an dem kleinen Bach und einen Damm zusammen bauen und wie das dazu führt das sie Freunde werden und der Fluss an sich dann Sammelpunkt für all die Kinder des Dorfes wird. Das hatte wirklich was nostalgisches und hat mich daran erinnert wie wir im Gestrüpp mit den Kindern aus der Nachbarschaft ne Bude bauten.
Jedenfalls war es sehr schön präsentiert und man mag sich beschweren das es langatmig rüber kam, aber empfand ich persönlich überhaupt nicht so. Diese kindliche Ausgelassenheit wurde hier wunderbar eingefangen.
Ich empfand es etwas merkwürdig, das ohne was zu sagen Shinko einfach der neuen Klassenkameradin nach Hause folgt, ohne eine Einladung.
Zitat von TweeThr
Die Szene als alle drei Kinder betrunken sind... finde ich so genial. Als ich gesehen habe, was Kiiko für eine Schokolade mitgebracht hat... hatte ich schon eine ziemlich starke Vermutung... 'Das kann schief gehen!'... witzig war es bis Kiiko von ihrer Mutter angefangen hat zu sprechen... oh oh.
Das fand ich eher verstörend, als sie von dem Tod ihrer Mutter plappert und auf welche Weise. Aber das hat ja auch dafür gesorgt, dass das Eis zwischen ihnen gebrochen war und von da an wirkten sie ja wie die besten Freundinnen.
Ich hätte ja gedacht, das sie besoffen war, hätte die Mutter nicht so gelassen mit genommen und hätte Shinko verboten etwas mit Kiiko zu tun zu haben, aber schön das es nicht in dieses Klischee rutscht
Zitat von Mellow
Gerade bei dem Goldfisch tat es Kiiko so unglaublich leid, dass es sie nicht einmal getröstet hat, dass die anderen sie dafür gar nicht verurteilen.
Schade um den Goldfisch, aber dafür zeigt mir die Szene, dass Kiiko bereits willkommen im Dorf ist und wirklich viele Freunde gefunden hat, wenn ich da zurück schaue, wie sie erst gehänselt wurde, dafür das sie so anders war. Dies wird auch alles sehr eindringlich geschildert.
Die parallele Erzählung der Prinzessin, die im selben Dorf vor 1000 Jahren gelebt haben soll, ist auch stellenweise störend gewesen (obwohl sie für sich recht interessant war). Ich habe nicht so richtig herausbekommen, wo der Sinn dieser Geschichte war. Einfach nur ein Geheimnis, das Shinko und Kiiko teilen?
Erst hab ich gedacht dies symbolisiere wie Kiiko und Shinko langsam zu guten Freunden heranwachsen, die Prinzessin Nagiko wäre die Kiiko "die Adlige". Aber von der Persönlichkeit passt Nagiko ja eher zu Shinko und an einer Stelle wirkte es fast so als ob sie einen Traum von ihrer Vorfahrin gehabt hat (die Träne!). Dafür verlief es aber eben zu langsam mit der Erzählung, weil Nagiko und Shinko längst dicke Freunde geworden sind.
Dann fing es an mit den zwei parallelen Handlungen, als Tatsuyoshi und Shinko zusammen ausbüchsen und zu der Bar gehen wollte, die seinen Vater so in den Ruin gebracht hat und wiederum Kiiko die davon träumt als Nagiko Chifuru (das ärmliche Kind) näher kommen will.
Da wirkte es wieder als ob Tatsuyoshi das Mädchen von damals symbolisierte und Nagiko wie Shinko ihm/ihr das Lächeln zurück gibt.
Für was es nun steht ist eigentlich trivial, es ging ja mehr darum in diese Fantasiewelt abzutreiben, wenn man es sich nur vorstellen kann.
Zitat von Hyperion
Aus dem Hause Ghibli gefiel mir bereits „tonari no totoro“ und anhand des Plots erschien mir dieser Movie ähnlich. Und nicht umsonst sieht das Cover auch einem recht bekannten Cover des Ghibli-Klassikers ähnlich.
Hat mich auch sehr daran erinnert, die kleine Schwester war auch so ein typisches Element und Tatsuyoshi hat mich auch sehr an Seita (das letzte Glühwürmchen erinnert) und zudem noch die Fruchtbonbon Büchse auf dem Grab des Goldfisches, war für mich auch ein Seitenhieb danach. Wie ich sehe ist das auch nicht Sunao Katabuchis erster Film, der in den Nachkriegsjahren spielt, in Koyokos Diary will ich auch mal reinschauen, sieht mir auch sehr ähnlich von der Thematik aus (gut hier spielt es dem 2ten Weltkrieg) und hier gibts ja nicht mal einen Thread zu.
Nur um es erwähnt zu haben, die deutsche Fassung ist durchaus zu empfehlen.
Dafür gibt es 8
in glitzerfolie eingepackte Schokopralinen,
die ihre Wirkung gar nicht verfehlt haben,
für das Mädchen mit dem Zauberhaar
Es ist schwer zu sagen, worum es genau geht. Zum einem passiert so viel, aber das meiste ist nicht wirklich von Relevanz. Ich kann nicht genau sagen, was der Kern der Geschichte ist.
Mh, ja, ich würde mich auch schwer tun, wenn ich jemanden von der Handlung erzählen müsste. Es sind so ziemlich viele Aspekte eingeflossen und mit meinen Erwartungen wurde viel rumgespielt, letzten Endes aber ging das immer in eine ganz andere Richtung. Ich finde auch schade, dass der eine oder andere interessante Strang nicht irgendwie "vertieft" wurde, es blieb immer ein Gefühl leichter Verwirrung zurück. Trotzdem war ich alleine von der sehr idyllischen Ausstrahlung positiv angetan.
Im Grunde war der Film ein wortwörtlicher Slice of Life, wir erfahren ja eigentlich nicht viel, nur hin und wieder etwas rund um die Leute des beschaulichen Dörfchens und den Ort, wo sich Jahre zuvor auch noch etwas abgespielt hat. Klingt vermutlich ereignisreicher, als es ist. Auch wenn hin und wieder gerade durch die Musik dann zu wirklich ernsten Tönen gewechselt wird, bleibt der Film von der Grundstimmung her eher ruhig, ist aber auch nicht konsequent "naiv".
Zitat von Grimangel
Schade um den Goldfisch, aber dafür zeigt mir die Szene, dass Kiiko bereits willkommen im Dorf ist und wirklich viele Freunde gefunden hat, wenn ich da zurück schaue, wie sie erst gehänselt wurde, dafür das sie so anders war. Dies wird auch alles sehr eindringlich geschildert.
Kiiko habe ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen und an diese Szene erinnere ich mich auch gut, wo alle dann ihre Stiftsammlung bestaunt haben. "Gehänselt" klingt ja schon ein bisschen fies, zu einer wirklichen Auseinandersetzung aufgrund ihrer Herkunft kam es ja nicht wirklich. Das ist so gesehen ja auch recht gewöhnlich, wenn man in so einem eher abgelegenen Dörfchen wohnt und nie was passiert, da zieht so ein Mädchen mit einem nicht-japanischen Elternteil, noch dazu aus der Großstadt, ziemlich viel Aufmerksamkeit um sich. Gut fand ich aber auch, dass alles nicht ganz so nach Schema F ablief und Shinko sofort da sich mit ihr befreundet oder sonst wie eingemischt hat, sondern auch erst einfach nur beobachtet. Kiiko tat mir schon bisschen Leid, als ihr der Stift weggenommen wurde, aber zum Glück war Streit kein Hauptthema in der ganzen Handlung. War aber durchaus überrascht, auf welche Weise sich die Freundschaft entwickelt.
witzig war es bis Kiiko von ihrer Mutter angefangen hat zu sprechen... oh oh.
Das fand ich eher verstörend, als sie von dem Tod ihrer Mutter plappert und auf welche Weise. Aber das hat ja auch dafür gesorgt, dass das Eis zwischen ihnen gebrochen war und von da an wirkten sie ja wie die besten Freundinnen.
Naja, es war... mal was anderes.
Ich finde es durchaus mal erfrischend, wenn auf die Weise etwas über einen Charakter verraten wird. Wann hat man schon mal betrunkene Kinder im Anime erlebt, die sich so anfreunden.
Aber ja, danach war vor allem Kiiko nicht ganz so versteift und eingeschüchtert.
Die Goldfisch-Szene war schon irgendwie deprimierend.
Zu mal die auch noch sich Gedanken machten, dass das aufgrund des Namen der Lehrerin resultiert, der ebenfalls "Schlechtes" passiert ist. Übrigens irgendwie schade, dass aus der Richtung nichts mehr kam, aber so ist es eben mit den Abschiedsmomenten...
Zitat
Erst hab ich gedacht dies symbolisiere wie Kiiko und Shinko langsam zu guten Freunden heranwachsen, die Prinzessin Nagiko wäre die Kiiko "die Adlige". Aber von der Persönlichkeit passt Nagiko ja eher zu Shinko und an einer Stelle wirkte es fast so als ob sie einen Traum von ihrer Vorfahrin gehabt hat (die Träne!). Dafür verlief es aber eben zu langsam mit der Erzählung, weil Nagiko und Shinko längst dicke Freunde geworden sind.
Dann fing es an mit den zwei parallelen Handlungen, als Tatsuyoshi und Shinko zusammen ausbüchsen und zu der Bar gehen wollte, die seinen Vater so in den Ruin gebracht hat und wiederum Kiiko die davon träumt als Nagiko Chifuru (das ärmliche Kind) näher kommen will.
Da wirkte es wieder als ob Tatsuyoshi das Mädchen von damals symbolisierte und Nagiko wie Shinko ihm/ihr das Lächeln zurück gibt.
Für was es nun steht ist eigentlich trivial, es ging ja mehr darum in diese Fantasiewelt abzutreiben, wenn man es sich nur vorstellen kann.
Ist durchaus eine nette Gegenüberstellung, zumindest einzig beim Aspekt mit dem Lächeln würde ich zuversichtlich zustimmen.
Fand aber persönlich, dass die Geschichte mit diesem "parallelen Geschehen" einfach nur zur interessanten Aufmachung dienen sollte, und mehr nicht. Bei der Prinzessin ging es ja auch andeutungsweise an einer Stelle darum, dass sie bei der Zeremonie sich einredete, dass sie nicht für Freundschaften bestimmt sei. Das war so einer der wenigen Momente, wo ich die ersten Erwartungen hatte, wie sich das weiter entwickelt. Aber das war dann halt nicht der Fall.
Auch habe ich an dieses typische Fantasy-Szenario gedacht, als die Prinzessin all die Papierstreifen in den Kanal abwarf - und dann gegenüber dazu der Goldfisch beim mündenden See der Kinder ankommt.
Auch wurde der Abschied am Ende nicht "überdramatisiert". Ich finde es sogar gut, dass es Shinko ist, die wegzieht und Kiiko, die bleibt. Es hält sich alles in Waage, und das gefällt mir an dem Film.
Ich weiß nicht, wie man den Film beschreiben soll. Einerseits hatte ich so meine Erwartungen, die der Film nicht erwidert, andererseits stellt der Film auch nicht wirklich unzufrieden. Ich war einfach mehr von der dörflichen, sommerlichen Idylle angetan, man lebt sich irgendwie mit den Kindern in ihren Alltag ein und sieht halt dem Lauf der Dinge zu. Die eins, zwei tragischen Dinge sind auch nicht zu überspitzt dargestellt und klingen auch aus.
Ich kann mir vorstellen, dass der Film auch so seine Längen für jemanden haben kann, von denen ich selbst aber nichts bemerkt habe. Es ist kein Woah-Effekt oder etwas, wo ich so richtig Begeisterung verspüre, aber wenn man einfach mal mehr wieder Lust auf einen beschaulichen, lebensechten und mehr ruhigen Film hat, kann man sich diesen hier getrost anschauen.
Ich hab Das Mädchen mit dem Zauberhaar am Sonntag als der Anime auf SuperRTL lief aufgenommen und bin jetzt endlich dazugekommen, ihn anzuschauen.
Insgesamt war ich doch sehr überrascht. Nicht nur dass der Anime sehr unkonventionell von seinem Aufbau her ist, er ist auch der fast perfekte Familienanime! Hier hat wirklich Jung und Alt was davon. Es macht richtig Freude, die Kinder in ihrer eigenen kleinen Welt zusehen, vor allem weil sie halt auch Kinder sind und sich dementsprechend verhalten. In Kombination mit der ländlichen Idylle und den vielen kleinen, verzweigten Handlungssträngen, die für sehr viel Abwechslung sorgen, ist mir auch nie langweilig geworden.
Zitat von TweeThr
Ich kann nicht genau sagen, was der Kern der Geschichte ist. Es erzählt ein Stück Kindheit und über die Freundschaft zweier Mädchen.
Es ist immer ein bisschen problematisch, wenn ein Film keine klare Handlung aufweist, da dann immer die Gefahr besteht, dass er entweder ziemlich verworren ist oder es keine wirklichen Höhepunkte gibt und alles langweilig dahinplätschert. Überraschenderweise hat dieser Anime weder mit dem einen noch mit dem anderen sonderliche Probleme. Durch die liebevolle und auch sehr authentische Erzählweise, der vielen kleinen Alltagsgeschichten der Kinder, ist es mir nie langweilig geworden und der Film verging wie im Flug. Auch war er jetzt nicht verworren, da die Erzählweise auch recht einfach gehalten ist. Einzig die vielen Zeitsprüngen sind ein bisschen schwierig. Der Film wechselt immer mal wieder unvermittelt zwischen den Geschehnissen heute (bzw. in den 50ern) und denen vor 1000 Jahren. Das ist unterumständen für die kleinsten Zuschauer vielleicht noch ein bisschen verwirrend. Aber es geht…Das Problem ist eher, dass die Ereignisse um das Mädchen von vor 1000 Jahren ein wenig aus dem Rahmen fallen.
Am Anfang scheint es ja noch so, dass Shinko eine besondere Beziehung zu dem Mädchen hat und unter Umständen vielleicht eine Bindung zu dem Mädchen aus der Vergangenheit aufbauen wird, aber am Schluss ist es dann Kiiko, die mit dem Mädchen auf eine gewisse Art in Kontakt zu treten scheint. Aber dann scheint ja doch keine wirkliche Verbindung zustande zu kommen und die Geschichte des Mädchens geht unabhängig von der Gegenwart zu Ende. Es besteht nur eine Parallele, da das Mädchen am Schluss auch endlich eine Freundin findet und Kiiko durch sie wieder neuen Mut zu fassen scheint.
Zitat von Hyperion
Wobei hier gesagt sein muss, dass einige gesellschaftliche Probleme angesprochen werden, welche sehr japan-spezifisch sind/waren (insbesondere jener der Nachkriegszeit).
Da ist schon was dran. Es ist auf jeden Fall nicht schlecht, wenn man sich ein bisschen mit den japanischen Gepflogenheiten auskennt. Dann verwundert es einen auch nicht dass viele Familien auseinandergerissen sind, bzw. ein so eklatantes Stadt-Landgefälle vorherrscht. Der Anime schlägt ja gegen Ende auch recht kritische Töne an.
Als Shinko und Kyohara Kyoharas Vater rächen wollen, bekommt man zum Beispiel auch die düsteren Seiten Japans kennen. Hat mich echt überrascht, dass der Anime so offen Alkoholismus und Glückspiel thematisiert, aber ich mochte diese kritische Note. Das zeigt, dass selbst auf dem Land damals nicht alles grün und fröhlich war und liefert einen guten Kontrast zu der farbigen Kinderwelt die man am Anfang zu sehen bekommt.
Die ganz große Stärke des Films ist aber der sehr liebevolle Umgang mit den Figuren und ihren kleinen alltäglichen Problemen. Es macht einfach Spaß den Kindern in ihrer noch relativ unbeschwerten Welt zuzuschauen und zu beobachten, wie sie mit einfachsten Mittel wie der eigenen Fantasie und dem Entdeckungsdrang Spaß haben. Hier wird finde ich auch recht gut gezeigt, dass Geld alleine nicht glücklich macht.
So hat z.B. Kiiko alle möglichen Spielsachen, ist aber erst dann richtig glücklich als sie Freunde zum spielen findet und dann behelfen sich die Kinder mit den einfachsten Mitteln.
Aber auch die Probleme der Kinder kann man sehr schön nachvollziehen. Ob es jetzt tatsächliche Probleme sind, wie z.B. Kiiko die den Tod ihrer Mutter nicht richtig verkraften kann oder aber ob es kleine Streitereien um die Stifte sind, es ist einfach schön mit anzuschauen und vor allem realistisch.
Zitat von Mellow
Die Szenen der Gruppe zusammen, besonders am selbstgebauten Stausee, waren so nostalgisch! Wer hat sowas nicht auch schon gemacht und war dann ganz stolz drauf, obwohl es nicht wirklich einen Sinn ergab.
Oh ja das hat auch bei mir sehr schöne Erinnerungen geweckt. Damals hat es deutlich mehr Spaß gemacht, an einem Bach Staudämme zu bauen, als in der Wohnung zu hocken und Fernsehen zu schauen
Am Ende spitzt sich der Anime dann doch zu einem kleinen Höhepunkt zu.
Nämlich als Shinko und Kyohara in die Bar gehen. Es hat ja am Anfang echt so ausgesehen, als würden die Typen auf die Kinder losgehen, aber der Anime löst die Situation sehr gut. Dass sich die drei als Freunde (die waren doch Freunde oder?) von Kyoharas Vater entpuppen hätte ich nicht erwartet, aber es war eine gute Idee, weil man so erfahren hat, was für ein schwieriges Verhältnis Kyohara zu seinem Vater hatte.
Meine Lieblingsszene des Films ist zweifellos als die Mädchen die Pralinen gegessen haben. Am Anfang hab ich mich vor Lachen fast nicht mehr eingekriegt
Und dann kommt der Hammer mit Kiikos Mutter. Das war richtig heftig, als sie, während sie sich vor Lachen auf dem Boden kugelt, vom Tod ihrer Mutter erzählt. Da ist mir das Lachen dann ganz schnell wieder vergangen.
Zitat von TweeThr
Optisch kann es Ghibli nicht besser machen.
Ganz meine Meinung. Ich hab mich ja, bevor ich den Film angeschaut habe, kaum über ihn informiert und so bin ich davon ausgegangen, dass der Anime aus der Ghilblischmiede stammt. Dass der Film eigentlich von Madhouse ist, hab ich erst beim durchlesen des Threads hier erfahren. So oder so, zeichnerisch ist der Anime auf absolutem Topniveau.
Die Musik gefällt mir auch ganz gut. Sie passt und greift die Stimmung gut auf.
Alles in allem ist Das Mädchen mit dem Zauberhaar ein idealer Familienanime des mit den Ghibli-Filmen gut Schritt halten kann. Ok, die Brillanz von Mein Nachbar Totoro erreicht der Anime vielleicht jetzt nicht ganz, aber der Vergleich der beiden Animes ist auch nicht leicht, weil Mein Nachbar Totoro ja klar auf Fantasie setzt, während Das Mädchen mit dem Zauberhaar recht realitätsnah ist. Ich kann den Anime allen Fans, die sonst nur auf Ghibli schwören, nur wärmstens ans Herz legen.
Mh, ja, ich würde mich auch schwer tun, wenn ich jemanden von der Handlung erzählen müsste. Es sind so ziemlich viele Aspekte eingeflossen und mit meinen Erwartungen wurde viel rumgespielt, letzten Endes aber ging das immer in eine ganz andere Richtung. Ich finde auch schade, dass der eine oder andere interessante Strang nicht irgendwie "vertieft" wurde, es blieb immer ein Gefühl leichter Verwirrung zurück. Trotzdem war ich alleine von der sehr idyllischen Ausstrahlung positiv angetan.
Im Grunde war der Film ein wortwörtlicher Slice of Life, wir erfahren ja eigentlich nicht viel, nur hin und wieder etwas rund um die Leute des beschaulichen Dörfchens und den Ort, wo sich Jahre zuvor auch noch etwas abgespielt hat. Klingt vermutlich ereignisreicher, als es ist. Auch wenn hin und wieder gerade durch die Musik dann zu wirklich ernsten Tönen gewechselt wird, bleibt der Film von der Grundstimmung her eher ruhig, ist aber auch nicht konsequent "naiv".
Den Beschreibungen nach die ich vorher gesehen hatte wäre ich davon ausgegangen dass dieser Aspekt der Fantasie und dem Dorf von vor 1000 Jahren stärker durchkommt. Stattdessen ist es ja wirklich in erster Linie reiner Slice of Life, was mich zwar überrascht hat, aber schlussendlich nicht stört. Insofern hat der Film auch mit meinen Erwartungen herum gespielt, ich finde aber nicht dass man hier und da noch etwas vertiefen hätte müssen. So wie er jetzt ist finde ich den Film ziemlich rund: Wie du schon meintest, eher ruhig, aber nicht konsequent naiv. Das passt so sehr gut zum Setting mit dem Dorf und den Kindern als Hauptcharakteren, zu mal ich finde dass der Film keine konkrete Handlung haben will. Ich denke er will einfach nur eine Art Ausschnitt aus dem Leben der Kinder damals zeigen und kümmert sich deswegen nicht groß darum Dinge zu vertiefen. Wenn er es stärker täte als jetzt ginge dass nicht mehr so gut. Naja, ich glaube zumindest dass der Film das so haben will, aber selbst wenn nicht hat er mir so wie er ist gefallen, dieses "Gefühl leichter Verwirrung" hat sich bei mir nicht eingestellt.
Der Grund warum ich glaube dass der Film Wert darauf legt nur als Ausschnitt einer (Lebens-)Geschichte gesehen zu werden ist sein Ende:
Shinkos Großvater stirbt und sie zieht mit ihren Eltern weg, Kiiko bleibt zurück. Die Art wie Kiiko das zurückblickend erzählt und dass der Film es einfach mal so dranhängt ohne groß darauf einzugehen ist für mich so eine Art Schlussstrich unter ein Kapitel der Geschichte. Es ist dass Ende des gemeinsamen Sommers von Shinko und Kiiko, aber durch die Art des Schlusses ist dem Zuschauer auch klar dass beide weitere Geschichten erleben werden. Zu mal Kiiko jetzt selber das Mai-Mai hat, durch Shinko Freunde gefunden hat, und jetzt quasi eine zweite Shinko ist. Shinko ist weg, aber Kiiko bleibt im Dorf und kann jetzt ein ähnliches Leben mit Freunden und Fantasie führen wie Shinko vor ihr.
Wenn überhaupt irgendetwas ist dass die Aussage des Films für mich: Wie Shinko Kiiko mit ihrer Art soweit beeinflusst dass sie jetzt alleine dass glückliche Leben hat welches Shinko schon kannte und mit ihr teilen wollte.
Zitat von hagi
Der Film wechselt immer mal wieder unvermittelt zwischen den Geschehnissen heute (bzw. in den 50ern) und denen vor 1000 Jahren. Das ist unterumständen für die kleinsten Zuschauer vielleicht noch ein bisschen verwirrend. Aber es geht…Das Problem ist eher, dass die Ereignisse um das Mädchen von vor 1000 Jahren ein wenig aus dem Rahmen fallen.
Den Teil fand ich nicht so toll. Ich habe auch erst gedacht dass in dieser Geschichte starke Parallelen zu Shinko und Kiiko auftauchen, aber auch wenn ich die Prinzessin und Kiiko auf eine gewisse Art für vergleichbar halte würde ich dir zustimmen dass es irgendwie aus dem Rahmen fällt. Eigentlich glaube ich dass man komplett darauf hätte verzichten können und der Film würde sich nicht großartig verändern. Gut, Shinko hat dieses Mai-Mai bei dem ich schon sagen würde dass es für ihren Charakter und damit auch für ihren Einfluss auf Kiiko wichtig ist, aber um dass darzustellen gefielen mir Sachen wie der Grüne Läufer (der Kerl der auf den Kanälen läuft, ich habe keine Ahnung wie der im Deutschen heißt) wesentlich besser. Da konnte man auch klar sagen dass es Shinkos Fantasie ist die hier gezeigt wird, die Sache mit der Prinzessin hat sich dagegen irgendwie verselbstständigt.
Was mich überrascht hat war wie die heile Kinderwelt gegen Ende einen tiefen Riss bekommt:
Als Shinko und Kyohara Kyoharas Vater rächen wollen, bekommt man zum Beispiel auch die düsteren Seiten Japans kennen. Hat mich echt überrascht, dass der Anime so offen Alkoholismus und Glückspiel thematisiert, aber ich mochte diese kritische Note. Das zeigt, dass selbst auf dem Land damals nicht alles grün und fröhlich war und liefert einen guten Kontrast zu der farbigen Kinderwelt die man am Anfang zu sehen bekommt.
Ich musste auch schon schlucken als die betrunkene Kiiko lachend vom Tod ihrer Mutter erzählt, aber mit diesem Finale hätte ich trotzdem nicht gerechnet. Wobei ich dem Anime hoch anrechne dass er hier keinen Bruch hinlegt sondern diese Thematik wieder sehr ruhig angeht und seiner Linie treu bleibt. Wozu dann auch gehört dass die Kinder es irgendwie verarbeiten, aber nur in dem Rahmen der ihnen als Kindern gegeben ist.
Zitat von hagi
Zitat von TweeThr
Optisch kann es Ghibli nicht besser machen.
Ganz meine Meinung. Ich hab mich ja, bevor ich den Film angeschaut habe, kaum über ihn informiert und so bin ich davon ausgegangen, dass der Anime aus der Ghilblischmiede stammt. Dass der Film eigentlich von Madhouse ist, hab ich erst beim durchlesen des Threads hier erfahren. So oder so, zeichnerisch ist der Anime auf absolutem Topniveau.
Da wage ich zu widersprechen, spätestens seit Arrietty bin ich mir sicher dass Ghibli es besser machen kann. Das Mädchen mit dem Zauberhaar sieht ohne jeden Zweifel sehr gut aus, aber Ghibli hat mich damit zuletzt mehr beeindruckt.
Jedenfalls ein sehr schöner und gut gemachter Film, ob es allerdings wirklich so ein guter Familienfilm ist weiß ich nicht. Über weite Strecken bestimmt, aber solche Sachen wie das Finale oder die betrunkene Kiiko fallen da raus.
Ich hab Das Mädchen mit dem Zauberhaar am Sonntag als der Anime auf SuperRTL lief aufgenommen und bin jetzt endlich dazugekommen, ihn anzuschauen.
Ich hab es genauso gemacht, da ich ihn lieber mit meiner Tochter gemeinsam schauen wollte. Und ich finde schon, dass das eine gute Entscheidung war.
Zitat von Tomo
Jedenfalls ein sehr schöner und gut gemachter Film, ob es allerdings wirklich so ein guter Familienfilm ist weiß ich nicht. Über weite Strecken bestimmt, aber solche Sachen wie das Finale oder die betrunkene Kiiko fallen da raus.
So schlimm fand ich die Szenen gar nicht, kleinere Kinder verstehen es eh nicht bzw. finden gerade die Pralinen wohl eher lustig und größere sind durchaus in der Lage, diese Themen zu verstehen.
Dass Kiiko so fröhlich von einer Mutter erzählt, die nie wieder kommen wird hat meine Tochter jedenfalls gar nicht richtig mitbekommen. Klar war ich davon schon etwas mitgenommen, aber solange ein Kind das nicht selbst erlebt hat, sieht es sowas nicht so ernst. Ich hingegen fand die Stelle eher zum heulen, einfach weil Kiiko es nicht tut.
Und an dem Finale kann ich auch nichts verwerfliches entdecken, im Gegenteil denke ich sogar eher, dass Kinder hier stark angesprochen wurden. Denn die Bar war nun nicht wirklich so, wie es in so einer Spelunke schon mal zu gehen kann. Allein wenn ich an die Heulkrämpfe der Blonden denke, die so gar nicht zu ihrem anfänglichen Gesichtsausdruck gepasst haben
Zitat von hagi
Hat mich echt überrascht, dass der Anime so offen Alkoholismus und Glückspiel thematisiert, aber ich mochte diese kritische Note.
So offen fand ich das gar nicht, denn die Schnapspralinen Problematik ist wohl bekannt und die Schnapsnasen aus der Bar waren nicht wirklich schlimm. Gut, Tatsuyoshi erwähnt mal am Rande, dass sein Vater unter Alkoholeinfluss wohl nicht so toll gewesen sein soll, aber ich fand dass das stark verharmlost wurde. Immerhin wurde vorher immer wieder betont, was für ein Vorzeigepolizist der doch sei und durch das Finden von Shinkos Schwester hat man das ja auch "hautnah" miterlebt. Aber allein durch das Kreiselschnitzen wirkt es so, als wäre es überhaupt nicht schlimm, wenn Erwachsene sich abends in einer Bar treffen und (zuviel) trinken. Sehr kindgerecht irgendwie...
Man merkt es vielleicht, ich war von diesem Abenteuer Shinkos und Tatsuyoshis nicht sonderlich angetan. Dafür gefiel mir der Anfang umso besser. Allein wie Kiiko in dem Dorf aufgenommen wurde und auch das ganze um Nagiko herum.
Zitat von Oscu
"Gehänselt" klingt ja schon ein bisschen fies, zu einer wirklichen Auseinandersetzung aufgrund ihrer Herkunft kam es ja nicht wirklich.
Nein, aber sie wurde definitiv ausgeschlossen. Die Dorfkinder waren eine eingeschworene Gemeinschaft, in die sie sie nicht hineingelassen haben, und das empfand ich als genauso schlimm wie Hänseleien.
Und die Sprüche die da teilweise fielen wegen der Schminke und dem Parfüm waren auch nicht gerade wohlwollend gemeint. Kiiko ist eine Außenseiterin und das bekommt sie zu spüren. Heutzutage würde man das Mobbing nennen.
Was ich daran aber so genial fand war einfach Shinkos Weg, damit umzugehen. Ich hatte das Gefühl, dass nur ihre Tagträumereien um Nagiko dafür sorgten, dass sie Kiiko akzeptierte. Denn mal ehrlich Kiiko und Nagiko wiesen einige Gemeinsamkeiten auf, allen voran wohl die Einsamkeit. Ich denke, für Shinko war es ein interessantes Spiel in Kiiko die Prinzessin zu sehen und in sich die Dienerin, die das eigentliche Abenteuer erlebt. Denn sich mit einer Prinzessin anzufreunden ist abenteuerlich. Dabei fand ich aber auch sehr niedlich, dass sich alles so sehr um den Haarwirbel gedreht hat. Ich habe selber einen kleinen und als Kind habe ich ihn gehasst, weil ich auch öfter damit aufgezogen wurde. Das ist definitiv mal ein ganz anderer Weg, damit umzugehen
An der Geschichte hat mir aber auch gerade die ruhige Erzählweise gefallen, es ist halt wirklich nur ein kleiner Ausschnitt einiger Abenteuer, die als Kind so erlebt werden. Und dass da Trennungen nur als weiteres Abenteuer gezeigt werden finde ich gerade gut, wo doch garantiert auch viele Kinder den Film geschaut haben werden.
Ich finde es sogar gut, dass es Shinko ist, die wegzieht und Kiiko, die bleibt. Es hält sich alles in Waage, und das gefällt mir an dem Film.
Das fand ich auch, auch wenn ich diesen quasi-Rollenwechsel so gar nicht gesehen habe. Es war nur einfach irgendwie passend, weil Shinko eher in einem Umzug ein Abenteuer sieht. Dadurch dass es Shinko ist die wegzieht, ist der Abschied irgendwie fröhlicher. Auch wenn ich es um ihren Großvater sehr schade fand, der war mir sehr sympathisch.
Wirklich sehr schöner Film, auch wenn ich ihn nicht mit Ghibli vergleichen würde. Kann mich Tomo nur anschließen, gerade Arrietty fand ich so gelungen, dass es nur sehr schwer zu toppen ist.
Jedenfalls ein sehr schöner und gut gemachter Film, ob es allerdings wirklich so ein guter Familienfilm ist weiß ich nicht. Über weite Strecken bestimmt, aber solche Sachen wie das Finale oder die betrunkene Kiiko fallen da raus.
So schlimm fand ich die Szenen gar nicht, kleinere Kinder verstehen es eh nicht bzw. finden gerade die Pralinen wohl eher lustig und größere sind durchaus in der Lage, diese Themen zu verstehen.
Dass sie es nicht verstehen ist, finde ich, kein Argument. Wenn es hier einfach um irgendwelche versteckten Gags oder Anspielungen geht die man als Kind nicht mitbekommt ist das eine Sache, aber hier geht es ja darum das ernste und für den Film auch wichtige Szenen nicht verstanden werden. Gerade die Sache mit der Pralinen-Szene, die man bei Nichtverstehen lustig findet. Vielleicht sehe ich das zu eng, aber das geht für mich nicht mehr in Ordnung. Entweder der Film lässt solche Szenen raus oder er verpackt sie so das auch Kinder die richtige Aussage begreifen. Wenn er keins von beiden macht ist er in meinen Augen erst für ein Alter geeignet in dem man ihn auch versteht. Ernste Themen unter der Prämisse aufzugreifen dass sie eh nicht als solche erkannt und verstanden werden ist für mich keine Lösung.
Hat mich echt überrascht, dass der Anime so offen Alkoholismus und Glückspiel thematisiert, aber ich mochte diese kritische Note.
So offen fand ich das gar nicht, denn die Schnapspralinen Problematik ist wohl bekannt und die Schnapsnasen aus der Bar waren nicht wirklich schlimm. Gut, Tatsuyoshi erwähnt mal am Rande, dass sein Vater unter Alkoholeinfluss wohl nicht so toll gewesen sein soll, aber ich fand dass das stark verharmlost wurde. Immerhin wurde vorher immer wieder betont, was für ein Vorzeigepolizist der doch sei und durch das Finden von Shinkos Schwester hat man das ja auch "hautnah" miterlebt. Aber allein durch das Kreiselschnitzen wirkt es so, als wäre es überhaupt nicht schlimm, wenn Erwachsene sich abends in einer Bar treffen und (zuviel) trinken. Sehr kindgerecht irgendwie...
Du hast zwar prinzipiell recht, in Sachen Darstellung hätte der Film wesentlich drastischer ausfallen können, aber es scheitert daran dass Tatsuyoshis Vater nunmal tot ist. Ja, die Leute in der Bar stellen sich als ziemlich nett heraus und man sieht auch nie wie die Probleme zwischen Tatsuyoshi und seinem Vater genau aussahen, aber trotzdem: Sein Vater hat Selbstmord begangen, gerade wegen Alkohol und Glücksspiel. Die Lösung der Geschichte halte ich nach wie vor für kindgerecht, aber das ändert nichts daran dass der Anime mit dem Selbstmord des Vaters etwas einbringt dass die ganze Geschichte recht ernst macht. Alkoholismus und Glücksspiel als solches stellt der Anime tatsächlich nicht besonders bedrückend dar, verknüpft aber den Selbstmord damit und hat damit dann doch die richtig dunklen Seiten aufgezeigt. In dem Sinne halte ich es für richtig wenn hagi von offener Thematisierung redet.
Den Film haben Fuma und ich letzte Woche geschaut. Da der Film vor kurzem ja auf SuperRTL lief hatten wir ihn aufgenommen und jetzt endlich mal geschaut.
Zitat von TweeThr
Es ist schwer zu sagen, worum es genau geht. Zum einem passiert so viel, aber das meiste ist nicht wirklich von Relevanz. Ich kann nicht genau sagen, was der Kern der Geschichte ist.
Das ist auch gerade mein Problem. Vom Gefühl her war der Film viel länger als 90 Minuten, aber es ist eben einfach viel passiert, ohne, dass es irgendwie gehetzt gewirkt hat. Dadurch weiß ich jetzt auch gar nicht, wo genau ich eigentlich anfangen soll.
Zitat von TweeThr
Shinko ist ein aufgewecktes Kind mit viel Fantasie... sie hat einen Mai-Mai. Damit sind ihre vorne hochstehenden Haare gemeint und jedes Mal wenn sie diese anfässt, fängt ihre Fantasie an zu blühen.
Nunja, generell wurde ja nie geklärt, warum sie dieses Mai-Mai hat oder in wie weit es wirklich da ist, ich hätte mir auch kurz gedacht, dass sie sich es vielleicht auch nur einbildet, aber das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.
Zitat von TweeThr
Insgesamt hat mich die Atmosphäre und die Landschaft sehr an Mein Nachbar Totoro erinnert.
Ich muss auch ehrlich sagen, dass mich die Athmosphäre dieses Filmes sehr an die Ghibli-Filme erinnert hat. Ich wusste vor dem anschauen schon, dass es kein Ghibli-Film ist, aber trotzdem gibt es einige Parallelen, das kann man irgendwie nicht läugnen. Was ich damit sagen will: Hier wurde wirklich sehr gute Arbeit geleistet.
Zitat von TweeThr
In ihrem Haus hat sie einen Gas-Kühlschrank, eine richtige Treppe und sie hat sogar schon zweimal fern gesehen.
Also wenn man diesen Satz mal nüchtern betrachtet, dann kann man schon fast lachen, weil es heuzutage wirklich ein bisschen lächerlich klingt. Aber der Film spielt in 1955, das war damals wirklich etwas ganz, ganz anderes. Da hat gerade alles angefangen, moderner zu werden, da hatten dann wahrscheinlich wirklich nur die richtig reichen Leute solchen Luxus wie Fernsehen oder sogar Treppen. Ich habe leider nicht darauf geachtet, ob Shinko ein Zweistöckiges Haus hat oder ob sie eben wirklich nur eine Etage hat. Irgendwie hat mich gerade diese Szene, wo Shinko auf die Treppe zustürmt und sich freut, eine zu sehen, sehr berührt. Ich kann leider auch nicht sagen, warum genau, aber da merkt man ja dann doch, wie Selbsverständlich solche Dinge heutzutage doch sind!
Die Szene als alle drei Kinder betrunken sind... finde ich so genial. Als ich gesehen habe, was Kiiko für eine Schokolade mitgebracht hat... hatte ich schon eine ziemlich starke Vermutung... 'Das kann schief gehen!'... witzig war es bis Kiiko von ihrer Mutter angefangen hat zu sprechen... oh oh.
Leider war das wirklich eine eher markabere Szene... Als ich die Süßigkeiten gesehen habe dachte ich mir auch nur "Ein Mädchen, die keine Mutter mehr hat und deren Vater nur selten zu Hause ist bringt Süßigkeiten mit, die irgendwo zu Hause lagen... das kann nur schief gehen!" Und dass die kleine auch mitisst fand ich auch irgendwie...naja, ich hätte es nicht erwartet, sagen wir es mal so. Die Mutter und der Großvater haben ja auch eher "nüchtern" deshalb reagiert, aber in dem Sinne konnten die Kinder ja wirklich nichts dafür.
Zitat von Centaurea
Ich hingegen fand die Stelle eher zum heulen, einfach weil Kiiko es nicht tut.
Deshalb habe ich mich hier auch für das Wort 'makaber' entschieden. Es lief mir wirklich eiskalt den Rücken runter, weil es so unheimlich traurig ist und Kiiko es aber wohl normal (von sich aus) nie erwähnt hätte. Wobei ich mir direkt in Kiiko's Haus dachte, dass ihre Mutter nicht mehr lebt... Ist schon traurig, die Arme.
Zitat von Mellow
Die parallele Erzählung der Prinzessin, die im selben Dorf vor 1000 Jahren gelebt haben soll, ist auch stellenweise störend gewesen (obwohl sie für sich recht interessant war). Ich habe nicht so richtig herausbekommen, wo der Sinn dieser Geschichte war.
Ab und an war es schon störend, waber es war alles in allem doch in Ordnung. Ein oder zwei mal war ich doch kurz verwirrt, warum plötzlich die Szene gewechselt wurde, aber alles in allem war es schon in Ordnung und Interessant war es allemal. Ich dachte mir auch die ganze Zeit, dass die Prinzessin doch endlich mal mit dem armen Mädchen spielen soll, aber irgendwie kam es fast nie dazu. Das dann am Ende die Prinzessin mit Hilfe ihrer Diener dem Mädchen und der Familie doch hilft, war wirklich total lieb!
Zitat von Mellow
Die Szenen der Gruppe zusammen, besonders am selbstgebauten Stausee, waren so nostalgisch! Wer hat sowas nicht auch schon gemacht und war dann ganz stolz drauf, obwohl es nicht wirklich einen Sinn ergab.
Da ist der Knackpunkt - es hat irgendwie keinen Sinn gemacht... daher würde ich auch sagen, ja der Film ist auch etwas für Kinder, denn selbst wenn da ein Sinn dabei wäre, würden Kinder den wohl eher nicht sehen. Alle ernsteren Themen sind dann doch eher für Erwachsene, von daher doch eine gute Mischung. Da dieser Fisch für alle so wichtig war und diese Kinder zusammengeführt hat, obwohl sie eigentlich nicht viel Gemeinsam hatten, war echt eine schöne Tatsache.
Ebenso traurig war es dann wirklich, als der Fisch gestorben ist... wobei ich mir ja dann doch denke, warum sie wegen dem Parfum nicht besser aufgepasst hat bzw. eigentlich hat sie es ja nur gut gemeint und damit eben dem Fisch nichts gutes getan... Das fand ich schon ziemlich traurig. Entsprechend habe ich dann auch verstanden, wieso die Gruppe am Bröckeln war.
Zitat von Centaurea
Man merkt es vielleicht, ich war von diesem Abenteuer Shinkos und Tatsuyoshis nicht sonderlich angetan. Dafür gefiel mir der Anfang umso besser. Allein wie Kiiko in dem Dorf aufgenommen wurde und auch das ganze um Nagiko herum.
Ich muss auch sagen, dass mir der Anfang sehr viel besser im Kopf hängen geblieben ist, als das Ende. Der Anfang hatte irgendwie mehr einprägsame Elemente, ich war allein schon total erstaunt, als sich Plötzlich diese "Welt" um Shinko herum gebildet hat, das war wirklich beeindruckend. Das Ende hingegen hat mich irgendwie ein bisschen verwirrt. Zwar waren die Handlungen klar und verständlich, aber trotzdem sah es irgendwie nicht stimmig aus...Zwar irgendwie Schade, aber im Enteffekt hat sich ja dann doch alles wieder normalisiert, der Junge ist ja dann doch seiner Mutter nachgefahren. Ich fand es auch total süß, dass er Shinko das Schwert gegeben hat! Das war ein richtig fetter Freundschaftsbeweis. Wirklich toll, wenn man bedenkt, dass der Junge fast nie geredet hat im Laufe des Filmes.
Dieser Film war wirklich richtig schön. Mir eigentlich egal, ob es jetzt was für Kinder ist oder nicht, aber für Jugendliche/Erwachsene ist der Film genau das Richtige, wenn man einfach mal in eine andere Zeit versetzt werden möchte und Slice of Life mit Kindern anschauen will. Richtig gut gemacht, ich bin immer noch begeistert!
8 von 10 Goldfischen!
Den Film haben Fuma und ich letzte Woche geschaut. Da der Film vor kurzem ja auf SuperRTL lief hatten wir ihn aufgenommen und jetzt endlich mal geschaut.
Jop genau so sieht es aus wobei ja eigentlich das nicht so ganz alles ist^^ Dadurch das ja eigentlich laut Kabeldeustchland eine Senderumbelegung anfang dieses Monats stattfinden sollte und ich ein wenig Angst hatte unsere aufgenommenen Filme könnten darunter leiden oder eher gesagt gelöscht und dadurch verloren gehn. Begann das Projekt "1 Film pro Woche" in unserem Haushalt und "Das Mädchen mit dem Zauberhaar" war eben der Gewinner jener Woche. Und Studio Madhouse hat mit dem Film wirklich ein Erstklassiges Werk geschaffen. Ich finde das es immer honorable ist wenn ein Studio einen SoL/Drama Movie fertigt der trotz normaler Handlung und ohne wirkliche Überelemente Spannend bis zur Letzten minute bleibt. Zu dem Film muss ich auch dazu sagen das ich bisher nur mal was von dem Film in einer Animania oder so gelesen hatte aber so überhaupt nicht wusste worum es den eigentlich geht. Umso überrachter war ich dann wiederum von dem film als ich ihn beendet hatte. Und mein Resumee ist wirklich Positiv. Den aktuell fällt mir bei den Ghibli Studios da leider ein sehr starker Abwärtstrend auf. Aber dazu in einem anderen Thread mal mehr^^
Jetzt zum Film selbst. Ich fand es sehr interresant den Film in das Setting der Nachkriegszeit und der Industriallisierung zu setzen und die Geschichte eines ganz normalen Mädschen´s mittleren Standes zu erzählen, die eine sehr ausgeprägte Fantasie hat. Ich fand allein die Darstellung wie sich Shinko immer wieder vorgestellt hat wie ihr Dorf wohl vor einigen Hundert Jahren ausgesehn haben könnte sehr schön geregelt. mit Kiko´s Auftauchen wurden ja ohnehin die Karten in dem Kleinen Dorf neu gemischt. Süß aber das sich die beiden auch so schnell anfreundeten das Zeigt doch mal wieder das es keinen Stand braucht um miteineder befreundet zu sein, auch wenn Kiko sich ja zu beginn noch ziemlich distanziert gegeben hat.
Sehr sehr Schön fand ich dann aber auch die "Side-Story" aus der "Vergangenheit" mit der kleinen höhergestellten Tochter des Prefäkturaten(omg ist das richtig geschrieben?), die sich nichts sehnlicher wünschte als eine Spielgefährtin und ihrer Dienerin einem Armen Mädchen das sich nur um ihre Familie kömmerte. Hier fand ich es sehr schön das am Ende dort auch alles gut ausgegangen war und die "Prinzessin" mit ihren Puppen ja immerhin sich herabgelassen hat um die Kinder zu unterhalten und deren Schmerzen wenn auch nur für kurze Zeit zu lindern. Da fand ich es ja auch schön das sie an der Ausgrabungsstätte den Kerl fragten und er Antwortete das sie Puppen gefunden haben und damit ihre erdachte Prinzessin durchaus auch so dort gelebt haben könnte^^ Schöne Anspielung! Auch das sich die Gruppe dann zusammengefunden hat um einen Damm zu bauen hat wirklich nochmal Unterstrichen das damals wirklich Kind noch Kind war. Sowas würde heutzutage doch kein Kind mehr machen in deren Alter...^^ Ich fand es ja vor allem so genial als sie sich ins Kino geschlichen hatten xD Ich mein Hallo? is klar fällt ja niemanden auf...^^ Umso faszinierender fand ich bei dieser Lockeren Stimmung ja was der Film auf einmal für einen Harten Ton angeschnitten hatte. Zuerst stirbt der Fisch als sie "feiern" wollen das ihre Lehrerin heiratet, dann erhängt sich der doch scheinbar so ehrenhafte Vater von Tasuyoshi und Shinko und Tatsuyoshi brechen alleine auf um Rache für den Vater zu nehmen und rennen deshalb von Zuhause weg... Genau das fand ich aber auch gut und gleichzeitig ziemlich krass wie eindeutig definiert wird das die Sucht, in diesem Falle die Spielsucht) Menschn zustören kann egal wie heldenhaft und Ehrwürdig sie sind... In der zwischenzeit machte sich die arme Kiku sorgen warum ihre beste Freundin sie doch einfach zurück gelassen hat nur um allein deshalb schon nacht während ihres Traumes ebenfalls ein Mai Mai zu haben und komplett in die Fantasy einzutauchen. Ein netter Aufheller für die bis dahin auf einmal ziemlich heikle Stimmung. Ebenso die krasse Darstellung das sich dort im Rotlicht Mileu kein SChwein darum kümmert das da zu später Stunde noch Kinder rumrennen bzw um noch krasser zu sein Tatsuyoshi ja sogar angemacht wird. Naja okay damals in der Ländlichen Gegend wird das wohl alles nicht so Wild gewesen sein also passt das schon^^ Aber der Film stellt alles ohne Frage sehr Glaubhaft dar. Wenigstens geht der Film soweit ganz gut aus wobei ich es ja doch irgendwo Schade finde. Tasuyoshi verlässt als erster das Dorf und geht nachdenm sich alles geklärt hatte zu seiner Tante in die Großstadt und Shinko verlässt nach dem Tod des Großvaters ebenfalls das Dorf. Schade iegentlich jetzt wo Kiko ein festes Bestandteil der Gruppe geworden ist wird Shinko einfach herausgezogen! Ziemlich gemein! Ich bin auch kein Fan solcher Enden wo der Held sich erst mit allen anfreundet und dann den Ort verlässt. Aber es hat in diesem film auch durchaus gepasst.
Zitat von Reimi
Nunja, generell wurde ja nie geklärt, warum sie dieses Mai-Mai hat oder in wie weit es wirklich da ist, ich hätte mir auch kurz gedacht, dass sie sich es vielleicht auch nur einbildet, aber das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.
Du spielst wohl darauf an das Kiko ja ihr Mai Mai auch nur im Traum hatte? Nene Shinko´s war schon echt und es war einfach ne Wilde Haarsträhne die einfach nicht so wie sie wollte, sowas ist ja selbst heutzutage manschmal noch möglich. Wobei heutzutage die meisten es mit Gel/Bürste/Sprey/Schnitt oder Glätteisen es einfach verbergen würden^^
Zitat von Reimi
Ich muss auch ehrlich sagen, dass mich die Athmosphäre dieses Filmes sehr an die Ghibli-Filme erinnert hat. Ich wusste vor dem anschauen schon, dass es kein Ghibli-Film ist, aber trotzdem gibt es einige Parallelen, das kann man irgendwie nicht läugnen. Was ich damit sagen will: Hier wurde wirklich sehr gute Arbeit geleistet.
Dem kann ich nicht 100% Zustimmen, ja die Umgebung und so wirkten alles wie ein Ghibli Film aber das Story Telling und die Story selber waren einfach komplett nicht Ghibli^^ also mMn Ghibli hat da seine ganz eigen Art.
Zitat von Centaurea
Nein, aber sie wurde definitiv ausgeschlossen. Die Dorfkinder waren eine eingeschworene Gemeinschaft, in die sie sie nicht hineingelassen haben, und das empfand ich als genauso schlimm wie Hänseleien.
Ja aber das ist doch Normal?^^ Ich meien schließlich wachsen die Kinder ja so ziemlich alle unter den gleichen Bedingungen auf und dann kommt jmd neues zu der so komplett anderest ist? Der Neue sachen hat der anderst riecht..... usw. Natürlich wird derjenige Ausgeschlossen. Aber so ist nunmal der Mensch wir kommen mit neuen Sachen nicht so gut klar, verschließen uns vor ihnen und feinden sie erstmal an. Bis man herausgefunden hat das der "Feind" ja garnicht so böse ist und eigentlich ganz gut in die Gruppe passt...^^
Ich fand den Film sehr sehr schön, aber ich ihn mri nochmal ansehe lass ich mal offen^^ Er ist auf jedenfall sehenswert und jeder der kein Problem mit SoL oder Drama hat sollte sich diesen film definitv mal ansehn, da er wirklich zu keiner Zeit langweilig wird. Die Story ist zu Beginn sehr Locker und plätschert nur so vor sich hin nur um dan aprupt an zu ziehen und doch spannend zu bleiben.
Wie gesagt ein sehr sehr schöner Film und ich würde mir auch so ein Mai Mai wünschen da würde mir die Arbeit jeden Tag wohl auch mehr Spaß machen XD