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Saber
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Gruppe 1: Ben/Arthur   



Der Geräuschpegel im Speiseraum fiel augenblicklich auf Null, als ich den Raum betrat und mich die anderen ohne meine Rüstung sahen. Für diesen einen Moment war es so ruhig, dass man wohl eine Stecknadel hätte fallen hören können. Als ich leicht verunsichert erklärte, dass Tiamat mich gebeten hatte, bei Tisch doch wenigstens die Rüstung auszuziehen, ging das Treiben direkt wieder von vorne los. Olf schlug Tiamat, die beide bereits an einem der Tische saßen, gegen die Rippen und die beiden fingen an sich ein wenig zu streiten, worüber wusste ich allerdings nicht. Ich seufzte und ging in Richtung des Tisches, an dem die anderen meiner Gruppe saßen. Auch wenn es mir unangenehm war, meine Rüstung nicht zu tragen und ich mich absolut unwohl fühlte ohne mein Schwert, musste ich mir doch eingestehen, dass es ein befreiendes Gefühl war, diese Last von mir genommen zu haben. Endlich schränkte kein schwerer Panzer mehr meine Bewegungen ein, nahm die Last von meinen Gelenken. Genauso dankten mir meine Füße dafür, nicht mehr diese Klötze von Metallstiefeln zu tragen und stattdessen nur noch in einem relativ bequemen Paar Lederstiefeln steckten, die ich unbewusst unter dem Stahl getragen hatte.

Ich ließ mich zwischen Tiamat zu meiner linken und Barnabas zu seiner rechten nieder. Wie konnte er immernoch diese Kutte tragen? Wir waren unter Deck, es gab keine Fenster, Kerzen brannten und zu allem Überfluss war es auch noch voll hier drin. Allerdings...wie mir dies so durch den Kopf ging...Olf musste dann ja noch viel mehr schwitzen als er. Ein unauffälliger Blick nach links über Tiamat zeigte jedoch, dass es dem Kampfzwerg scheinbar so gut zu gehen schien wie lange nicht mehr. Musste wohl an dem Essen liegen und dem gesicherten Schlafplatz. Wenn ich es ausgesprochen hätte, hätten die anderen sicherlich gedacht, ich litt unter Verfolgungswahn, aber mir stank die ganze Sache hier trotzdem. Wie aus dem Nichts, nachdem uns die Wahrsagerin davon abhalten wollte, in Richtung Meer zu reisen, wird Ski entführt und nachdem wir die Entführer ergebnislos verfolgt hatten, taucht plötzlich dieses Schiff auf, dass uns anbietet, uns kostenfrei bis zur nächsten Stadt zu befördern. Wir waren bereits schon einmal von einer vermeindlichen Retterin hintergangen worden, wie ich mich noch schmerzlich erinnerte. Ich hatte absolut keine Lust darauf, wieder von irgendjemandem fast erstochen zu werden.

Mein Blick wanderte über den reichlich gedeckten Tisch, vollgestellt mit gutem Essen und Getränken. Alle griffen beherzt zu, die wenigsten kümmerten sich um Tischmanieren. Das Geräusch einschenkenden Weins riss mich aus meinen Gedanken. Tiamat hielt eine Kanne in Händen und füllte einen kleinen Kelch mit Wein, den sie mir anbot. Zögerlich nahm ich ihn an. "Du siehst ein wenig bedrückt aus." sagte sie. Ich nahm einen langsamen Schluss. Mir war schon einmal von Kura Wein angeboten worden, aber ich hatte darauf verzichtet. Zwar war der Wein der Diebin nicht vergiftet, aber die Gefahr hatte trotzdem bestanden. Die erwartungsvollen Augen des Fuchsmädchens durchbohrten mich förmlich, während den Kelch wieder senkte. Ich war noch nie ein Fan von Wein gewesen, anders als meine ältere Schwester, aber ich musste einräumen, dieser hier schmeckte ausgezeichnet...vorallem so echt. Bevor ich mich wieder Tiamat zuwand, griff ich über den Tisch und riss eine Keule aus einem gebratenen Händchen, biss aber nicht hinein. "Ich trau dem Braten nicht." erwiderte ich, worauf ich ein Lachen von ihr erntete. Irritiert sah ich sie an, bis ich realisierte, dass die Situation just in diesem Moment schon ein wenig komisch gewesen war.
"Nein, ich meine das alles hier," fuhr ich fort, "findest du nicht, dass dieses Schiff, das wie aus dem Nichts aufgetaucht ist, und angeboten hat, uns mitzunehmen irgendwie suspekt ist?" "Mag sein, aber vielleicht ist dieses Schiff ja auch von den Programmierern geschickt worden, um uns weiterzutransportieren, so wie der Junge, der uns die Nachricht gebracht hat." Ich miss ein Stück von der Hähnchenkeule ab. Verdammt, es schmeckte gut. "Außerdem...es kommt mir so vor, als hätten alle Ski vergessen." gab ich zurück. Sie seufzte und nahm einen Schluck aus ihrem Becher. Das stimmt nicht. Ich mache mir die ganze Zeit Sorgen um sie. Aber erst einmal müssen wir uns retten. Du weißt doch, das wir unter keinen Umständen sterben dürfen."

"Ja, schon, aber vergisst du da nicht, dass sie auch ein Spieler ist? Was ist, wenn sie stirbt?" Betretenes Schweigen bei ihr, somit hatte meine Frage unserer Unterhaltung ein jähes Ende bereitet. Das schien den Rest der Mannschaft und die anderen wenig zu interessieren, und so wurde weiter gegessen, getrunken und einen auf gute Laune gemacht.
"Wo geht es denn zur Kombüse? Wir würden uns gerne für die leckere Mahlzeit bedanken." fragte meine Tischnachbarin einen der Seemänner nachdem sie ihr Essen beendet hatte. "Hört, hört, Tiamat kommt aus ganz vornehmen Hause" lästerte Shayenne. Sowohl ich als auch Tiamat blickten sie gleichzeitig mit Skepsis an. Mein Eindruck von ihr wurde zunehmend schlechter. Etwas zupfte am Ärmel meines Gewands. Mit einem Ruck wurde das Zupfen allerdings zu einem regelrechten Ziehen. "Gehen wir..." murrte Tiamat und zerrte mich förmlich von meinem Platz. Was hatte ICH denn jetzt damit zu schaffen?

Sie fragte den Kapitän nach dem Weg und schleifte mich durch die Gänge des Schiffs. Als wir die Kombüse fast erreicht hatten, schwankte uns ein Matrose mit einem gewaltigen Tablett entgegen. "Jetzt aber..." kommentierte Tiamat. Sie wollte gerade gegen die Kombüsentüre drücken, als "etwas" gegen das Bullauge der Tür klatschte. Jemand starrte uns mit einem Auge durch das Bullauge an. Tiamat und ich zuckten zusammen. Es war einer dieser klischeehaften Horrorfilmmomente, irgendwie erwartete ich sogar das schrille Spiel von Streichern, das jede Sekunde einzusetzen hatte, es aber nicht tat. Dieses etwas oder jemand hatte dunkle, runzlige Haut und einige von rotem Stoff verhüllte Partien. Es bestand kein Zweifel. Es war die Wahrsagerin aus Sutton! Tiamat wich zwei Schritte zurück, als das Gesicht am Bullauge hinunterglitt wie etwas, das man gegen eine Wand geworfen hatte. "Ich hole die anderen!" rief Tiamat und machte auf der Ferse kehrt. Reflexartig wollte ich mein Schwert anheben, aber ich hatte es in meinem Quartier gelassen, da ich weder einen Gürtel noch eine Schwertscheide für ein Schwert dieser Größe besaß. "Na warte..." ich sprintete vorwärts und stieß die Türe auf, doch es war niemand zu sehen. "Was zum..." Hektisch ging mein Blick nach links und rechts. Ich suchte nach irgendwelchen Nischen oder gar einer zweiten Türe, aber es gab keinen anderen Weg aus der Kombüse. Wo war die alte Frau hin?

Mein Blick fiel auf Tiamat, die scheinbar doch noch im Gang geblieben war, anstatt die anderen zu holen. "Hast du sie gesehen? HAST DU SIE GESEHEN?" ich packte sie ein wenig schroff an den Schultern. Ich musste ja richtig apatisch klingen, so wie sie mich ansah. "Ich bin mir nicht sicher, könnte auch nur ein Trugbild gewesen sein..." Enttäuscht ließ ich die Arme sinken und durchsuchte die Komböse noch einmal.

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Der nächste Morgen. Tiamat hatte die anderen darüber aufgeklärt, was in der Komböse passiert war, diese stempelten dies aber als wirres Geschwätz ab, resultiertend aus unserem Weinkonsum am Vorabend. Es war noch relativ früh, man konnte die Sonne noch beim Aufgehen bestraunen, als uns der Kapitän an Deck versammelte und auf die Stadt vor uns deutete, die in rotgoldenes Licht getaucht war. "Das ist die Bucht von Cathyr ..." erzählt er, während das Schiff in die Stadt einfuhr und eine Brücke nach der anderen unterquerte. Unser Blick viel auf eine gewaltige Felsformation in der Ferne, die die Stadt wie eine Mauer abschirmte. Auch wenn die Sonne gerade erst aufging, konnte man klar einen einzelnen Turm zwischen den Bergen erkennen. "Die Bewohner nennen ihn den 'Turm des Wachenden'. Nur wenige wissen wirklich darüber Bescheid, was in seinen Mauern vor sich geht. Er wird von einem geheimnisvollen Magierkult, der sich selbst "Das Auge" nennt, bewacht. Das Auge hat eine einflussreiche Stellung in dieser Stadt. Ihr tätet gut daran, euch von ihnen fernzuhalten, wenn ihr nicht auf Ärger aus seid."

"Pah, Magier-Schmagier, die können uns doch nix." johlte Olf. "Magier, huh?" murmelte ich. Magie war schon immer meine Schwäche gewesen. Ich war Schwertkämpfer und kein Paladin. Ich war für Magie extrem anfällig. Die Tatsache, dass ein Magierkult in dieser Gegend sein Unwesen trieb, machte mich ein wenig nervös. Noch bevor wir es bemerkten hatte das Schiff schon angelegt und der Kapitän uns verabschiedet, oder viel mehr, uns inmitten des Treibens am Hafen im Stich gelassen. Während wir uns in Richtung des Hafenausgangs bewegten, fragte ich mich, ob jetzt nicht eigentlich der passende Augenblick wäre, um mich zu verabschieden. Doch kaum hatten wir Ausgang erreicht, wurden wir bereits von jemandem angesprochen.
Ein junges Mädchen mit hellvioletten Haaren und einer seltsamen elfenartigen Mütze auf dem Kopf, saß auf den Stufen eines Hauseingangs und blickte uns an. Was sie sah, schien ihr zu gefallen, denn sie lächelte befriedigt. "Ich habe auf euch gewartet..." sie erhob sich von den Stufen, drehte sich um und öffnete die Türe hinter sich. "Folgt mir bitte..."

Misstrauisch folgten wir dem Mädchen. Das Haus entpuppte sich als leerstehende Lagerhalle. "Warum hab ich plötzlich ein ganz mieses Gefühl..." murrmelten Shayenne und ich fast gleichzeitig. Das Mädchen stand in der Mitte der Halle und blickte uns mit leeren Augen an. Dann hob sie ihren rechten Arm an und begann irgendwas mit dem Finger in die Luft zu zeichnen. "Bitte verzeiht mir..." sagte sie monoton, als die Linien, die sie in die Luft gezeichnet hatten, plötzlich in glänzendem Weiss vor uns erschienen, und ein Pentragram enthüllten. Mit lauten Getöse erschienen zwei monströse Golems aus wie aus dem Nichts aus dem Boden. Mit einem gewaltigen Schrei stürmten sie auf uns zu. Sofort ging die Gruppe auseinander.
Barnabas suchte panisch nach einer ruhigen Ecke, in der er verschwinden und den Kopf einziehen konnte, anstatt uns mit Magie zu unterstützen. Dieser Magier war auch für nichts gut. Duderstadt zog seine monströse Schere hervor und versuchte damit den Schlag eines Golems abzublocken, aber der Hieb war so gewaltig, dass es ihn umpustete. Aufgeregt kramte Shayenne in ihrem Kugelbeutel, in der Hoffnung, irgendwelche Munition zu finden, die für uns auch nur im Entferntesten von Nutzen sein könnte, während Tiamat in Fuchsgestalt einen der Golems versuchte davon abzuhalten, Duderstadt zu zerquetschen, der ein wenig benommen in der Ecke lag, und sich den Kopf hielt. Ich riss mein Schwert nach oben und blockte den Fausthieb des zweiten Golems ab. Eine ungeheure Wucht traf mich als seine steinere Faust auf die Klinge meines Schwertes prallte und ich spürte, wie der Steinboden unter mit zerbarst, als wäre er aus Lehm, während der Golem weiter gegen meine Klinge presste ud mich weiter nach unten drückte. Erstaunlicherweise schaffte ich es, standzuhalten. Noch viel erstaunlicher war allerdings die Tatsache, dass mein Schwert nicht zerbrochen war, bei solch einer Kraft.

Die kleine Füchsin tänzelte auf dem Boden herum und wich so den Hieben und tritten des relativ unbeweglichen Golems aus, während sie ihn gleichzeitig von Duderstadt weglockte. Je öfter der Koloss nicht zu treffen schien, desto wütender schien er zu werden. Als wieder einer seiner Fausthiebe nur den Boden statt die Füchsin traf, blieb seine steinere Faust im Boden stecken. Wütend versuchte er sie herauszuziehen. Diese Chance nutzte Tiamat, um seinen Arm hinauf auf seinen Kopf zu klettern. Mit ihren Krallen begann sie in seinem Gesicht herumzukratzen, was ihn sichtlich verärgerte. "Pass auf!" rief Shayenne während sie die Kammer ihres Revolvers mit Kugeln füllte, als der Golem mit deinem anderen Arm ausholte. Die Füchsin sprang elegant zur Seite und der Golem schlug sich mit seiner eigenen Faust zu Boden. Ein Teil seines Gesichtes zerbrach und viel zu Boden. Die abgebrochenen Steinstücke vielen augenblicklich zu Sand zusammen. Verärgert richtete sich der Steingigant wieder auf, jetzt nur noch mit halbem Gesicht. "Warte, ich glaub ich habs!" Shayenne schloss die Kammer ihres Revolvers und zielte auf den Giganten. Sie feuerte eine blaue Kugel ab und traf den Golem genau in der Mitte seines Torsos. Kaum war die Kugel aufgeprallt, schon begann die Einschlagstelle sich mit Eis zu bedecken, dass sich blitzartig über den ganzen Körper verteilte und den Koloss einfror. Der Fuchs verschwand als Tiamat ihre Tücher wieder ablegte und gleichzeitig ihr Katana zog. Sie nahm Anlauf, sprang und durchschnitt den gefrorenen Golem horizontal in der Mitte. Als sie hinter ihm landete, sprang Olf auf, der sich zuvor hinter dem Golem aufgestellt hatte und zerteilte den Golem erneut, diesmal vertikal. Als er zwischen Duderstadt, der sich wieder aufgerichtet hatte, und Shayenne landete, zerviel der Golem in vier Eisblöcke.

Blieb nur noch einer. Und dieser eine schien einen Narren an mir gefressen zu haben. Er ließ nicht locker. Ich hatte zwar die Kraft, ihm standzuhalten, aber nicht, um ihn wegzudrücken. Kreisend holte er mit seinem anderen Arm aus. Mir blieb nichts übrig als all meine Kraft auf einmal zu sammeln und sie gegen seine Faust zu schmettern, um mich aus unserer Verkeilung zu lösen, bevor mich seine andere Faust zerquetscht hätte. Ich sah, wie sich die anderen hinter dem Golem aufstellten. "Hast du noch eine von diesen Schockfrostkugeln?" fragte Duderstadt. "Ich such ja, ich such ja." antwortete Shayenne hektisch, während wie in ihrem Beutel wühlte. Der Golem drängte mich mit Fausthieben immer weiter zurück, die ich nur mühsam mit meinem Schwert parieren konnte. Während ich mehr und mehr zurückgedrängt wurde, blickte ich für einen Sekundenbruchteil zu dem Mädchen, das die beiden beschworen hatte. Sie blickte mich und die anderen erwartungsvoll an. Was sollte das alles? War dieses Mädchen etwa ein Mitglied "des Auges"? Wenn ja, was wollte diese Leute von uns? Ein weiterer Hieb des Golems schrug meine Arme samt Schwert wo seit nach unten, dass ich sie nicht mehr anheben konnte, um den nächsten Hieb rechtzeitig abzufangen.

"BRENNE!"

Wie aufs Wort begann der Golem plötzlich zu brennen. Alle Köpfe wanderten herum. Zu unserem Erstaunen hatte Barnabas sich doch tatsächlich hervorgetraut und mit seiner Magie den Golem angezündet. Selbst überrascht, dass er zu soetwas fähig war, bestaunte Barnabas sein Werk. Schreiend taumelte der Koloss hin und her, schlug mit den Armen um sich und versuchte die Flammen mit Hieben gegen seinen eigenen Körper zum ersticken zu bringen, doch anstelle dessen trieben die Luftüge, die er beim ausholen produzierte die Flammen nur noch mehr an. Das Feuer schien immer heißer und heißer zu werden. Der Stein, aus dem der Golem bestand, wurde so heiß, dass er zu schmelzen begann. Das war meine Chance. Ich nahm Anlauf, sprang und schlug so feste zu wie ich nur konnte. Mein Schwert fuhr durch den Oberkörper des brennenden Steinmannes wie durch Butter, für einen Augenblick von den Funken geblendet, meinte ich sogar, die klinge hätte golden geleuchtet.

Keuchend richtete ich mich wieder auf. Das Mädchen, welches die Golems heraufbeschwört hatte, klatschte monoton. Wir alle sahen wie mit Irritation wie mit Verärgerung an. Sie hörte auf zu klatschen. "Mein Name ist Iris...Ich bitte euch um Verzeihung. Ich musste eure Fähigkeiten testen, um sicher zu gehen, dass ihr es seid..." Wovon sprach dieses Mädchen da bitte? Ihr? Testen? Olf hob eines seiner Schwerter an und richtete es in Iris' Richtung. "Test?! Das war ein Anschlag auf unser Leben du kleine Göre!" rief er verärgert. "Ich kann verstehen, dass ihr aufgebracht seid, aber die Situation ist ernst und erfordert drastische Maßnahmen. Ihr müsst mir vertrauen, wenn ich euch sage, dass ihr das richtige tut, wenn ihr mich zunächst erst einmal anhört." Sie wirbelte mit ihren Händen herum und eine Art holografisches Bild von von mehreren Legionen von Soldaten erschienen vor uns. "Die Armee von Cathyr befindet sich auf dem Weg nach Aor ... Ihr wart bereits in Aor, nicht? Sicherlich könnt ihr euch vorstellen, dass es ein gnadenloses Massaker geben wird, wenn sie dort eintreffen."

Ein Schnipsen hallte durch den Raum. Die Regimenter verschwanden und stattdessen erschien das Regierungsgebäude von Aor, aus dem wir ausgebrochen waren. Sie zeigte uns Benecus, den wir im Auftrag von Kura hätten töten sollen. "Das Auge glaubt, durch ihre Invasion etwas zu verhindern, was sich in der Geschichte dieses Kontinents schon einmal zugetragen hat, doch sie irren sich ... Aors Bewohner sind nur Bauernopfer der Ruinen, in denen sie hausen. Sie wissen nicht, welche Geschichte sich um ihre Säulen ranken." Erneut eine Veränderung in der Erscheinung vor uns, das Bild wandelte sich wie die Oberfläche eines Gewässers, das durch eine Erschütterung erbebte. Eine verlassene Tempelanlage. "Ich selbst weiß leider auch nicht viel über das, was in den unterirdischen Anlagen verborgen ist, aber wir müssen die Geheimnisse entschlüsseln, bevor die Armee in Aor einfällt, sonst werden tausende Unschuldige einen grausigen Tod sterben!" Erneut fiel ein Tropfen in da Bild. Ich hatte Probleme, mitzuhalten, während mir die Wucht der Golemschläge noch immer ein wenig in den Gliedern hing. Vor uns bildete sich eine Art Pavillion auf einer Lichtung, umgeben von ungezäumter Natur. "Im Westen gibt es eine Kultstätte des früheren aorianischen Volkes aus einer Zeit lange bevor das große Inferno diese Welt verwüstet hat. Wenn wir sie finden können, finden wir dort bestimmt das fehlende Teil dieses Rätsels ..."

Das Bild erlosch und gab den Blick wieder auf Iris frei, die uns wieder mit erwartungsvollem Blick ansah. "Äh...wie jetzt?" fragte der Zwerg verdutzt. Das Mädchen starrte uns weiter an, während wir versuchten, die Geschehnisse der letzten 5 Minuten zu verarbeiten und zu verstehen. "Du willst, das wir verhindern, dass "Das Auge" mit Cathyrs Truppen in Aor einfällt?" Shayenne machte einen Schritt nach vorne. Iris nickte. "So ist es." Das war zu abstrus, um wahr zu sein. "Wenn es Dem Auge gelingen sollte, Aor einzunehmen, wird es damit den Weg für etwas unvorstellbares Böses ebnen, was zwangsläufig die ganze Welt ins Verderben stürzen wird. Ich habe lange Zeit auf euch gewartet und nun endlich seit ihr da, Abenteurer. Ich bitte euch, ihr müsst die drohende Katastrophe verhindern."

Erneut herrschte Schweigen in der Halle. Duderstadt rieb sich den noch immer schmerzenden Kopf. "Ist das dein Ernst? Du willst, das wir einen Krieg in einer Stadt verhindern, aus der wir gerade erst rausgeschmissen wurden?" Weiterin der monotone Blick von Iris. Es schien fast, als ob sie durch uns durch sehen würde. Anstatt einer Antwort erhielten wir nur ein Nicken. Duderstadt hob die Arme und zuckte mit den Schultern. "Tzz..." Ich machte einen Schritt vorwärts. Alle Augen wanderten zu mir. "Und hast du auch irgendeinen Beweis für das, was du erzählst? Diese Erscheinungen hätten genausogut Trugbilder sein können. In Aor hat uns auch schon jemand weißgemacht, wir müssten einen Auftrag annehmen, nur um dann zu erfahren, dass wir eigentlich dem Feind geholfen haben!" Zum ersten Mal blinzelte Iris. Sie schaute mich an, als wäre dies die Antwort gewesen, die sie am wenigsten erwartet hätte. "Ich hätte keinen Grund zu lügen. Wenn Aor untergeht, wird dies zwangsläufig das Ende der Welt zur Folge haben. Und das Ende der Welt ist das, was ich mir am allerwenigsten wünsche."

Auch wenn ihre Worte für die meisten ehrlich klangen, die Tatsache, dass sie immer noch so monoton sprach, machte mich rasend. "Arthur, was sie gesagt hat, ist glaubwürdiger als das, was Kura uns aufgetischt hat. Diesmal scheinen wir auf ein wirkliches Quest gestoßen zu sein." versuchte Barnabas zu agrumentieren. "Ich bitte euch inständig, etwas zu tun. Wenn ich selbst in der Lage dazu wäre, würde ich es alleine tun, aber im Vergleich zum Auge bin ich machtlos. Deswegen bitte ich euch, tapfere Abenteurer...helft mir...helft Aor...helft der Welt..." Ich blickte überrascht auf. Zum ersten Mal schien sie wie ein Mensch zu reden und nicht wie eine Maschine. Auch ihr Blick war nicht mehr so monoton oder erwartungsvoll wie zuvor, sondern traurig, fast schon den Tränen nahe. Tiamat zupfte an meinem Ärmel. Ich wandte den Blick zu ihr um, sie schaute mich mit gutmütigem Gesicht an. Dann schaute ich wieder auf Iris. Ich biss mir ein wenig auf die Unterlippe. Diese ganze Sache stank gewaltig... aber trotzdem... wenn sie die Wahrheit sprach, würden viele Leben in großer Gefahr sein, genauso unsere. "Tz..."

Ich machte noch einen Schritt nach vorn. "Also gut." erwiderte ich ihr Bitte und damit auch stellvertretend Tiamats. "Ich...ich danke euch. Ich werde euch unterstützen, wie auch immer es mir möglich sein wird." sagte sie dankbar. Sie klang immer mehr wie ein normales Mädchen. "Unter einer Bedingung..." ergänzte ich. Mit leicht offenem Mund und fragenden Blick schaute mich Iris an. Genauso spürte ich die fragenden Blicke hinter mir. Ich fuhr herum.

"Diesmal machen wir es auf meine Weise. Ich will nicht noch so ein Fiasko wie in Aor erleben."

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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Saber am 22.11.2007 17:55.

22.11.2007 11:28
Lucki
Lucki is not lucky




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Gruppe 1: Barnabas



BUMM! BUMM! BUMM!
Ein zaghafter Gedanke begann sich in meinem Kopf zu formen, wurde aber jäh BUMM! durch BUMM! Lärm BUMM! unterbrochen.
BUMM! BUMM!
"Hey, Barney, pennst du noch? Wir haben im Hafen angelegt und gehen von Bord. Endstation!"
Ich schreckte aus dem Schlaf hoch. Jemand hämmerte von außen gegen die Tür meiner Koje. Koje? Was wie wo? Achja richtig, ich war immer noch in diesem BETA-Rollenspiel an Bord dieses Schiffes.
"ähh, ich komme gleich" rief ich nach draußen.
"Beeil dich, der Kapitän will weiterfahren" rief Duderstadt zurück.

Irgendwie komisch, dachte ich mir, in einem Spiel das man im Schlafen spielt zu schlafen. Ich war offenbar auch hier ein Langschläfer, denn ich wäre gerne noch ein paar Stunden länger liegen geblieben. Aufstehen war immer hart. Aber hilft ja nichts, wir sind jetzt wohl am Ziel und ich muss von Bord. Ich warf mir meine Kutte über und griff nach meinem Stab ... oh, der Stab ist wieder sichtbar? Und meine Hand auch? Ein kurzer Check bestätigte: Meine Kutte war sichtbar, und das darunter auch. Tja, schade eigentlich. Wäre sicher noch lustig gewesen länger als Unsichtbarer durch die Gegend zu schleichen. Wobei die Unsichtbarkeit nicht nur Vorteile hatte. Beim Abendessen gestern hätte man mich fast übersehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Vor einem leeren Stuhl bleibt leider auch das Teller leer. Erst nach lautem Räuspern und nachdem ich mit dem Besteck auf das Teller geklopft hatte gab man mir etwas zu Essen.

Draußen am Bootssteg warteten schon die anderen. Kaum war ich von Bord machte ein Matrose die Leinen los und das Schiff legte ab.
"Oh, du bist wieder sichtbar?" meinte Shayenne zu mir.
"Ja, der Effekt hält wohl nur ein paar Stunden" antwortete ich.
"Der Ort hier heißt übrigens Cathyr" klärte mich Duderstadt auf. "Die Stadt wird von irgendsoeinem zielichtigem Magierkult beherrscht, das hat zumindest der Kapitän gesagt. Wärst du mal eher aufgestanden dann hättest du selber hören können wie der Kapitän alles erklärt hat."

Am Ausgang des Hafens wurden wir bereits erwartet. Ein eigenartig gekleidetes Mädchen, das eher in den Kölner Karneval gepasst hätte als hierher, geleitete uns zu einer Lagerhalle. Sah eigentlich alles ganz harmlos aus, jedenfalls bis wir in der Halle drin standen und sie ein Pentagram in die Luft zeichnete. Zwei mächtige Golems tauchten förmlich aus dem Nichts aus und attackierten uns. Ach du Scheiße, nix wie weg. Ich machte einen taktischen Rückzug. Duderstadt hatte die Gelegenheit dazu leider verpennt und ging bereits nach dem ersten Hieb des Golems K.O.
Tiamat kam ihm in Fuchsgestalt zu Hilfe und lenkte den Golem ab. Mehr als Ablenken konnte sie ihn jedoch nicht.

Arthur parierte derweil die Schläge des zweiten Golems und hielt sich erstaunlich gut. Aber auch er würde das nicht durchhalten. Blitz! Ich werde den Golem mit meinen Blitzen erledigen. Der Blitz soll ihn treffen! Mir war als hörte ich einen Donnerschlag, aber es war kein Blitz zu sehen. Der Blitz soll ihn treffen! Wieder ein Donner, und diesmal hatte ich ein auch Lichtzucken im Augenwinkel vernommen, aber den Golem hatte kein Blitz getroffen. Verdammt, Blitz habe ich gesagt! Blitz! Wieder ein Donnerknall, aber anstatt vom Blitz getroffen zu werden hämmerte der Golem weiter auf Arthur ein. Es soll endlich einer von diesen scheiß Blitzen vom Himmel stürzen und diesen Golem verbrennen, dachte ich. Wieso funktioniert das heute nicht? Blitz! Ein Blitz soll ihn verbrennen! "BRENNE!" rief ich voller Wut, und wie durch ein Wunder ging der Golem in Flammen auf. Nanu?

Ich wagte mich aus meiner Deckung und sah zu wie Arthur den panisch um sich schlagenden Golem in seine geschmolzenen Einzelteile zerlegte. Den ersten Golem hatte inzwischen Olf mit Hilfe von Tiamat und Shayenne gevierteilt. Aus irgendeinem Grund war er offenbar zu einem Eisklumpen geworden. Puh, das ging ja noch mal gut ...

*klatsch* *klatsch* *klatsch*

Das Karneval-Mädel hatte auch noch die Unverfrorenheit uns gelangweilt zu applaudieren. Und dann kam sie mit "och, tut mir leid dass ich euch fast gekillt habe, war nur ein Test"-Blabla? Ich hätte sie zu gerne wissen lassen was ich davon halte, aber leider funktionierten ja meine Blitze nicht. Sollte ich ihr vielleicht stattdessen Feuer unter dem Arsch machen?

Aber dazu kam es nicht. Das Mädel hieß Iris, war ein Quest-NPC und erklärte uns dass wir wieder nach Aor zurückkehren sollen. Und sie meinte es wirklich ernst ...

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"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

Spoiler

Sokrates, 470 v.Chr. - 399 v.Chr.

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Lucki am 22.11.2007 21:36.

22.11.2007 18:16
Eleana
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Gruppe 1: Shayenne   



"Meine Lieben, das geht entschieden zu weit." Ich blockierte die Türe, sodass niemand mehr hindurch konnte. "Ich sehe beim besten Willen nicht ein, den ganzen Weg wieder zurückzulatschen. Nur weil irgendsoeine dahergelaufene Pute meint, uns wieder zurückschicken zu müssen. Und schon pariert ihr. Fühlt ihr euch nicht verarscht?"
Tiamat und Duderstadt wirkten überfragt.
"FÜHLT IHR EUCH NICHT VERARSCHT?" wiederholte ich in lautem Ton. "Ich tu es. Und wie. Oh ja." Ich schmiss meine Haare zurück. "Das habe ich auch, als du auf mich geschossen hast und allmählich gefiel es mir..." nahm Barnabas meine verschränkten Arme auseinander. Dann fing er selbst an mit "LOL".
Er fand es ebenso lächerlich wie ich. "Also Leute, an diesem Punkt verlasse ich eure Gruppe. Ich will nicht mehr. Mir macht es keinen Spaß mehr und ich lasse mich nicht verarschen. Erst sollen wir unser Leben in Sicherheit bringen und an den Fluss, dann sollen wir wieder zurück. Nein, ohne mich. Entweder wir bleiben hier oder ich war die längste Zeit in eurem Team. Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, aber MEINE Persönlichkeit wird dort draußen verlangt. Ich bin ein hohes Tier und so. Ich sehe es einfach nicht ein, dass ich meine Zeit weiterhin hier verschwende, während Luke mir von der Überholspur zuwinkt. Und außerdem ist das alles hier doch sowieso nur..."
Duderstadt klebte mir ein riesiges Pflaster auf den Mund. "So, wir können weiter!" sagte er und alle marschierten an mir vorbei.
Ich riss das Ding ab. "Ihr glaubt doch nicht ernsthaft, dass ihr ohne mich weiterkommt?" rief ich aggressiv. So wütend war ich schon lange nicht mehr. Ich zog meine Knarre, wählte die richtige Kugel und mit einem Schuss drehten sich alle zu mir um.

"Shayenne!" rief Tiamat. Ich brach zusammen und stand dann wieder auf. Es war nicht so, dass ich Schmerzen hatte, doch ich spürte die Kugel. Über meine Arme fuhren Linien. Ich streckte sie aus und die anderen kam zu mir gerannt. Ein rotes Kreuz malte sich auf meine Armbeuge und meine Adern wurden blau. "Meer... Fluss..." Tiamat fuhr mit ihrem Finger auf meiner Haut entlang. "Rotes Kreuz, hier sind wir..." Arthur rätselte mit.
Ich stand auf. "Wie ihr seht, bin ich die einzige mit Überblick. Und ich werde mich jetzt ausloggen. Tut mir leid, aber das ist doch die reinste Zeitverschwendung. Wieso sollten wir einen Krieg zwischen Computerfiguren verhindern? Habt ihr nichts Besseres zu tun? Ich habe mir hiervon Spaß erhofft, aber doch nicht sowas. Also, machts gut."
Ich kniff die Augen zu, krallte meine Hand an meinen Arm und wartete auf den Moment, in dem meine Locken mir wieder über die Schulter fallen würden. In denen die Möwen am Himmel aufhörten zu kreischen und die Luft nicht mehr so salzig war.
Doch er blieb aus.
"Es geht nicht."
Die Feststellung kam spät, tat umso stärker weh. "Es geht nicht, ich kann nicht. Hört zu, wir müssen am Leben bleiben. Das hat man uns gesagt. Wenn wir einen Krieg verhindern, kommen wir wieder in Gefahr. Dieses Spiel verarscht uns nach Strich und Faden!"
Tiamat stimmte mir zu. "Hätten wir Ski gesucht, wären wir in derselben Lage. Shayenne, hast du jemals ein Spiel gespielt?" fragte Arthur mich.
Was sollte die Frage?
"Natürlich!" Ich stemmte meine Hände in die Hüften. "In den 80ern war ich mal Tetris Königin in unserem Block. Alle hatten Respekt vor mir, sogar die Alten." Duderstadt haute sich auf den Kopf.
"Wenn du deine Figur in einem Spiel stehen lässt, wird sich auch nichts ändern. Man gewinnt auch kein Schachspiel, indem man dem Gegner das Brett unter den Füßen wegreisst", tadelte Arthur mich.
Seine Worte trafen mich tief. Ja, sie verletzten mich sogar. Behauptete er etwa, ich sei eine, die aufgibt? Ich hatte im Leben noch nie aufgegeben, immer gekämpft und ich war stolz auf das, was ich heute hatte. "Macht doch, was ihr wollt...." knurrte ich und streckte meine Arme aus, damit sie ihre Blicke auf meinen Körper richten konnten. Glitschige Flüssigkeit lief mir über den Busen. Ich holte aus und verpasste Olf eine Ohrfeige. "Das reicht!" Ich zog die Jacke wieder an. "Ich hoffe, ihr habt gesehen, was ihr sehen wolltet."
Olf grinste und rieb sich die Wange. "Mehr als nur das..."

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24.11.2007 16:49
Lucki
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Gruppe 1: Barnabas



"Nun, da geklärt ist dass ihr die Richtigen seid, folgt mir bitte. Es gibt noch Vorkehrungen die getroffen werden müssen. Ein Quartier wurde für euch vorbereitet." lies uns Iris wissen und verließ die Halle durch eine Seitentür.

Unser kleiner gruppeninterner Streit schien sie nicht zu interessieren. Shayenne zickte zwar rum, blockierte aber die falsche Tür. Iris ging durch eine andere Tür - und wir alle hinterher. Wenn diese Shayenne im echten Leben ebenso unberechenbar und zickig war wie hier, dann gute Nacht! Andererseits hatte sie auch teilweise recht. Wir waren schon ziemlich lang in diesem Spiel und hatten keine Ahnung wieviel Zeit draußen in der realen Welt vergangen ist. Es würde sicher nicht schaden wenn ich mal ausloggen könnte um meine Mailbox abzuhören und meine EMails zu checken. Aber ist doch egal, dachte ich mir, ich hatte mir diese Woche komplett frei gehalten und jetzt wo dieses Spiel anfängt interessant zu werden hatte ich wenig Interesse daran auszuloggen. Ich hätte eh nicht gewusst wie. Ich wusste eigentlich gar nichts. Dieses Spiel hätte eine Online-Hilfefunktion dringend nötig.

Wir verließen die Lagerhalle und fanden uns in einer schmalen Gasse wieder. "Hier entlang" sagte Iris und schritt voran. Unser Weg führte zunächst seitlich an der Hafengegend entlang und später bergauf, in das Zentrum der Stadt hinein. An der Biegung blickte ich mich noch einmal um und sah aufgeregtes Treiben im Hafen. So hektisch waren die Menschen dort vorhin als wir ankamen nicht gewesen. Einige rannten mit Wassereimern und riefen irgendwas, das der Wind nur bruchstückweise bis zu mir trug. Ich lauschte und verstand die Worte: "Feuer", "Eimer", "Lagerhalle" und "Dachstuhl". Ich lief ein paar Schritte zurück um besser sehen zu können wohin die Wassereimer geschleppt wurden.

Ein Ausdruck der Überraschung gepaart mit einem Unterton des Bedauerns kam über meine Lippen: "Öha!" shock

Die von mir im Kampf gegen die Golems beschworenen Blitze hatten also doch eingeschlagen, und ich wusste jetzt auch wo. Der Dachstuhl der Lagerhalle stand in Flammen. Das Donnergrollen vorhin war also keine Einbildung gewesen.

"Hey Barney, hier entlang" rief Olf mir zu und winkte mich in die aufwärts führende Häusergasse. "Was treibst du eigentlich da unten noch?"
"Nichts nichts, ich wollte nur nochmal das Meer betrachten" entgegnete ich hastig.
"Das kannst du von da oben sicher besser sehen. Mach dass du weiterkommst, Iris wartet ganz bestimmt nicht auf dich" meinte Olf.

Iris war bereits ein gutes Stück voraus. Warten war wirklich nicht ihr Ding. Aber scheinbar hatte weder Iris noch der Rest der Gruppe etwas von der brennenden Lagerhalle bemerkt. Ich beschloß davon ebenfalls nichts zu wissen, sollte mich jemand fragen. Außerdem würde ich in Zukunft darauf achten meine Blitze nur im Freien zu benutzen. Die Physik-Engine in diesem Spiel war echt verdammt realistisch ...


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Der Tag in Cathyr verlief abgesehen von einem lebensbedrohlichen Kampf gegen Golems und einem Großbrand in der Hafengegend recht ereignislos. Iris hatte uns zu einer ziemlich heruntergekommenen Bruchbude geführt, die Tür geöffnet und "tretet ein" gesagt. Das war also unser Quartier. Sie selbst war nicht hiergeblieben, sondern hatte uns mit der Aussage dass sie "zu gegebener Zeit" wieder hier sein werde verlassen.

Die Bruchbude war innen so, wie man sie von außen befürchtet hatte. Hinter der Tür führte eine schmale Holztreppe in den ersten Stock, wo es nur zwei Zimmer gab: Ein Aufenthaltsraum mit einem Tisch und ein paar Stühlen, daneben ein Gemeinschaftsschlafraum mit Stockbetten. Na toll, das ist ja wie auf einer schlechten Selbstversorger-Berghütte irgendwo im Tiroler Hinterland. Nur leider noch eine Ecke schäbiger und schmutziger.

Verständlich dass sich niemand aus unserer Gruppe länger als unbedingt nötig in dieser Bruchbude aufhalten wollte. Es hatte offensichtlich auch niemand Lust darauf zu warten dass diese Karnevals-Tussi "zu gegebener Zeit" wieder zurückkehren würde. Die Mädels beschlossen Shoppen zu gehen, Doderstadt wollte noch Nähzeugs besorgen, Olf wurde offensichtlich von Hunger getrieben und Arthur murmelte irgendwas von Pferden als er das Haus verließ.

Und ich? Ich blieb zurück. Das war die Gelegenheit auf die ich schon lange gewartet hatte. Endlich konnte ich allein und in Ruhe meinen Schatz begutachten. Endlich, nachdem mich zuletzt meine eigene Unsichtbarkeit daran gehindert hatte. Ich ging in den Aufenthaltsraum und zog aus meiner Kutte das Buch hervor, welches ich in der Bücherei in Aor hatte mitgehen lassen. Es war ein sehr altes, ledergebundenes Buch mit dem bereits etwas verblassten Titel:

Spoiler


Tome
Of
Ultimate
Wisdom
And
Power





Harhar, ich rieb mir die Hände. Ich hatte den Fürsten von Aor seiner Quelle der Macht und des Wissens beraubt. Ich würde bald mit Fug und Recht behaupten können die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben. Wissen ist Macht, heißt es ja so schön, und ich hielt hier beides in Händen!

Bisher hatte ich nicht gewagt das Buch zu öffnen, so etwas erforderte den richtigen Moment. Der war nun gekommen. Mit zittrigen Fingern schlug ich die erste Seite des Buches auf. Sie war unbeschriftet. Die erste Seite eines Buches leer zu lassen war auch heute noch völlig üblich, nennt man glaube ich Deckblatt oder Schmutzseite. Ich blätterte weiter, die zweite Seite war auch leer. Die dritte Seite ebenfalls. Hat dieses Buch denn keine Widmung, kein Vorwort? Ich blätterte weiter auf der Suche nach einem Inhaltsverzeichnis. Nichts! Die Seiten waren leer! Ich schlug das Buch in der Mitte auf! Leer! Hinten, leer! Vorne, leer! Nochmal in der Mitte, leer! Leer?!?

Ich blätterte wie einst der vor Wut tobende Kater im Zwischentrailer von Tom&Jerry in dem Buch vor und zurück, die Seiten flogen nur so hin und her. Das verdammte Buch war leer! Es war einfach LEER!

"FUUUUCK!" schrie ich und schlug mit der Faust auf das Buch.

Das verdammte Buch war leer und ich hatte es die ganze Zeit mitgeschleppt? Ein nutzloses, unbeschriftetes Buch? Das darf nicht wahr sein! Stöhnend vergrub ich das Gesicht in meinen Händen. So ein Scheiß! Es wäre ja auch zu schön um wahr zu sein. Doch als ich wieder zwischen meinen Fingern hindurch blinzelte, stand in dem Buch plötzlich etwas geschrieben. Auf der aufgeschlagenen Seite stand in großen, deutlich lesbaren Lettern:

Spoiler

FUUUUCK!

Häh? Will mich das Buch jetzt verarschen oder was? Wie kommt das Wort da hin? Ich war mir sicher die Seite war gerade eben noch leer gewesen. Probeweise blätterte ich ein paar Seiten vor und zurück. Die anderen Seiten waren leer, wie gehabt. Nur die eine Seite war beschriftet. Ich fuhr mit den Fingern über die neu aufgetauchten Buchstaben. Nichts zu spüren. Voll die Verarschung, dachte ich mir.

Spoiler

Voll die Verarschung.
stand es in dem Buch geschrieben.

Häh, was soll der Scheiß?

Spoiler

Häh, was soll der Scheiß?
erschien auf der Seite.

Achso, jetzt verstand ich: Man musste nur an etwas denken während man den Finger über die Seiten bewegte, dann wurde der Gedanke als Text niedergeschrieben.

Spoiler

Man muss nur an etwas denken während man den Finger über die Seiten bewegt, dann wird der Gedanke als Text niedergeschrieben.

Geil, das funktioniert ja wirklich! Wow!

Mit einem seltsamen Gefühlsmix aus Enttäuschung und Begeisterung schlug ich das Buch nach ein paar weiteren Tests wieder zu und verstaute es in meiner Innentasche. Es war nicht gerade das was ich erhofft hatte, aber richtig vermarktet könnte diese Technologie die altbekannte Computertastatur für immer ablösen. Und natürlich eine Menge Geld einbringen. Wissen und Macht könnte ich mir von dem vielen Geld später immer noch kaufen.

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"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

Spoiler

Sokrates, 470 v.Chr. - 399 v.Chr.

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24.11.2007 21:09
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Unsere Bleibe erwies sich als heruntergekommene Bude, die den Keller der Diebe nur darin übertrumpfte, dass die Kerzenhalter über den schäbigen Rest hinwegtäuschen sollten. Und wir hatten Stockbetten. So etwas hatte ich nicht mehr gesehen, seit ich zehn Jahre alt war und ich begann, Rampant World für all diese nostalgischen Momente zu schätzen. Das Kampfsystem war scheiße, die Wanderei auch, aber es gab Stockbetten. Juchee!
"Also, mir macht das Wandern nicht aus", gab ich zu. "Aber wandern, einen Übernachtungsplatz suchen und gegenseitige Erzählungen, wie toll draußen alles ist, beginnt mich langsam auch zu langweilen." Ich gähnte und war froh, dass diese Iris ihren Polygonpo nach draußen bewegte hatte, denn mit ihrem furchtbar monotonen Gerede machte sie mich müde. Müde! Dabei gab es hier doch soviel zu entdecken. Zum Beispiel die Brotkrümel, die ganz offensichtlich auf dem Nachttischschrank verteilt waren. Was hatten die Macher damit bezweckt? Eine heiße Fährte? Ein Nachtsnack? Wurfgeschosse?
Man wusste es nicht, würde es wohl auch nie erfahren. Ich streckte mich. Die anderen schliefen friedlich vor sich hin. Ich saß hier oben auf meinem Stockbett und schwang die Nadel den Bettbezug. Olf saberte beim Schlafen derart, dass sich ein Faden von seinem Mund über die Bettkante nach unten seinen Weg bahnte und Arthur über den Fuß, der unter der Bettdecke hervorschaute, lief. Das war so aufregend, dass ich diesen Moment am liebsten festgehalten hätte. Vor Aufregung biss ich in die Bettdecke.
"Kannst du mal das Licht ausmachen?" drehte Barnabas, der gegenüber oben lag, sich zu mir um. Selbst im Bett trug er seine Kapuze. Als ob man ihm etwas wegschauen würde. Wahrscheinlich trug er irgendwelche geheimnisvollen Male auf seiner Glatze, die zu einem späteren Zeitpunkt noch von Bedeutung werden würden. Wow. "nö, sonst sehe ich nichts mehr" keifte ich nach drüben und schleuderte ihm mein Kissen ins Gesicht. "Du bist wohl auch am Dauernähen, was?" grummelte er und stieg aus dem Bett.
"Selbst hier macht der Harndrang keinen Halt..." verließ er das Zimmer. Seit ich hier war, hatte ich das merkwürdige Talent des Nähens für mich entdeckt. Altes Hausfrauenhobby, aber es machte zu großen Spaß. Meine Fingerfertigkeit war so beachtlich, dass real manche Frau etwas davon gehabt hätte. Real? Hmmmm... Mein Blick fiel auf Tiamat. Ich grinste.
Barnabas kam zurück. "Gibt es hier Toiletten?" fragte ich erstaunt. "Nein, ich habe... naja, da war eben ein offenes Fenster."
"Achso", zog ich gelangweilt die Nadel durch die Decke. "Was wolltest du schon immer mal machen in einem Online Game?" fragte er mich. Keine Frage, das wusste ich. Eigentlich hatte ich nur darauf gewartet, so etwas endlich mal gefragt zu werden. Denn diese Szene hatte ich fest im Konzept. "Ich will eine Szene mit einem brennenden Kloster erleben. Und ich stehe auf einem Turm und schlage die Glocken, während die Mönche flüchten." Ich musterte Barney. "Eigentlich... könnte ich dich mit in die Szene einbauen. Auf Wunsch auch als Kokelmännchen."
"Tz..." sagte er und legte sich wieder hin. "Könnt ihr nicht schlafen, wie jeder andere Mensch auch?"
Shayenne nahm die Gurkenscheiben oder was auch immer sie sich von Ines geben ließ ab. "Soll ich Ines wecken, damit sie dir neue Früchte bringen kann?" fragte ich.
"Iris..." sagte Shayenne.
"Dudi erzählt mir grade von seinen Glocken und..."
Shayenne rollte mit den Augen. "Habt ihr eigentlich nichts Besseres zu tun?" Sie drehte sich wieder um und auch Barney legte sich hin. Ich summte leise vor mich hin und schwang den Faden kunstvoll durch die Decke. Wie Arthur reagieren würde, wenn ich ihm gleich zu Morgengrauen Lore ins Gesicht setzte? Oh, welch Spaß, das sollte ich machen.
...
Allmählich wurde es hell draußen. Mit einer finalen Handbewegung durchbohrte der Faden das Karomuster der hellblauen Decke. Mein Kunstwerk, was hatte ich mich verkünstelt. Stolz klopfte ich mir auf die Schulter und warf die Decke aus dem Bett. Sie waberte am Boden, streckte alle vier Endzipfel von sich und bewegte sich. "Ooops..." entfuhr es mir. Ich ging in Deckung und hörte das morsche Holz des Bodens knacken. Arthur schreckte auf: "Was geht hier vor?" Automatisch zog er sein Schwert und richtete es auf die Decke. Plötzlich schoss sie nach oben und das Schwert wurde ihm aus der Hand geschlagen. Vor uns stand....

Rosinante, mein nigelnagelneuer Jeep!

Alle zuckten nach oben, als der Motor aufheulte. "Mir war langweilig..." zuckte ich mit den Schultern. Ines steuerte mit mechanischen Bewegungen in den Raum. Der Boden knackste erneut. "Wenn du nicht sofort das Ding hier rauskriegst, bricht der Boden ein!" schrie Shayenne mich an und setzte sich sofort auf das Fenstersims.
"Graaaaah!" Olf schlug mit beiden Händen gegen Rosinante, die nach vorne sprang und gegen die Wand knallte. "Wer beschleunigt da überhaupt?" rief Tiamat und warf einen Blick nach hinten, wo das Gaspedal voll durchgepresst war. Rosinante presste gegen die Wand und wenige Sekunden später krachte das stolze Gefährt durch die Steine hindurch. Automatisch stürzten wir zu der Einbruchstelle und sahen nach unten.
"Aus!" rief ich und der Motor ging aus. Wie praktisch!

"Das macht 1200 Gil Abzug..." drehte sich Ines um und latschte monoton nach draußen.

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25.11.2007 04:37
Pen²
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Zitat



"Diese alten Steinkreise dienten den früheren Aorianern als Fortbewegungsmittel.", erzählt Iris, wenn Gruppe 1 den Pavillion erreicht. "Wir müssen den Mechanismus aktivieren, dann können wir direkt in den Tempel von Aor teleportieren Und haben genügend Zeit, um die Rätsel dieser Ruinen zu lüften, bevor die cathyrische Armee anrückt."
Sie bemerkt die Skepsis der Gruppe, ob es gut wäre, noch einmal nach Aor zurückzukehren.
"Vertraut mir! Die Tempelanlage ist seit Ewigkeiten versiegelt. Niemand wird überhaupt bemerken, dass wir dort sind."
Sie weist die Gruppe an, einige Runen an den Säulen zu berühren.
Schließlich erscheint ein schimmerndes, warmes Licht in der Mitte des Pavillions.
"Folgt mir, bitte!", sagt Iris und berührt die Lichtkugel, woraufhin sie sich in tausende leuchtender Partikel auflöst, die langsam entschwinden.




Im Inneren des aorianischen Tempels folgt ihr einem Gang, der euch in einen breiten Saal führt, an dessen Ende einige merkwürdige Statuen stehen. Es liegen seltsame Spannungen in der Luft, die euch unheimlich erscheinen.
Iris erklärt, dass sie einen schwierigen Zauber wirken möchte, um mit den Geistern Kontakt aufnehmen zu können und meint, dass sie dabei die Hilfe der Gruppe benötigt. Sie zeichnet ein regelmäßiges Fünfeck auf den Boden, streut hier und da etwas Pulver aus einem merkwürdigen Beutel aus und sagt dann, dass sich zu gegebener Zeit in jede Ecke eine Person stellen muss.
"Ich werde noch einige Stunden zum Vorbereiten brauchen. Solange könnt ihr euch noch ausruhen. Ich sage euch Bescheid, wenn ich fertig bin."
Sie zögert noch einen Moment, bevor sie hinzufügt: "Aber bleibt in der Nähe! Ich weiß nicht, welche Gefahren in diesen alten Tempelanlagen lauern können!"

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26.11.2007 17:47
monty
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Gruppe 1: Olf   



"Etwa schwul?" fragte ich spaßeshalber. Tiamat lief daraufhin rot an, und rechtfertigte sich. War also doch ein Kerl. Hatte ich bisher gar nicht mitbekommen. Vielleicht war Arthur ja dann auch doch eine Frau und verhielt sich deswegen so mimosenhaft. Meine Gedanken wanderten ganz automatisch zum Thema Cybersex auf Rampant World Niveau. Aber bevor ich mich weiter darin vertiefen konnte, kam die Schiffsköchin zur Sprache, die angeblich die Küche nie verließ. Meine Gedanken schweiften um zur Slurmfabrik und ich schob mein restliches Essen lieber von mir. Olf konnte eine kleine Diät sowieso nicht schaden, immerhin musste ich mit seinem fetten Körper leben. Und wir wussten nichtmal, wie lange noch.
Kaum hatte ich das gedacht jammerte Art wieder wegen Ski rum.
"Ja, schon, aber vergisst du da nicht, dass sie auch ein Spieler ist? Was ist, wenn sie stirbt?" Ich ging davon aus, dass sie dann tot wäre. Und aus meiner Sicht war das immer noch besser, als wenn es mich erwischt hätte. Klar wäre es ein kleiner Schock, immerhin war sie bei uns im Team gewesen, aber so lange, dass ich danach ewig um sie trauern müsste, hatten wir uns ja sowieso noch nicht gekannt.

[...]

Der Kampf gegen die Golems hatte mal wieder ein bisschen Schwung in die lahme Gruppe gebracht. Und uns außerdem mal wieder vor Augen geführt, dass NPCs, die sich freiwillig mit uns abgaben eine potentielle Gefahrenquelle für uns darstellten. Hinzu kam noch die Erkenntnis, dass Barney irgendwelche Feuerzauber beherrschte. Ich sollte mich also mit meiner Nase etwas zurückhalten, auch wenn er mir die meiste Zeit enorm auf den Geist ging.
"Mein Name ist Iris...Ich bitte euch um Verzeihung. Ich musste eure Fähigkeiten testen, um sicher zu gehen, dass ihr es seid..."
"Test?! Das war ein Anschlag auf unser Leben du kleine Göre!" keifte ich. Moment, weswegen wollte sie uns testen? War das jetzt so ne abgefahrene Matrixsache mit uns als Auserwählten?
Die kleine entpuppte sich als Minibeamer und strahlte uns ein hübsches Bild in den Raum. Mit viel blah blah erklärte sie uns die aktuelle Rampant World politische Lage. Anscheinend gab es irgendein Auge (die Programmierer hatte wohl zuviel HdR gelesen) und Unschuldige würden gar schröckliche Tode sterben. Na und? Das waren doch nichts als Daten. Warum sollten wir uns da einmischen, unser Leben riskieren, wo wir noch nichtmal in diese Welt gehörten? Blah blah blah nach Westen. "Äh...wie jetzt?" da waren wir doch eben erst hergekommen.
Hmm. Ok, der Punkt, dass die ganze Welt ins Verderben stürzen würde ohne unsere Hilfe war wohl doch ein Grund, dass wir uns nicht einfach zurückhalten konnten. Vorausgesetzt Iris sagte überhaupt die Wahrheit.
"Arthur, was sie gesagt hat, ist glaubwürdiger als das, was Kura uns aufgetischt hat. Diesmal scheinen wir auf ein wirkliches Quest gestoßen zu sein." Ahja. Und wenn wir wieder rauswaren aus dem Spiel, dann würde Barne wohl ein Buch über die Psyche künstlicher Intelligenzen schreiben.
Auf einmal reagierte Iris etwas menschlicher und schien weniger Programm zu sein. Ich schielte verstohlen nach oben. Nicht, dass ich dachte, da wirklich etwas sehen zu können, aber das Timing passte so gut, als hätte das Spiel meine Gedanken auf der Stelle verarbeitet.

Arthur gab wiedermal den Anführer. "Diesmal machen wir es auf meine Weise. Ich will nicht noch so ein Fiasko wie in Aor erleben." Schon gut, wir sind alle unterbelichtet und unkoordiniert, und du bist der perfekte Chef Dass er Iris helfen wollte war sowieso klar. Er war ja von Anfang an dagegen gewesen, überhaupt erst nach Cathyr zu fahren. Depp, der.
Augenscheinlich war aber nur Shayenne gegen Arts Pläne.
"FÜHLT IHR EUCH NICHT VERARSCHT?" Die Antwort darauf war einfach. Ich hatte mir schon genug Gedanken zum manipulativen Verhalten des Spiels gemacht. Aber ändern konnten wir das nunmal nicht. Da waren wir auf Hilfe von Außen angewiesen, die uns die rote Pille vorbeibringen mussten.
Bevor ein handfester Streit aus Shayennes Erkenntnis werden konnte, hatte Dudi ihr ein Pflaster über den Mund geklebt. Effektive Methode, sollte man sich merken, aber ohne gefesselte Hände hielt die Wirkung nicht lange an. Außerdem wurde sie kurz darauf gleich wieder zur Karte umfunktioniert. Shayenne wurde vollkommen hysterisch, kniff sich in den Arm, und brüllte weiter rum. Als ob uns das irgendwie weiterhelfen würde. Es sei denn natürlich, das Spiel war Geräuschempfindlich.
Ich schaute mir die Karte etwas genauer an. Das heißt, von der Karte selbst bekam ich eigentlich weniger mit. Shayennes Körper war einfach viel interessanter. Zum Glück war sie ein wenig in die Knie gegangen. Damit hatte ich den perfekten Blick in ihren Ausschnitt. Die Peepshow wurde leider aufgrund meiner Nase abrupt abgebrochen. Naja, ich hatte genug gesehen. Mehr als genug. Shayenne klatschte mir eine, ich grinste sie an. Definitiv eine Frau. Und temperamentvoll. Durchsetzen konnte sie sich trotzdem nicht, und die Gruppe verlassen wollte sie dann wohl doch nicht.

Iris führte uns zu einer schäbigen Bruchbude, in der wir auf sie warten sollten. Das Warten wäre sicherlich recht angenehm, Schließlich hatten wir alle uns dermaßen viel zu sagen. Und wenn uns der Gesprächsstoff doch ausgehen sollte, hatten wir ja massenhaft Bücher, Filme und Videospiele um uns abzulenken. Videospiele in einem Computerspiel? Ok, die Gedanken wurden nun doch zu abstrus. Bevor ich in der lausigen Hütte vor mich hingammelte tat ich es den Anderen gleich, vergaß Iris' Ankündigung, dass sie zu gegebener Zeit wieder hier sei, und machte mich auf die Suche nach Essbarem. Zu gegebener Zeit war sowieso so unpräzise, da konnte man gar nicht verspätet zurücksein.
Cathyr war eine ganz nette Stadt, aber nicht sonderlich Touristentauglich. Das einzig spannende, das ich entdecken konnte, war eine lange Menschenkette, die Wassereimer um Wassereimer weiterreichte. Die sollten mal vernünftige Wasserleitungen für die Feuerwehr legen. Der Geruch von verbranntem Holz ließ meinen Magen knurren. Ich lief weiter ziellos durch die Gegend, immer auf der Suche nach einem Markt, einem Wirtshaus, oder irgendeinem Lebensmittelgeschäft. Die Frage, die mich dabei auch sehr beschäftigte war: "wie komme ich an Geld".

Wie es der Zufall so wollte, traf ich in einer dämmrigen Nebengasse auf einen netten Herrn, der irrsinnig gepflegt aussah und wahnsinnig vertrauenserweckend schien. Er stellte sich als Squid vor, und fragte, ob ich an einem kleinen Job interessiert sei. Das Geld bekam ich sogar im Vorraus, und die Aufgabe war auch nicht grade schwer. Für mich jedenfalls nicht. Ich war zwar fett, aber dennoch klein, und im Gegensatz zu ihm fiel mir ein Einbruch schon leichter. Ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht, als ich ihm von innen die Tür öffnete, um mich gleich darauf zu verabschieden. Wen immer er da beklauen mochte, es war nichts weiter, als ein Haufen Einsen und Nullen. Da ich selbst das Spiel irgendwann verlassen würde, standen die Chancen noch geringer, den Eigentümer des Hauses jemals zu treffen. Und sollte ich das Spiel nicht mehr verlassen können, wäre mein Tod sowieso nur eine Frage der Zeit. Im Moment stand der Hunger einfach im Vordergrund.
Nach einem ausgiebigen Mahl in einem heruntergekommenen Gasthaus ging ich in unsere Bruchbude zurück. Nach nur wenigen Stunden Fußmarsch fand ich sie sogar wieder.

Als ich im Schlafraum angekommen war, war ich so kaputt, dass ich mich nichtmal über den gemischten Schlafraum freuen konnte, kletterte auf ein leeres Bett, hoffte, dass es Nachts nicht zusammenbrechen und Arthur unter sich begraben würde, und schlief ein.

Nach einem merkwürdigen Traum von einer kleinen, dicken, bärtigen und bewaffneten Frau schreckte ich hoch. Irgendetwas schepperte, dann folgte lautes Knarren. Dann heulte ein Motor auf. Ich glotzte verwirrt auf den Jeep, der mitten im Raum stand, und realisierte, dass dieser kein Traumprodukt war. Wohl auch kein Bug. Dudi hatte einfach wieder Langeweile gehabt.
Einen kurzen Moment lang war bis auf den Jeep alles im Raum still. Dann betrat Iris den Raum, Shayenne wurde wieder hysterisch, ich war mittlerweile auf dem Boden angekommen, und gab dem Jeep einen Schubs. Ich hatte nämlich keine Lust auf Blues Brothers Art durch den Boden zu brechen.
"Wer beschleunigt da überhaupt?" brüllte Tiamat mit weit aufgerissenen Augen. Gute Frage, aber eigentlich unnötig. In Rampant World passierte doch sowieso nur komisches Zeug, da war ein KITT für Arme auch keine große Ausnahme mehr.
Die Karre schaffte es nach einer Weile tatsächlich, durch die Wand zu brechen. Bruchbude war gar kein Ausdruck für dieses morsche Zimmer. Natürlich versammelten wir uns dann gleich zum Gaffen am Loch. KITT lag auf der Seite, die Räder drehten durch. Ich fragte mich, ob Dudi Nachfüllbenzin auch erst nähen musste, oder ob der Jeep magisch genug war, immer vollgetankt zu sein. Gut erzogen war der Wagen jedenfalls. Besser als mancher Hund, den man so kannte. Auf Dudis Befehl hin, schaltete er sofort seinen Motor aus.

"Das macht 1200 Gil Abzug..." meinte Iris so monoton wie am Vortag schon. Wo war nur ihre Menschlichkeit geblieben?

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26.11.2007 18:04
Misato
Kuros lesbische Onee-sama




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Gruppe 2: Gavin   



Happy Hour

Irgendwie war der abend überhaupt nicht so entspannt gelaufen, wie das doch erst geklungen hatte. Eris dürfte ich eigentlich für die restliche Spieldauer nicht unter die Augen treten und hier war ein Punkt erreicht, an dem ich mir wirklich grade einen Pauseknopf wünschte. An die lebensbedrohlichen Situationen konnte ich mich sicherlich noch irgendwie gewöhnen, aber dem Verfall meiner sozialen Kompetenzen durch peinliche Situation mit Penisbonus in einem Logenplatz beizuwohnen war eindeutig zu viel. Dennoch war ich froh, dass ich dem Stein hatte ausweichen können. Ich packte mich wieder in meine Klamotten und meine grad gewaschene Haut nahm den verwegenen Geruch von Männerschweiß direkt wieder auf. Ein letzter Blick auf die schicken Tattoos und dann ließ ich die Hosenträger überm Hemd einmal schnalzen und ging runter zur Bar - irgendwas alkoholisches musste jetzt sein.
Die komischen fremden Ritter saßen an der Theke und lachten vor sich hin, ich bestellte mir ein Bier bei Arnika, die mir dazu mit einem amüsierten Lächeln eine knapp viertel volle Flasche Whiskey aufdrückte.
"Das Schauspiel war grandios. Mein Vater hätte dich sicherlich mit einer Heugabel aus dem Haus gejagt, aber ich fand's köstlich und es ist niemand zu Schaden gekommen. Endlich mal wieder etwas Aufregung hier."
Ich brummelte irgendwas zurück und verzog mich an den dunkelsten Tisch in der Ecke. Dort stellte ich das Pinchen ab und füllte es direkt.
"Zum ersten - auf die geniale Idee einem Betatest für ein bewusstseinsmanipulierendes Computersystem bewohnen zu wollen, Lizzie." Ich kippte den Glasinhalt runter, spürte ein feines Brennen im Hals und füllte direkt nach.
"Zum zweiten - auf die gut durchdachte Strategie einen männlichen Avatar auszuwählen, Ms Swann. Und zum dritten, ganz speziell für dich Elizabeth, auf die dahinschmelzende Menschenkenntnis und die Gabe im richtigen Augenblick saudumme Dinge zu tun." Daraufhin gönnte ich mir einen großen Schluck Bier und starrte einige Minuten in die Kerze vor mir.

"Keine Sorge, die wird sich sicher schon wieder beruhigen." Eine Hand klopfte mir auf die Schulte und ich blickte in Nikas Gesicht. "Ich mein, wer versteht schon die Frauen…"
Ich wollte hysterisch auflachen. Oh, wenn du wüsstest, Goldilocks. An meinem schlafenden Körper befinden sich auch Brüste und meine DNS kommt ohne hauseigenes Y-Chromosom daher. Ich verstehe die Frauen, nur mich selbst grad nicht mehr.
Statt die Klappe aufzureißen bestellte ich aber noch ein Bier und ein zweites Glas, damit ich Nika zu einem ordentlichen Schuß einladen konnte.
"Frauen, Männer, Menschen. Sind doch alle schwer zu verstehen und manche zicken mehr rum als andere und einige sind sehr still, während ein paar viel zu viel reden. Und dann auch nur Unsinn. So wie ich jetzt grade oder Elektra allgemein."
Arnika brachte die Bestellung und klopfte mir auch noch mal auf die Schulter, was eine beliebte Geste des Trostes. Wir stießen mit dem Bier an und ich schenkte ihr sofort einen Whisky ein.
"Hey, wir beide kommen doch prima miteinander aus. Gut, dein Atombusen beeinträchtigt manchen Mann vielleicht im Umgang mit dir, aber deine Waffenfertigkeiten haben mich und meinen geretteten Arsch überzeugt. Wir verstehen uns, im Kampf sogar schon fast blind, ich kann mich auf deine ruhige Hand verlassen, ist doch super. Also, auf die gute Zusammenarbeit!"
Sie nippte zögernd am Glas und leerte es dann doch in einem Zug, darauf schüttelte sie sich.
"Uäääh, wurde das Fass mit alten Socken ausgeputzt? Ist ja grauenhaft."
"Auf bunte Cocktails musst du wohl verzichten."
"Cocktails? Was? Warum? Achso, verstehe, Mädchengetränk, alles klar, ha."
Eigentlich wollte ich grad mal alles loswerden, dass ich selbst nur so ein Mädchen war (wenn auch ein dreißigjähriges mit etwas Lebenserfahrung) und es mir stank dauernd in eine Führungsrolle gedrängt zu werden, die ich dank meines beschränkten Wissens von Rampant World kaum ausfüllen konnte. Ich war genau so ein n00b wie die anderen hier, abgesehen von Carla, die aber auch mit ihrem Latein am Ende war. Aber das hier zu offenbaren, würde wahrscheinlich eine Menge kaputt machen. Es war besser einen coolen (ach was, heißen) Typen zu geben und eine gewisse Illusion aufrecht zu erhalten. Wer weiß, vielleicht war Dark ja ein Buchhalter und Seamon sang nur im Kirchenchor. Ganz eventuell war Elektra im wirklichen Leben ja sogar geistig gesund. Aber all das brachte uns hier nicht weiter, also stieß ich lieber noch mal kräftig mit dem prallen Pistolenweib vor mir an und wir rühmten uns lieber mit dem Kampf gegen die Wölfe und Rialna. Den Verlust des Magiers übergingen wir und lachten am Ende sogar über die Badepisode. Arnika gesellte sich auch kurzzeitig dazu, bis sie aber mit einem riesigen Grinsen meinte, dass die Theke geschlossen wird, weil ihr Bett sonst kalt würde. Seamon musste für unsere Zeche ja noch ordentlich ranklotzen.
"Wenn Seamon jetzt wirklich Sex mit ihr hat, glaubst du, sein Körper im Labor hat dann einen feuchten Traum?"
Ich spuckte den letzten Schluck Bier über den Tisch, aber Nika hatte so was vermutet und wich aus.
"Wie kommst du bitte jetzt darauf?"
"Ich mein ja nur, ich fühle mich jetzt auch grad ordentlich beschwipst, die Schuhe haben mir schon Blasen beim marschieren verursacht und Hunger hatte ich auch schon. Ich frage mich einfach, ob sich hier alles real anfühlt."
"Du solltest mehr trinken, du denkst zu viel." Ich setzte die Whiskyflasche an und trank den Rest aus. Jetzt würde ich mich sicherlich die ganze Nacht fragen, wie lange es dauern würde, bis die Pornobranche die Technologie nutzen würde und ob Demolition Man doch visionär gewesen war.

Swamp Thing

Dark schnarchte in seinem Bett lautstark vor sich hin, was mich glücklicherweise nicht zu lange selbst von etwas Schlaf abhielte. Ich krabbelte in den schicken roten Boxershorts unter die Decke und war im Nu im Traumland. Ein Traum im Traum, höchst bizarre Situation. Beim Aufwachen erinnerte ich mich leider nicht mehr an Details, aber neben einer vierzig Meter langen Wasserschlange, David Hasselhoff und einer Gerölllawine kamen mir noch monströse Vampirwölfe in den Sinn. Durfte das überhaupt sein? Sollte der Schlaf nicht nur meine Kraftreserven auftanken? Darks Bett war gemacht und von ihm fehlte jede Spur. Ich sparte mir große Worte und sagte den anderen, dass wir nicht auf ihn warten müssten. Seine Entscheidung stieß dabei auf Verständnis. Selbiges wehte mir von Eris jedenfalls nicht entgegen. Da hatte ich mich entschuldigen wollen, für einen wirklich harmlosen Patzer aus dem ich einfach nicht wieder rausgekommen war und sie stopfte mir den Mund mit Obst, wie erwachsen.
Und dann ging die fröhliche Wandertour auch schon wieder los. Seamon verabschiedete sich von Arnika, die darauf bestand, dass wir uns mal wieder blicken lassen sollten oder dass ihr neuer Lover doch wenigstens Lieder über unsere Taten dichten möge, die dann auch sie erreichen konnten. Naja, an Schmalz fehlte es den NPCs hier jedenfalls nicht. Unsere kleine Gruppe benahm sich mittlerweile auch schon als wären wir die Ringgefährten auf jahrelanger Wanderschaft. Wie konnte sich in einem Spiel in so kurzer Zeit bitte so viel Ballast ansammeln? Und obendrauf diese total Irre. Elektras neuerlicher Anfall wurde nur durch die Ankunft eines kleinen Mädchens mit einem großen Tier gestoppt. Shanillas, interessante Rasse, ob ich mir in Krenalir wohl auch ein Tier würde besorgen können? Vielleicht nicht so launisch wie Yolanda. Elektra wollte dieser Amme schon ihren Kompass andrehen, was ich verhinderte. Es wurmte mich ungemein, dass ich nur diesen albernen Schlüssel bekommen hatte - so ganz ohne passendes Schloß. Sollte ich jetzt bis zum Endkampf warten und dann eine Kiste mit Bonusfeatures öffnen? Und dann kam unser persönliches Glück wieder voll zum Einsatz.

Ein Kampf gegen Efeuranken, wie sollte denn das bitte aussehen? Gab's in Rampant World vielleicht noch irgendwo eine 18er Abteilung mit Tentakelmonstern? Ich feuerte ein paar Salven auf diesen im Grunde körperlosen Gegner und winkte den anderen hektisch zu aus der Schussbahn zu gehen. Überall war Bewegung, ein paar Blitze, viel Geschrei. Ich zerschoss Ranken, suchte Deckung, lud nach, suchte nach den anderen und dann war es plötzlich ganz still. Amme war verschwunden und Eris ging einfach tiefer ins Wasser! Wie wahnwitzig, das Monster war nicht besiegt. Nika machte ihr dafür bei erstbester Gelegenheit in gebührendem Abstand auch direkt die Hölle heiß. Ich wand mich lieber Carla zu, um Infos aus ihr rauszupressen. Wir hatten doch extra die Hauptstraße gewählt und wurden dennoch attackiert und das war nun wirklich ein Anfängergegner. Wieso war das Spiel nicht optimiert, um sich den Stärken der Avatare anzupassen? Carlas Erklärungen kamen auch viel zu zögernd, ich verfluchte den Moment in der Quelle als Elektra und Nika reinkamen, da hatte unsere informationsarme Führerin mir etwas anvertrauen wollen und nun flüchtete sie sich wieder in schummrige Halbwahrheiten. Dass Amme kein NPC war traf mich trotz meiner Vorahnung. Und dann noch so viele andere Spieler und niemand da, der ihnen direkt helfen konnte. Okay, Carla als Hilfe zu bezeichnen war schon recht großzügig bemessen, da sie aber alles war, was wir hatten, riß ich Eris von ihr weg als diese sich in Gewalt versuchte. Emotional betrachtet war mir zwar nach anfeuern, aber ich wollte in diesem Fall dem Verstand den Vortritt lassen.
Ganz einfach war das nicht, ich wollte innerlich am liebsten in Eris' Tiraden einstimmen, um auch etwas Frust abzulassen, aber das brauchte sie wohl kaum, da grade vor ihren Augen ein junges Mädchen von einer aggressiven Pflanzen getötet worden war. Die Nerven lagen blank.
"[...]sie weiß auch nicht viel mehr als wir. Sieh sie dir an verdammt. Ein Schritt nach dem anderen wir gehen nach Krenalir. Schritt 1 Vielleicht sind die anderen schon da. Oder zumindest können wir Informationen sammeln. Wir müssen das zusammen machen, wenn wir uns jetzt aufteilen wird uns diese Welt einem nach dem anderen verschlingen."
Ich wartete drauf, dass ein unsichtbares Orchester einsetzte und mir noch ein guter Bruce Willis Spruch über die Lippen kam, damit ich die Fantaghiro vor mir in die Arme schließen konnte, aber stattdessen kam nur ein knappes 'fein' über ihre Lippen. So würde das wohl nix mit einem Happy End im Sonnenuntergang.

"Ich hoffe doch, dass du Arnika nicht versprochen hast ihr die Sachen in Topzustand wieder zurück zu bringen, dann wirst du sicherlich bald einen guten Schneider gebrauchen. Eine Dame sollte besser auf ihre Kleidung achten." Ich knuffte sie in die Seite und versuchte es mit charmantem Humor. Allerdings erntete ich nur einen weiteren bösen Blick. "Ich... ich mein ja nur, mit der Rüstung wäre das jetzt nicht passiert, ich hoffe doch, dass du die noch für schlechte Zeiten aufbewahrst. Denk dran, am Schicksalsberg wartet eine Armee, in die wir uns einschleichen müssen."
"Was? Kannst du eigentlich nicht ein einziges Mal diese blöden Kommentare lassen? Es ist ernst, dein fei hua hilft dabei kein Stück mich zu beruhigen."
"Vielleicht will ich gar nicht, dass du ruhig bist, du sollst deine Energie nur nicht verschwenden."
"Ah, verstehe, warten bis wir in Krenalir sind und dann einem deiner Pläne folgen. Da werde ich noch viel Energie gebrauchen."
"Jawohl, da ist das Feuer wieder, das ich gesucht habe." Ich legte einen Arm um ihre Schulter und zog sie an mich ran. "Gemeinsam werden wir... uaaaaaaaaaaahhh..." Eine kurze Drehung, ein Ruck und schon lag ich auf dem Rücken. "Hey Karate Kid, das war keine Anmache jetzt."
"Kommt ihr beiden noch mit oder braucht ihr noch etwas Zeit für euch?" brüllte Seamon zu uns. Eris stieg über mich hinweg, ohne die Gelegenheit verstreichen zu lassen einen Fußabdruck auf meinem Oberkörper zu hinterlassen. Nika kam grinsend rüber und half mir hoch.
"Wie war das gestern noch mit den schwer zu verstehenden Menschen?"
"Halt die Klappe..."
Wir marschierten wieder los, dieses Mal mit vergrößerten Abstand zu den Sümpfen. Selbst Elektra waren die Sprüche vergangen.
"Wo ist Molly hin", fragte sie nur.
Carla antwortete darauf ziemlich nüchtern. "Das Tier gehörte zu Ammes Inventar. Ohne sie verschwinden die persönlichen Besitztümer."
Aus dem Augenwinkel sah ich, dass Eris Yolandas Zügel sofort fester hielt. Vielleicht war es ohne animalischen Begleiter doch besser.

Ziellinie

Von unserem Trampelpfad gelangten wir auf eine nahezu ausgebaute Straße, wir kamen sogar an ein paar Bauernhäusern vorbei, uns kamen Männern mit riesigen Apparaten auf dem Rücken entgegen und dann konnten wir unser Ziel tatsächlich sehen.
"Krenalir hat eine streng demokratische Regierung und ist einer der Haupthandelsposten dieses Landes. Wenn wir irgendwo sicher sind, dann hier. Ein Paladinorden namens 'Die schimmernde Klinge' hält seit Jahrhunderten Recht und Ordnung in dieser Stadt aufrecht."
"Also marschieren wir da jetzt ohne Geld rein, suchen Leute, die total verloren wirken, weil sie unsere Mitspieler sind und sparen uns wagemutige Heldentaten", fragte ich skeptisch.
"Jetzt klingt es wieder wie ein Plan von dir, also wird das alles nichts."
"Fein, wäre ja auch langweilig, also los! Seamon, stimm mal deine Klampfe, du bleibst weiterhin Versorgungs- und Finanzminister."
"Minister von was, Gavinland?" Eris zog ihre Augenbraue hoch. Da war ein Lächeln bei. Ganz bestimmt sah ich da trotz der verschränkten Arme Spaß in ihrem Gesicht. Hoffte ich.
"Ich nenne es lieber das Gavinverse, es dreht sich um mich und ist überall da, wo ich bin."
Wir kamen den riesigen Stadttoren immer näher. Nach der bedrückenden Stimmung und der trügerischen Stille wirkten die Geräusche von jenseits der Mauern belebend und sehr attraktiv. Carla schritt voran und hocherhobenen Hauptes an der Stadtwache vorbei. Uns wurden eine Menge unangenehmer Blicke zugeworfen, aber niemand hielt uns auf. Wir wurden sofort ins hektische Treiben gerissen. Waren wurden durch die Gegend geschleppt, Stände abgebaut, Hühner durch die Gegend getragen, Fässer umhergerollt, ein paar Typen sabberten Nika entgegen... hier ging grade ein geschäftiger Markttag zu Ende und die Schenken und Lokale öffneten die Pforten.
"Gibt es in Krenalir eine Ausgangssperre?"
"Nicht wirklich, damit würde die Regierung zugeben nicht alles unter Kontrolle zu haben. Allerdings sind nachts die Kontrollen sehr viel strenger und viele Bürger bleiben freiwillig in den Häusern."
Seamon riß mir den Hut vom Kopf, drückte ihm Elektra in die Hand und fing an zu spielen.
"So close, no matter how far, couldn't be much more from the heart..."
Leute blieben stehen und bildeten einen Kreis um ihn. Unglaublich, Metallica in einer Folkversion und es zog Zuschauer an.
"Hat irgendwer von uns diebische Talente?" wisperte ich. Carla trat mir direkt auf den Fuß.
"Diese Stadt ist friedlich, aber du willst nicht auf der falschen Seite einer Hellebarde aufwachen."

Lust ist total aufgebraucht, hab ein schwarzes Loch im Hirn, sorry...

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27.11.2007 01:28
Pen²
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Gruppe 2: Carla   




Der Abend in Krenalir verging wie im Fluge. Wir zogen von Gasthaus zu Gasthaus, um irgendwo noch eine ausreichende Bleibe zu finden, aber die meisten Herbergen waren restlos mit fahrenden Händlern überfüllt. Kurz nach Sonnenuntergang fanden wir am Rande der Stadt dann doch endlich ein Quartier, welches sich auch mit unseren knappen Mitteln - zugeworfene Münzen von Seamons Auftritt - bezahlen ließ. Viel mehr als eine mit Heu ausgelegte Scheune war es nicht, aber es gab wenigstens einen abgeschlossenen Waschraum. So luxuriös wie in der Taverne am Sumpf würde es wohl nicht so schnell wieder werden.
Seamon seilte sich recht schnell wieder ab, nachdem er einige Gegenstände aus seiner Ausrüstung in einer Kiste verstaut hatte. Mit Klampfe und Umhang bewaffnet spähte er aus dem Fenster neben der Tür, um den erstbesten jungen Dingern zu folgen, die sich in die Nähe des Gasthauses gewagt hatten. Aus irgendeinem unverständlichen Grund verfolgte ihn Elektra mit einigem Abstand.
Wir vier Zurückgebliebenen entschieden uns schließlich für einen abendlichen Stadtbummel. Der erste Punkt auf der Liste war ein Waffenladen für Gavin und Nika, sowie etwas Flickwerkzeug für Eris, denn das Sumpfmonster hatte wirklich saubere Arbeit geleistet.
- "Und wie sollen wir jetzt an Geld kommen, wenn wir nichts klauen wollen?"
"Vielleicht finden wir ja irgendeinen Auftrag oder sowas ..."
- "Hier? In 'Ich bin so freiheitlich, sicher und toll'-Town?"
"Demokratie funktioniert nicht, selbst in virtuellen Welten."
Bald erreichten wir einen Platz, auf dem ein Berg aus Baumstämmen und Ästen aufgetürmt wurde. Ich deutete auf die Wachen.
"Irgendwas sagt mir, dass das kein Osterfeuer wird ..."
- "Was geht hier vor?"
"In einer Stadt, die von Paladinen und Rittern kontrolliert wird, dürfen Hexenverbrennungen nicht fehlen ... Äh, nichts für ungut, Eris.", antwortete ich. "Beruhigend, dass es auch mal wieder ein Event gibt, mit dem ich vertraut bin."
- "Worum geht es genau? Ich denke es wäre sinnvoll, wenn du dieses mal die Karten offen auf den Tisch legst - schließlich ist das hier alles kein Spiel mehr.", meinte Gavin.
"Ja, da hast du wohl Recht." Ich quetschte mich durch die Menge und bedeutete den anderen zu folgen. "Eines Morgens wurde ein verheirateter Mann tot in seiner eigenen Wohnung aufgefunden. Da aber die Wachen des Anwesens niemanden ein- oder ausgehen gesehen hatten und der Tote seltsame Brandwunden aufwies, führte die Spur schnell zur Ehefrau des Toten. Hier und da streute dann ein abgewiesener früherer Liebhaber ein paar Gerüchte ein, die setzten sich fort, wurden ausgeschmückt und fertig war die Hexenküche."
Der Tumult wurde langsam lauter, als eine gefesselte Frau mit gesenktem Kopf zum Haufen geführt wurde.
"Auch hier gibt's wieder mehrere Lösungsstrategien. Man kann die Frau vor den Augen des Pöbels befreien und sich dann künftig mit den Stadtwachen herumärgern; man kann subtiler vorgehen und irgendwo in der Nähe einen Brand legen, sodass die Wachen abgelenkt sind und sie in einem unaufmerksamen Moment flüchten kann. Man kann aber auch den Priester, der gleich auf das Podest tritt, um seine fanatischen Floskeln abzulassen, geschickt durch Redegewandheit austricksen; oder aber man tut einfach nichts und ignoriert den Vorfall. Natürlich sind auch das nur ein paar funktionierende Möglichkeiten. Im Grunde kann - sofern logisch - jede Idee zum Erfolg führen."
- "Und wie geht die Sache dann weiter? Schließlich ist's mit einer Flucht ja nicht getan."
"Wer clever ist untersucht den Fall dann selbst und findet schließlich im Anwesen Hinweise darauf, dass eine der Wachen des Hauses selbst handgreiflich geworden war, um die Frau vor ihrem brutalen Ehemann zu schützen. Die Sache eskaliert und endet mit einem Mord. Um Beweise zu vernichten sengte er schließlich die Leiche an, um es wie einen Unfall aussehen zu lassen. Als beide im Schutz der Dunkelheit den Toten anschließend in den Keller zu seinem alchemistischen Labor zerren wollten, kam ihnen eine andere Wache dazwischen. Der Mörder schaltete schnell und tat so, als wäre er selbst gerade erst hinzugekommen. Im Gegensatz zu ihm hatte die Ehefrau noch Blut an den Händen."

- "Ziehen wir die Brandnummer durch? Der Baum da drüben steht recht einzeln und sollte nicht allzu viel Schaden anrichten. Vielleicht kann Nika ihn von hier aus mit einem Feuergeschoss anzünden ...?"
"Ja, das klingt nach einer gu- ...", ich stoppte abrupt, als ein Gefangener zum Haufen geführt wurde. "Wartet! Das ist nicht die Person, von der ich sprach ..."
- "Kannst du das eventuell etwas schneller erklären?", meinte Gavin hektisch. "Hier brennt gleich jemand und ich habe keine Lust, dass noch ein Spieler dabei draufgeht!"
"Es ist unwahrscheinlich, dass es ein Spieler ist, auch wenn ich mir nicht hundertprozentig sicher bin. Aber wenn das Event hier nun auch anders abläuft, kann ich nicht mehr garantieren, dass die Lösungswege noch so funktionieren, wie sie es bisher getan haben."
- "Klasse Aussichten ...", murmelte Nika.
Der Priester begann seine anstachelnde Rede: "Bürger von Krenalir, seht nieder auf dieses abscheuliche Objekt, welches auf dem geheiligten Boden dieser Stadt wandelt!"
"Für jetzt ist es wohl das beste, wenn wir uns einfach keinen Ärger einhandeln. Nicht bei diesem Risiko."
- "Wie bitte?!", fauchte Eris dann. "Ich lasse nicht zu, dass so etwas noch einmal passiert. Mit oder ohne euch!"
"Eris, warte doch!", rief ich ihr hinterher. "Du bringst uns alle noch mehr in Gefahr als wir ohnehin schon sind!"
Sie spuckte mir vor die Füße. "Lieber das, als zuzusehen, wie noch jemand stirbt, so wie es scheinbar dein Vergnügen ist!"
Normalerweise ließ ich mich nicht so einfach provozieren, aber in diesem Fall war sie zu weit gegangen. Ich stellte mich ihr entgegen, zog meinen Streitkolben und ging in Kampfposition.
"Das ist nicht meine Art, aber wenn es sein muss, dann hinder ich dich mit Gewalt daran, dass du uns ins Verderben stürzt."
Die Menge bildete einen Bogen um uns.
- "Genug jetzt!", mischte sich Nika ein. "Die Sache ist ohnehin geplatzt, wir haben die volle Aufmerksamkeit der Masse auf uns gelenkt. Herzlichen Glückwunsch."
Ich steckte meine Waffe wieder weg. "Eris, ich bin mir absolut sicher, dass es kein Spieler ist ... bitte vertrau mir nur noch dieses eine mal ... Es sind nur Daten ... nur stinkige Daten. Es ist nicht real und niemand kommt dabei zu Schaden."
Sie zögerte eine ganze Weile, bevor sie dann leise murmelte: "Ich kann dabei nicht zusehen ..."
- "Dann sollten wir endlich die Kurve kratzen ..."



Letztendlich endetete der Tag dann auf dem ungemühtlichen Heu. Weder hatten wir Geld eingenommen noch irgendetwas von den Dingen bekommen, für die wir eigentlich einen Stadtrundgang gemacht hatten. Der Mond scheinte intensiv durch das kleine Fenster unter dem Dachbalken.
Nein, Rampant World war schon lange kein Spiel mehr ...





Ein grelles, blutrotes Leuchten von draußen ließ mich mitten in der Nacht aufschrecken. Ein Pfeifen baute sich langsam auf und entwickelte sich rasch zu einem ohrenbetäubenden Lärm.
"Was ist los?!", brüllte Gavin und zog reflexartig seine Waffe.
- "Keine Ahnung, irgendetwas nähert sich der Stadt!", rief Nika, die bereits fertig an der Tür stand.
"Eris, wach auf! Es gibt Probleme ...!", rüttelte ich ihren schlafenden Körper wach. Seamon und Elektra waren scheinbar immernoch nicht wieder zurückgekehrt.
- "Es sieht aus wie eine Sternschnuppe! Wir müssen hier weg!"
Panisch griffen wir nach allem, was wir tragen konnten und luden es auf Eris Stute.
Tiefer am Horizont näherten sich noch weitere Lichtpunkte der Stadt.
"Sind das ... Meteoriten?! Was zum Teufel geht hier vor ...?!"
Ein heftiges Beben erschütterte die Stadt. Überall liefen kreischende Menschen über die Straßen. Am Horizont blitzten Explosionen auf.
"Ein bekanntes Event?!", brüllte Gavin zu mir rüber, als wir uns durch die Massenpanik drängelten. "Sieht es so aus?", rief ich zurück.
Eine der Feuerkugeln schlug mit lautem Getöse direkt in höheres Gebäude am Ende der Straße ein. Eine heftige Druckwelle riss uns von den Beinen.
"Wir müssen irgendwohin, wo wir sicher sind!", rief Nika.


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29.11.2007 15:10
Arc
The Captain




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Sammelalbum
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Gruppe 2: Quincy/Eris   

Es war diese Art von Traum… diese Art in der man weiß das man träumt und einem diese Erkenntnis trotzdem nicht erlaubt aufzuwachen.
Diese Art in der man körperlos überall zugleich ist und dazu verdammt ist machtlos zuzusehen.
Da war ich… oder besser gesagt Eris, eine Hand krampfhaft um den Griff ihres im Boden steckenden Schwertes geschlossen, ihren andere nach vorne ausgestreckt, ihr Gesicht Schlamm verschmiert, nasses Haar an ihrer Stirn klebend, in ihren Augen… Angst, Sorge, Panik.
Was sah sie?
Ich wusste was sie sah. Ich wollte es nicht sehen.
Mein Blickfeld sauste auf den Boden hinab... zu nahe.
In Zeitlupe sah ich Ammes Hände die sich -um Halt kämpfend- in den matschigen Boden krallten und unaufhaltsam davon gezogen wurden.
Ich beobachtete die Furchen die ihre Finger hinterließen Kurven, Wellen, Linien die sich überschnitten und wieder verschwanden als der nasse Boden das in ihm gespeicherte Wasser freigab und die Miniatur Gräben zu Flüssen wurden.
Mein Sichtfeld änderte sich wieder und plötzlich schwebte ich weit über den Ereignissen und blickte auf sie hinab wie ein Vogel, rechts Eris, links Amme im Matsch liegend, beide die Hand nach einander ausstreckend, der Abstand zwischen ihnen immer größer werdend.
Von hier oben sah es so bedeutungslos aus.
Von hier oben sah man sie nicht... keine Angst, keine Sorgen… hier oben war ich sicher.
Ranken schossen aus dem Zentrum des blutroten Tümpels empor zu mir hoch, aber mein Abstand zu ihnen wurde größer. Ich flog höher und höher, die Ranken schlugen ins Leere.
Schneller und schneller.
Wo flog ich hin? Ich drehte mich um.

Ich blickte nicht mehr hinab. Wie ein am Boden krabbelnder Käfer sah ich in die Welt hinauf, Schneeflocken tanzten den schwarzen Nachthimmel hinunter, ich sah wieder mich… nein Quincy Harper, das Mädchen das ich einst war.
Ich beobachtete wie ein Mann mit seiner Hand tief in ihr schwarzes Haar griff und das weinende, blutverschmierte Mädchen hinter sich herzog, ihr rechtes Bein seltsam verformt hinter sich herschleifend, mit dem linken sich immer wieder vom Boden abstoßend versuchend aufzustehen oder zumindest schritt zu halten.
Vor einer auf dem Dach liegenden Autowrack lies er sie zu Boden sinken, an den Auto lehnte sitzend noch ein Mann, erschöpft, noch mehr Blut, mein Vater.
Mehr Männer die um die Szenerie standen und beobachteten, aber ich konnte ihre Gesichter nicht sehen, es wurde geredet aber ich konnte nichts hören.
Ich sah meinen Vater die Hand nach Quincy ausstrecken, Quincy tat es ihm gleich, Dunkelheit schloss sich langsam um die Ereignisse, das letzte was ich sah war eine Pistole die meinem Vater gegen die Schläfe gedrückt wurde und der Abzug der betätigt wurde.


"Eris Wach auf!"

"Es gibt Probleme!"
"Ja und du bis eins von ihnen." Formulierte ich schon in Gedanken und wollte es ihr auch gleich wörtlich an den Kopf schmeißen.
Aber Carlas ernster Gesichtsausdruck und eine ganze Salve aus Geräuschen die mich ans Neujahrsfest erinnerten hielten mich auf.
"Was?"
Ich folgte ihrem Blick aus der Scheunentür und sah wie die Sterne aus dem Himmel fielen.
"Meteoriten?"
"Wuh de tyen ah… " kam es ungläubig über meine Lippen.
"Los wir müssen hier weg!" rief Gavin.
Und ich sprang auf die Beine und wir beluden schnell –die unruhig auf der Stelle tretende Yolanda- mit unserer Ausrüstung.

"Sind das ... Meteoriten?! Was zum Teufel geht hier vor ...?!" fragte Nika als wir die Scheune verlassen hatten.
Ein kurzes Beben erschütterte den Boden und ich konnte mich grad so auf den Beinen halten.
Menschen liefen panisch in alle Richtungen an uns vorbei, weinende Kinder und die erstbesten Besitztümer die sie wohl greifen konnten auf den Armen.
Mehrere Lichtblitze erhellten den Horizont und das dumpfe Geräusch von Explosionen drang zu uns.
"Was zur Hölle geht hier vor?
Ich kämpfte mich an ein paar Menschen vorbei, stieg auf einen Stapel von Kisten und konnte nun über die unterste Stadtmauer hinwegsehend beobachten wie mehrere Meteoriten am Berghang und dem Fluss in hellen Explosionen neben einigen vor sich hinglühenden Kratern einschlugen. An einigen Stellen hatte der Wald bereits Feuer gefangen.
Das erste mal mit der unglaublichen Zerstörungskraft einer Naturgewalt konfrontiert gibt es eigentlich wenig was ein Mensch tun kann, dem Drang nicht nachzugeben sich in Fetusstellung, wimmernd in eine Ecke zu verkriechen war wohl das schwierigste.
"Ein bekanntes Event?!" hörte ich hinter mir Gavin, Carla zubrüllen.
"Sieht es so aus?" antwortete sie.
Einer der Lichtpunkte wurde immer größer.
"Oh dear…"
Mit einem pfeifenden donnern sauste ein brennender Lichtblitz über und hinweg und ich spürte kurz die Hitze die von dem Meteor ausging. Ich sprang vom Kistenstapel runter, der Feuerball schlug in ein Gebäude am ende der Straße ein und eine Druckwelle riss und alle von den Beinen.
"Wir müssen irgendwohin, wo wir sicher sind!", rief Nika.
"Fliehen können wir nicht, vor der Stadt breitet sich grad ein Waldbrand aus." Warf ich meine Beobachtung ein, während wir uns auf die Beine kämpften und gegen eine Hauswand drückten.
Gavin: "Oh sweet California… Da wir keine Bohrinsel Crews haben die uns die Steinchen vorher vom Himmel blasen schlag ich vor wir benutzen Katastrophenfilm Plan B und verziehen uns zu den Morlocks tief unter die Erde. Carla?"
"Gute Idee" sie massierte sich kurz überlegend die Schläfen, schritt von der Hauswand weg und blickte suchend um sich "...dort!" und deutete dann auf eine höhere Sektion der Stadt.
"Da! Das ist eine der ältesten Kirchen der schimmernden Klinge, sie hat tiefe Katakomben und sogar einen Anschluss zu den alten Bergwergstollen unter der Stadt. Das sollte uns tief genug bringen, vielleicht sogar raus aus der Stadt."
"Hört sich nach einen Plan an… und er ist nicht von mir." wendete sich Gavin lächelnd vorsorglich an mich.
Eine weiterer Meteor schlug nicht unweit von uns ein und die in der Stadt lodernden Brandherde färbten die untere Hälfte des Himmels in ein leuchtendes rot.
"Okay gehen..."
Ich: "Wartet was ist mit Seamon und Elektra?"
Und wir alle hielten inne.
Ich blickte Carla ernst in die Augen und meine Hand wanderte unterbewusst zu meinem Schwert während ich beobachtete wie anscheinend verschiedene Gedanken durch ihren Kopf schossen.
"Fangt nicht schon wieder an Mädels." Warf Nika leicht drohend dazwischen.
"Wir müssen sie finden." sagte ich zu Carla.
Sie atmete aus, schloss kurz ihre Augen und sagte als sie, sie wieder öffnete:
Ihr drei geht vor in die Kirche, bringt euch in Sicherheit.
Ich such die beiden und komm mit ihnen nach."
Erleichtert entspannte ich mich wieder.
Ich: "Ich werde auch suchen zu zweit haben wir bessere Chancen."
Gavin: "Tatsächlich gesehen haben wir zu viert sogar die aller, allerbesten Chancen."
Carla: "Nein wartet, nichts da! Ihr bringt euch gefälligst in Sicher…"
Nika: "Demokratie Carla, du bist überstimmt."
Carla seufzte resignierend.
"Okay Gavin du suchst südlich am Stadttor, ich gehe in den Westen, Eris Osten, Nika du suchst nördlich und gehst schonmal vor zur Kirche. Sucht nicht zu lange, wenn es zu gefährlich wird zieht euch zurück.
Ist das klar?" Wendete sich Carla noch mal extra an mich.
Ich streckte ihr kurz die Zunge entgegen. "Kristall klar."
Ich warf Nika Yolandas Zügel zu, damit sie sie sicher zur Kirche führt und wir alle schwärmten aus.

"Seamon! Elektra!"
Ich rannte tiefer in die menschenleere Straße hinein und rief in jede Seitengasse ihre Namen.
"Seamooon!
Eletraaa! … komm her ich hab Minzplätzchen für dich."
Fügte ich hoffnungsvoll hinzu.
"Wo sind die beiden nur?"
Wieder sauste ein Meteor gute 100 Meter über mich hinweg und ich sah wie er in der obersten Sektion der Stadt in einen Turm einschlug der daraufhin in sich zusammenfiel.
Um mich herum standen schon mehrere Häuser in Flammen, das Feuer breitete sich aus und die Hitze setze mir immer mehr und mehr zu.
"Elektraa! Sea...!"
Ein weiterer Einschlag in der nähe, der Boden erzitterte und ich ging instinktiv in die Knie.
"Okay langsam fängt es an zu nerven..."
Asche regnete aus mich hinab und ich wischte mir den schweiß von der Stirn.
Vor mir war die Straße durch Trümmer versperrt, die Brände wurden immer stärker.
"Ach shit!"
Ich richtete mich wieder auf. Die Suche fortzusetzen war purer Selbstmord.. ich hoffte nur das die anderen mehr Glück hatten und kehrte um.

"Papiiiii! Mamiii!"
Hörte ich plötzlich hinter mir jemanden rufen.
Mich umdrehend erblickte ich in einer Seitenstraße einen kleinen Jungen -nicht älter als fünf Jahre- einsam und allein, ascheverschmiert immer wieder vor einem brennenden Haus nach seinen Eltern schreiend.
Schwer atmend blieb ich stehen und machte einen Schritt in seine Richtung.
Warte!
Kein Spieler. Kein Mensch! Mach nichts Dummes!
"Es sind nur Daten ... nur stinkige Daten. Es ist nicht real und niemand kommt dabei zu Schaden." Halten mir Carlas Worte wieder durch den Kopf.
Nur Daten, nur Daten…

"Hey… Kind…"
"...bring dich in Sicherheit? Er ist nicht real verdammt noch mal."
"Richtig…ein Traum ist es nicht wert sein leben dafür zu riskieren...?"

Ich war schon im begriff weiterzulaufen, als das knirschen und krachen von in sich zusammenbrechenden Holz an meine Ohren drang.
Erschrocken fuhr ich herum und bevor meine Logik Einspruch erheben konnte war ich auch schon am rennen.
Einen kurzen Blick hoch werfend sah ich wie sich die das Dach des zweistöckigen Hauses langsam nach vorne neigte, das Kind immer noch nach seinen Eltern schreiend ahnungslos darunter stehend.
"Buggerbuggerbugger"
Über den Pflastersteinboden schlitternd bremste ich meinen Sprint kurz vor dem Jungen. Packte ihm am Kragen und riss uns beide mit aller Kraft weg vom Haus.
Ich warf mich über das Kind zu Boden während hinter uns das Haus unter dem protestierenden bersten von verkohlten Holz in sich zusammenbrach.
Schützend drückte ich den Kopf des Jungen unter meinen Körper und machte mich auf mich herabstürzende Balken gefasst.
Es kam nichts, kein schmerz, kein brennen. Unsicher hob ich meinen Kopf und schielte mit einem Auge hinter mich.
Keine 30 cm von meinen Füßen entfernt schmorte ein schwerer Holzbalken vor sich hin, dahinter 5 Meter hoch aufgetürmtes Grillhaus.
Erleichtert seufzte sich auf.
"Oh Jesus, Christus und Erdnussbutter… hey bist du…?"
Wollte ich mich nach den befinden des Kindes erkunden, als meine Eingeweide plötzlich zu erzittern schienen, eine Gänsehaut breitete sich über meinen Körper aus und obwohl ich grade schonend vor mich hingarte, fing ich an zu frieren.
Was war das?
Ich blickte zuerst nach oben, in der Vorahnung das grad ein solider Felsen auf Überschallgeschwindigkeit auf mich zusauste, aber da war nichts.
Als ich meinen Blick wieder senkte sah ich ihn… jemanden...

Ich blickte durch eine Gasse zwischen zwei großen Häusern und erblickte einen groß gewachsenen Mann mit weißen Haaren -in seiner Hand ein Katana- die Parallelstraße entlanglaufen.
Meine Logik sagte mir nach ihm zu rufen, ihm um Hilfe mit dem Kind zu bitten und zu fragen ob er Elektra und Seamon gesehen hatte.
Zwei Dinge hielten mich davon ab.
Erstens: Das Gefühl in meiner Brust als würde sich grade eine Kobra um mein Herz schlingen, bereit zuzubeißen.
Zweitens: Das breite Grinsen auf dem Gesicht des Mannes als hätte er grade den größten Spaß der Welt.
Instinktiv fuhr meine Hand zu meinem Schwertgriff und ich wagte es nicht zu atmen, bis der Mann nach einer gefühlten Ewigkeit wieder hinter der Häuserwand verschwand.
Erleichtert fing ich wieder an zu Atmen, richtete mich auf und zog den Jungen auf die Beine.
"Bist du in Ordnung?" Fragte ich ihn und schaute in sein Ruß verdunkeltes Gesicht dessen schwärze nur durch Striche unterbrochen wurden wo seine Tränen hinab geflossen waren.
"Meine Mami… Papi…" wimmerte er und wischte sich mit dem Handrücken über die Augen.
"Keine Sorge Schatz..." und ich drückte ihn an mich "...alles wird gut."
"Du weist das ist lächerlich? Daten, nichts ist real…"
"Es ist real genug… das richtige zu tun."

"Okay bringen wir uns an einem sicheren Ort ja? Da finden wir jemanden den du kennst." sagte ich und hob ihn auf die Arme.
"Wohin?" schluchzte er.
"Einen guten Ort, sicher, wo jeder willkommen ist."

"Zurück! Niemand von euch kommt hier rein! Elendes Bauernpack!"
Hörte ich eine tiefe bassige Stimme rufen als ich den menschengefüllten Platz vor der Kirche betrat.
Ich kämpfte mich durch die aufgebrachte Menge von verängstigten Stadtbewohnern und entdeckte am Rand der Menge einen Cowboy Hut aufgeregt mir zu winken. Nika, neben ihr Yolanda.
Vorne angekommen.
Nika: "Oh Gott sei dank du bist in Ordnung… was ist das?"
Ich: "Ein Kind… so nennt man kleine junge Menschen. Wo sind die anderen? Was ist los hier?" Und ich bemerkte Carla am Kirchentor anscheinend erregt mit einem großen Mann in strahlend silberner Rüstung argumentieren.
Nika: "Ich weiß das… warum hast du…?"
"Eris!" wurde ich plötzlich von der Seite mit einer Umarmung angegriffen.
"Elektra?" Und hinter ihr sah ich dann auch Seamon, an seinen Arm ein junges gut gebautes Mädchen geklammert. Beide sahen so aus als wären sie grade mehr oder weniger aus dem Bett gefallen.
"Ein glück! Wie seid ihr..?" Elektra entließ mich aus der Umarmung und hielt mir ihren Kompass unter die Nase.
"Ist mein Kompass. Hat mir gesagt wo ich hin soll. Oh der ist ja süß!" bemerkte Elektra den kleinen Jungen auf meinen Armen und ich befürchtete das er beim Anblick von Elektra wieder in Tränen ausbrechen könnte
Elektra: "Können wir ihn behalten?"
"Ich bezahle nicht für ihn." brummelte Seamon aus dem Hintergrund
"… hey!" Erschreckte er als hinter ihm jemand -durch seine Beine- auf allen vieren aus der menge kroch immer wieder ein "Entschuldigung, darf ich mal, sorry" Mantra wiederholend, Gavin.
"Letzter!" Lachte ihn Elektra aus als er sich verwirrten Blickes wieder auf die Beine gekämpft hatte.
Innerlich fiel mir ein Stein vom Herzen das wir alle wieder vollzählig waren, wurde aber innerhalb eines Augenblick von einen bebenden Einschlag in der nähe zurückgerissen.
Ich: "Okay wieder zum Thema was ist hier los?"
Seamon: "Ja genau. Warum sind wir noch hier draußen wenn wir da drin sein könnten."
Nika: "Weil Optimus Prime da vor der Tür uns nicht rein lassen will."
Deutete Nika auf den groß gewachsenen Paladin der von zwei mit Armbrüsten bewaffneten Soldaten flankiert wurde und grade Carla von sich weg stieß, die jetzt zu uns kam.
Als sie uns sah atmete sie erleichtert auf.
"Ein glück ihr seid alle in Ordnung. Eris wer ist…?"
"Joshua!" hörte ich eine aufgeregte Frauenstimme aus der Menge auf uns zu stürmen.
"Tante Sarah!" rief der junge auf meinem arm -Joshua- und fing an zu zappeln, ich ließ ihn auf den Boden runter.
Er rannte in die Menge und ich sah ihn in die Arme einer mittelalten Frau springen. Ein lächeln breitete sich auf meinem Gesicht aus, es gab wohl ab und zu doch noch zumindest halbe Happy Endings. Ich drehte mich wieder um und bemerkte den unverständlichen, halbzornigen Blick den Carla mir zuwarf. "Ja fang nur wieder an tu mir den gefallen."
"Uhm..." warf sich Gavin zwischen uns. "Warum kommen wir nicht rein?"
Carla wendete sich an Gavin.
"Ich versteh es nicht... normalerweise ist es kein Problem diese Kirche zu betreten. Es ist ein Ort für jeden frei zu beten, auf einamal soll da irgendein Heiligtum sein. Vielleicht versuchst du es mal?"
Gavin: "Warum ich?"
Nika: "Du bist ein Mann."
"Uuuuh… "Gavin sah sich zu Seamon um der ganz plötzlich und unauffällig seine Aufmerksamkeit wo anders hatte.
Gavin: "Seamon?"
Seamon: "Uhm… ach Gott kuckt doch mal wie groß der ist. Und auch seine Rüstung, wie die leuchtet. Dieser ganze… "Bling". Bestimmt das RW äquivalent zu einem brutalen Gangsterrapper… mit dem muss ich echt nicht in eine kontroverse Diskussion geraten." schluckte er und lächelte verlegen seiner ihn jetzt böse anblickenden Begleiterin zu.
Unsere Blicke richteten sich wieder auf Gavin.
"Mann.
Ich.
Logisch.
Schnell wie wildes Wasser, stark wie ein Taifun, heiß wie Höllenfeuer und Geheimnisvoll wie der Mond richtig?"
"Keine Sorge... notfalls beschütze ich dich." sagte ich spöttisch.
"…haha." Entgegnete er trocken.
Er richtete seinen Mantel und schritt nach vorne.

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01.12.2007 13:27
Lucki
Lucki is not lucky




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Gruppe 1: Barnabas



Auf dem Weg von Cathyr zu dieser mysteriösen Kultstätte fragte ich Shayenne: "Sag mal, wie kam es eigentlich gestern dass der eine Golem zu Eis erstarrt ist? War das eine von deinen Kugeln?"
"Ja, das war eine von den tiefblauen Kugeln. Die haben offenbar einen Kälte-Effekt." entgegnete mir Shayenne.
"Na da bin ich aber froh dass du nicht mit so einer Kugel auf mich geschossen hast. Brr!" sagte ich und simulierte ein Frösteln.
"Ach was" meinte Shayenne "ich glaube alle meine Kugeln sind harmlos. Die blaue Kugel selbst hat nämlich gar keinen Schaden angerichtet, hat den Golem nur tiefgefroren. Vernichtet wurde der Golem von den anderen Spielern. Hätte man ihn nicht in Eiswürfel zerlegt wäre er sicher wieder aufgetaut. Völlig unversehrt aber umso wütender."
"Verstehe" nickte ich zustimmend. "Hoffentlich hast du Recht und erschießt nicht irgendwann versehentlich jemanden mit deinen vermeintlich harmlosen Kugeln."
"Wo wir gerade davon reden, wie kam es eigentlich dass der zweite Golem in Flammen aufging? Das sah irgendwie so aus als hättest du da etwas gezaubert." fragte mich Shayenne.
"Hah, da staunst du, was? Ja, das war ich!" prahlte ich. "Eigentlich wollte ich den Golem ja mit einem Blitz treffen, aber das hat irgendwie nicht ..."
"Blitz?!?" unterbrach uns Olf, der das Gespräch mitverfolgt hatte. Seine Stimme hatte einen misstrauischen Unterton.
"Ähh... das ist mir so rausgerutscht" sagte ich verlegen.
"WAS ist dir rausgerutscht? Der Satz gerade vorhin oder der Blitz, der mich auf dem Schiff getroffen hat?" bohrte Olf nach.
Öha, aus dem Schlamassel werde ich mich wohl nicht mehr rausreden können.
"Tja also, ähh, weißt du, naja, ich kann nix dafür, ehrlich, ich wusste ja nichtmal dass ich das kann und dann ..."
"Red nicht drumherum! Es war volle Absicht, gib es zu!" entgegnete er aufbrausend.
Olf war sichtlich wütend und zog die Nase hoch, bereit seine grüne Rotze abzufeuern.
"Heeh, mach jetzt keinen Scheiß" rief ich. "Ich warne dich!"
Volltreffer!
Auf beiden Seiten!
Olf wurde vom Blitz getroffen und fiel rücklings in den Sand. Leider wurde auch ich von dem grünen Glibberzeugs getroffen (ein Körpertreffer, voll gegen den Bauch) und lag rücklings im Sand. Diesmal war es eine Ganzkörper-Betäubung, na klasse!

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"Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer."

Spoiler

Sokrates, 470 v.Chr. - 399 v.Chr.

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02.12.2007 11:54
monty
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Gruppe 1: Olf   



War Iris nicht eigentlich ganz versessen darauf gewesen, uns zu diesem Pavillon zu schleppen? Und jetzt haute sie einfach ab? Ohne uns irgendwas zu sagen. Dieses Spiel brauchte dringend eine Anleitung, die man irgendwie abrufen konnte. Verstohlen griff ich mir mit der rechten Hand ans linke Ohrläppchen, und buchstabierte murmelnd I-R-I-S. Natürlich passierte nichts.
"Wann gehen wir denn los?" fragte Tiamat in die Runde, nachdem die Aufregung um den Jeep abgeklungen war.
"Ich kläre das weitere Vorgehen mit Iris ab" meinte Art in einem Tonfall, der in meinen Ohren extrem hochnäsig klang.
"Hat jemand noch was zu Essen?" Olfs - mein - Magen randalierte schon wieder. Hätte ich doch nur einen anderen Avatar erstellt. Warum musste es denn unbedingt eine fetter Zwerg sein? Was hatte ich mir dabei eigentlich gedacht?
Niemand hatte Nahrung; oder niemand wollte mir was davon abgeben. Also saßen wir rum, und warteten auf unseren Leithammel und das Datenbündel, mit dem er sich besprach. Nur Dudi murmelte: "Ich muss nach Rosinante sehen" und verschwand aus der Baracke. Rosinante? War das eine seiner Enten?

"Hey, Shayenne, kannst du uns nicht nochmal die Karte zeigen?" grinste ich. Oh oh oh. Wenn Blicke töten könnten... Moment mal, in dem Spiel können die das vielleicht sogar o_o Lass besser vorsicht walten, und sei ein bisschen weniger Terrorzwerg und mehr schüchterner, liebenswerter Ash
Während Tiamat und Shayenne tuschelten, Barney beobachtete, dachte, oder schlief - so genau konnte man das nie sagen, bei der blickdichten Kapuze - schaute ich nochmal aus dem Loch in der Wand nach unten. Duderstadt stand neben KITT, redete auf ihn ein und versuchte, ihn wieder auf die Räder zu stellen. Der Wagen fing an zu zittern, als helfe er selbst dabei auch mit. Wohl doch kein KITT als vielmehr eine Christine. Fehlte nur noch das Radio. Trotz vereinten Kräften schafften die beiden es nicht, Christine wieder auf die Beine zu bekommen.
"Hey Dude!" brüllte ich den Schneider an "Soll ich dir helfen?" So mickrig, wie der gebaut war, schaffte er es sicher nicht allein, die Karre wieder flott zu kriegen.
"Ja, komm runter und bring eine Decke mit!" rief er zurück. Ich krallte mir das nächstbeste Bettlaken, und verließ den Raum. Unten angekommen hielt ich Dudi das Laken unter die Nase.
"Und was hast du damit vor? Nen Wagenheber nähen?"
"So ist es." Antwortete er trocken.
"Dauert das nicht zu lange?" sprach ich meine Zweifel aus. Doch noch bevor ich die Frage zuende formuliert hatte, war Dudi schon fleißig und vor allem schnell am Nähen. Er hatte das Laken doppelt genommen, und stickte einen dieser Cartoonwagenheber, mit denen man ein Auto bis in den Himmel heben konnte darauf. Als er fertig war, begann das übliche gewackel des Stoffes, und *plopp* lagen zwei Wagenheber vor uns. hmm, sehr praktisch. Zwei zum preis von einem.
Wir brachten die Dinger in Position, und pumpten beide, einer vorne, einer hinten, bis der Wagen abfahrbereit war. Jetzt wo ich darüber nachdachte, fragte ich mich, warum er nicht einen Safaribus genäht hatte, statt eines popligen Jeeps. Dann hätten wir die Strecke bis zu unserem Ziel sicher in null komma nix geschafft. So mussten wir doch wieder laufen.

Kurze Zeit später befanden wir uns alle auf dem Weg. Der Jeep tuckerte friedlich mal vor, mal neben, mal hinter uns her und trug unser Gepäck. Größtenteils also weniger wichtige abgelegte Rüstungsteile, die einem schnell schwer wurden, und Waffen. Ich selbst hatte nur noch den Brustpanzer an, und trug außer dem Morgenstern nichts am Gürtel.
Arthur sprach ab und zu kurz mit Iris und verhielt sich ansonsten ein wenig wie ein Schäfer. Gesellte sich mal hier- mal dazu und hielt einen zur Eile an, wenn man zu weit zurückblieb. Duderstadt saß zwischen unserem Kram im Jeep und döste friedlich vor sich hin. Shayenne tratschte mit Tiamat, und Barnabas spazierte gedankenverloren nebenher.
Hätte ich nicht den Großteil meiner Mitstreiter für unsympathisch befunden, und wäre unser Marsch nicht überlebenswichtig gewesen, es wäre direkt ein netter Ausflug gewesen.

Ich trippelte gerade hinter Shayenne her - ihr Hintern bewegte sich hypnotisch vor meinem Gesicht hin- und her - als mein guter Freund Barney ein interessantes Gespräch anstimmte. Es ging um Shayennes Munition. Informationen darüber konnten jedenfalls nicht verkehrt sein.
"Eigentlich wollte ich den Golem ja mit einem Blitz treffen, aber das hat irgendwie nicht ..." Blitz? Barney? In meinem Klopf klingelte ein Alarmglöckchen.
"Blitz?!?" sprach ich meine Gedanken nun auch aus. Der Zwischenfall auf dem Schiff war noch nicht so lange her, dass ich ihn schon vergessen hatte und wann sonst hätte er mal einen Blitz ausprobieren können, ohne dass es aufgefallen wäre?
"Ähh..." druckste er herum, "das ist mir so rausgerutscht" Rausgerutscht? Na sicher doch. Und der Rotz an deinem Fuß war auch ein Versehen.
"WAS ist dir rausgerutscht? Die Information eben, oder der Blitz der mich getroffen hat?" War der Blitz auch nur ein berechnender Test gewesen, im Schutze der Unsichtbarkeit, oder wirklich ein Versehen?
"Tja also, ähh..." stotterte er weiter. "Ich wusste nicht, dass ich das kann" versuchte er, sich zu rechtfertigen. Hatte er seinen Charakter nun kreiert, oder was? Da wusste man ja wohl, was man konnte. Obwohl, die ätzende Wirkung meines Schleims auf tote Materie war mir auch nicht gleich bewusst gewesen. Dennoch. Ich ließ mich doch hier nicht von einem Mönch verarschen. Was zum Teufel war er überhaupt? Eine Mischung aus Bruder Tuck, dem Hollow Man und Zeus? Und obendrein noch pyromanisch veranlagt.
"Red nicht drumherum! Es war volle Absicht, gib es zu!" verlangte ich lautstark. Wir waren inzwischen stehen geblieben und konzentrierten uns voll auf unsere kleine Auseinandersetzung. Irgendwoher stieg eine Welle von Wut in mir auf. Ich zog die Nase hoch, und peilte Barnabas' Torso an.
"Heeh, mach jetzt keinen Scheiß" brüllte er, "Ich warne dich!" Schwang da Angst in seiner Stimme mit, oder überschlug die sich vor lauter Ärger? Egal, im Moment wollte ich nur eins. Rache für den Blitz, Rache dafür, wie er sich über meinen - Olfs - Körpergeruch lustig gemacht hatte. War Olf so aufbrausend, oder zeigten sich hier gerade angestaute Gefühle aus der Außenwelt? Gefühle, die ich verkleidet vor Fremden einfacher loswerden konnte?

Ich spuckte so kräftig ich konnte Richtung Barney. Dann fuhr mir wieder dieser stechende Schmerz in die Arme. In die Beine. Ich roch verbranntes Haar, kippte um, und war erstmal weg vom Fenster.
Als ich wieder zu mir kam, saß ich in Dudis Jeep. Duderstadt ging mittlerweile selbst zu Fuß. Die anderen Fußgänger unterhielten sich etwas aufgebracht. Lange konnte ich also nicht bewusstlos gewesen sein. Ich drehte mich nach links. *grummel* Barney saß neben mir. Das war ja wieder mal prima gelaufen.
Barneys Kapuzue war etwas verrutscht. Sein Gesicht konnte ich trotzdem nicht richtig erkennen (ob das Spiel für ihn überhaupt ein richtiges Gesicht designt hat? Genauer, solange keiner unter die Kapuze schaut, ist dann überhaupt ein Gesicht da?) aber sein Mund war deutlich sichtbar. Er sabberte wie nach einem Zahnarztbesuch. Der Rotz war vorsichtshalber entfernt worden. Ich grinste zufrieden. Wenigstens war keiner von uns als Sieger aus der Sache hervorgegangen.
Mit etwas unkoordinierten Bewegungen versuchte ich, mich etwas bequemer hinzusetzen. Dann betrachtete ich den Schaden, den Barney bei mir angerichtet hatte etwas genauer. Meine Füße fühlten sich an, als hätten die Zehennägel sich aufgerollt, meine Kleidung war weniger pelzig, selbiges galt auch für mich. Kürzerer Bart, angekokeltes Haar unterm Helm. Ich war verdammt froh, dass die simlulierten Schmerzen und Verletzungen im Spiel abgeschwächt waren. Oder war das auch den technischen Problemen zum Opfer gefallen? Einen RL Vergleichsblitzschlag konnte ich zum Glück nicht bieten. Die Tatsache, dass ich keinerlei Verbrennungen erlitten zu haben schien, ließ mich allerdings daran glauben, dass die Schmerzdrosselung noch intakt war.

Nach einer Weile kam Arthur mit Iris im Schlepptau zum Jeep, und hielt Barnabas und mir eine Standpauke. Auch Shayenne gesellte sich zum Schimpf Squad und mischte sich ein dass wir zusammenhalten müssten, und wie wollten wir bitteschön überleben, wenn wir uns schon gegenseitig an die Gurgel gingen und außerdem hatten wir eine Aufgabe zu erfüllen, und solche Spirenzchen hielten nur auf. Ich ließ den Redeschwall über mich ergehen und nickte ab und zu. Dudi und Tiamat warfen uns ab und zu einen Blick zu. Als Art, Shayenne und Iris mit uns fertig waren, warf ich einen Blick zu Barney. Er konnte sich immer noch kaum bewegen, und gab nur ein genervt klingendes Gurgeln von sich. Ich antwortete mit verdrehten Augen.

Sicher konnte ich mir zwar nicht sein, aber es kam mir vor, als seien Barney und ich uns ausnahmsweise mal einig.

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02.12.2007 17:25
Eleana
First Lady, last Chance




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Gruppe 1: Shayenne   



Ich hatte aufgegeben. Resigniert war es vielleicht eher. Streitereien, nicht ausloggen können und eine Horde verrückter um mich herum. Und pervers waren sie auch noch. Mein Bild von einem typischen BETA Spieler war langsam fertig. Definitiv nicht die Zielgruppe, die Sha Coffee trinkt. Eher Red Bull und am nächsten Morgen zermatschte Chipsreste, wenn etwas übrig war. Ich schüttelte mich. Was für eine Schnapsidee, Shana! Die einzigen, die in meiner Sympathieskala noch nicht in den Keller gesackt waren, waren Tiamat, die sich zurücknahm und Arthur. Obwohl man hinzufügen musste, dass er seit dieser Wahrsagerinnensache komisch war und seine Blicke mir gegenüber waren nach wie vor vorwurfsvoll. Ich war aber nicht schuld an Skis Verlust! Verdammt nochmal...
"Jetzt falle ich auch noch. Wie ein erloschener Stern..." summte ich genervt vor mich hin. "Sie wird immer mehr zu einer Diva..." bemerkte Olf spitz und ich haute ihm gleich die Knarre über den Schädel.
"Vertraut mir! Die Tempelanlage ist seit Ewigkeiten versiegelt. Niemand wird überhaupt bemerken, dass wir dort sind."
Was hatte die schon wieder zu melden? Vertrauen? Ich seufzte. Arthur klopfte mir auf die Schulter. Er wäre das letzte, von dem ich das erwartet hätte. "Ich weiß, was du denkst, Shayenne. Aber was sollen wir sonst machen?" Ich zuckte mit den Schultern. "Tiamat, geh doch mal vor und sag dieser Tussi, dass wir eigentlich gar keine Lust auf all das mehr haben..."
Ich schubste sie nach vorne. Wenn sie real ein Mann war, dann sollte sie sich wenigstens hier auch wie einer verhalten. "Hör mal, Iris..." stammelte sie los und gab dann auf. Wie nicht anders zu erwarten war. Ich war von Losern umgeben... "Arthur, mach du etwas."
Er schüttelte nur den Kopf. "Was ist mit dir?"
"Ich habe resigniert", sagte ich. "Aufgegeben, ich will nicht mehr und ich bin meine Energien endgültig los. Ich fühle mich ausgelaugt, so richtig kaputt und überhaupt..." Ich setzte mich seufzend.
"Hör auf zu jammern!" fuhr Barney mich an. "Jetzt lösen wir diese Quest noch und dann sehen wir hoffentlich weiter.
"Berührt die Säulen!" forderte Iris uns auf. Wir hatten ja nichts Besseres zu tun, also ging ich ihrem Wunsch nach, wie die anderen auch. Die Säulen wurden wohlig warm. Ich hätte meine Hand noch länger darauf lassen können, doch das Licht sammelte sich nach oben hin und schoss dann in die Mitte. Wir alle zogen ruckartig unsere Hände von den Säulen, denn ein Stoß durchfuhr uns. In der Mitte drehte sich ein Lichtbündel. "Folgt mir, bitte!" sagte Iris noch und weg war sie. Tiamat wollte grade treudoof einen Fuß in das Licht setzen, als ich sie zurückriss. "Bist du von allen guten Geistern verlassen?! Das ist unsere Chance, diese Verrückte in die Wüste zu schicken!"
"Aus dem Weeeeeeeeg..." Duderstadt steuerte mit seinem blöden Jeep in einem Affenzahn die Treppen empor. Tiamat zog mich beiseite und der Jeep donnerte an uns vorbei in das Licht. Olf und Barney applaudierten und folgten ihm.
Ich grummelte und folgte ihnen, um nicht wieder die letzte zu sein.

Die Wände waren bemalt, aber ich konnte nichts Genaues erkennen. Dafür flackerten die Fackeln zu schwach. "Haha, das war es wohl." Duderstadt wurde von Olf verhöhnt. Vor uns lagen Treppen und diese mit dem Jeep zu bewältigen war ein Ding der Unmöglichkeit. "Jetzt brauche ich eure Hilfe beim Geisterbeschwören." Sie nahm die Fackel von der Wand und fuchtelte damit herum. "Ich glaube, die ist selbst von allen Geistern verlassen..." flüsterte ich Arthur zu. "Ich bin ja mal gespannt..." sagte er skeptisch. "Ich habe genug von all dem Hokuspokus, Geistern und Wahrsagerinnen..."
Jetzt fing sie auch noch an, Pulver zu streuen und auf dem Boden zu kritzeln. Ich verdrehte die Augen. Vielleicht könnte ich ja sogar eine Kugel an ihr ausprobieren. Mal sehen... Ich ging meine Möglichkeiten durch. Und dann stellte sich heraus, dass sie noch Zeit braucht. Na wunderbar. "Gehen wir uns mal umsehen, ehe jemand auf dumme Gedanken kommt..." sagte ich mit Tiamat und Arthur im Schlepptau. Diese Worte galten vor allem Duderstadt, der sicherlich in dieser Pause etwas Neues schneidern würde, was an Perversion nicht zu überbieten war.

Wir schlichen ein wenig durch den Tempelgang. Plötzlich blieb Arthur stehen. "Seht ihr das Loch dort oben?"
Mitten in der Wand waren Steine eingedrückt. "Sieht aus wie gewollt..." murmelte er. "Das haben wir gleich..."
Tiamat nahm Fuchsgestalt an.

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03.12.2007 19:00
Pen²
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Zitat

Das Loch in der Wand führt in einen Raum, der mit zahlreichen Fresken und Wandmalereien verziert ist. Zunächst verwirren euch die Symbole, doch schon bald scheint ihr intuitiv zu begreifen, was sie bedeuten.
Ihr seht einen Turm, darüber ein Auge gezeichnet. Etwas weiter entfernt eine Gruppe von Männern, die von Soldaten umzingelt sind. Auf einem weiteren Bild sind Leichen gezeichnet; einige wenige lebende Personen flüchten durch eine Art ringförmiges Portal. Auf dem letzten Bild ist ein einzelner Mann mit langen, weißen Haaren portraitiert. Auf seiner Brust prangt ein piktografisches Auge. Die Wand, auf der die Symbole angeordnet sind, wirkt wie eine gewaltige, skizzenhafte Landkarte, wobei Aor genau im Mittelpunkt zwischen den Schnittachsen dreier weit entfernter Markierungen liegt.



Nach einer Weile ruft Iris Gruppe 1 zu sich. Sie bittet darum, dass die Spieler sich wie besprochen aufteilen, damit sie das Ritual zuende bringen kann.
Als sie ihren Zauber zuende spricht, Leuchten die Rillen in den Steinwänden golden auf. Ein heftiges Brummen erschüttert den Tempel.
"Zeigt keine Furcht! Die Geister dieses Ortes sind aufgebracht, dass wir sie aus ihrem Schlaf reißen ... Dieser Ort war einst das Grab tausender Aorianer. Nicht die Nomaden, die ihr kennt, sondern Wesen weitaus mächtigerer Herkunft - jene, die diese Anlagen errichtet haben."
Einige Steinquader bröckeln aus der Decke und schlagen krachend um den Magiekreis ein. Iris vollführt eine ellypsenartige Handbewegung und entsendet dann einige kleinere Lichtkugeln, die die Spieler an den Ecken des Kreises erfassen.

Shayenne als diejenige, die nicht in eine der Ecken gegangen war, muss mit ansehen, wie die anderen ohnmächtig werden.
Iris kindliches Gesicht verzerrt sich zu einer Mine bösartigen Grinsens, als ihre Augen rot aufleuchten.
"Ich muss schon sagen; ihr wart mir eine große Hilfe ...", lacht sie. "Und man soll ja nicht sagen können, dass ich mich nicht erkenntlich zeigen würde ..."
Hinter ihr stürzt eine Wand zusammen. Ein glitzernder Schein dringt durch die Trümmer hindurch und legt die Sicht auf Berge von Edelsteinen frei. "Diese Ruinen sind voll von magischem Adamant, um die mächtigen alten Siegel in diesem Tempel über Aäonen aufrechterhalten zu können. Ironisch, dass gegen all diesen Glitzerkram schon fünf lächerliche Seelen ausreichend waren ..."

Psychopathisch lachend löst sich Iris in ein grellrotes Licht auf. Shayenne bleiben nur ein paar Minuten, um die bewusstlosen Körper ihrer Gruppenmitglieder aus dem zusammenstürzenden Tempel zu retten.

Am Horizont erkennt man einige schwarze Punkte, die sich wie ein Ameisenschwarm über die Dünen vor Aor vorarbeiten. Die Schlacht ist bereits in vollem Gange.
Wenn Olfaktillus, Duderstadt, Arthur, Barnabas und Tiamat aufwachen, können sie sich nicht mehr an ihr früheres reales Ich erinnern ...




Ein Priester tippt den Wachmann von der Kathedrale auf der Schulter an, als dieser heftig mit Carla am streiten ist.
"Seit wann gewährt man einer Schwester nicht Einlass in diese Hallen, Paladin?", spricht er mit ruhiger Stimme. "Sire, ich habe nur meine Befehle - ..."
- "Die Situation hat sich geändert, Leutnant. Gewährt dieser Frau zutritt."
"Erklärt mir, wieso ihr der Bevölkerung keinen Schutz zukommen lasst, Hohepriester!", schimpft Carla. "Und ohne die anderen gehe ich nirgendwo hin!"
- "Diese Gemäuer sind längst nicht mehr so stabil wie einst. Der Zahn der Zeit nagt schwer. Außerdem sind die Gewalten da draußen nicht natürlichen Ursprungs ..."
"Die Katakomben sind stabil und geräumig genug, da bin ich mir absolut sicher."
- "Vielleicht ... Ich werde sehen was sich tun lässt, aber zunächst müssen wir eine wichtige Angelegenheit besprechen, Schwester."
Der Hohepriester lässt Gruppe 2 eintreten und führt sie hinter den Altar auf einen Balkon. Ihr blickt auf das lodernde Inferno der brennenden Stadt.



"Ich weiß nicht, weshalb ihr und eure Freunde hier seid, Priesterin, aber wie ihr seht hat uns eure Ankunft auch ein furchtbares Unheil beschert. Und obgleich ich weiß, dass ihr damit nur wenig zu tun habt, muss ich euch um eure Hilfe bitten. Ich habe von einem Ordensbruder Kunde über eure Taten in Chethel erhalten. Ich glaube niemand wäre geeigneter für diese Aufgabe als ihr."
- "Wir sind hergekommen in der Hoffnung, hier Schutz und Hilfe zu finden ..."
"Von alldem ist nicht mehr allzuviel übrig, wie ihr seht."
Er holt tief Luft.
"Nach dem Ende des Dämonenkriegs vor tausend Jahren spaltete sich von der Kirche der schimmernden Klinge ein Kult ab, der sich bis heute unter dem Banner des "Auges" vereinigt. Lange Zeit arbeiteten wir mit dem Kult Hand in Hand, um eine erneute Bedrohung wie damals abzuwenden, doch in letzter Zeit haben sich ihre Anhänger immer mehr in sich zurückgezogen. Wir können nur Vermutungen darüber anstellen, was derzeit in der Welt vor sich geht, aber die jüngsten Ereignisse deuten doch sehr darauf hin, dass es sich bei dieser Entwicklung auf keinen Fall um etwas Gutes handeln kann. Wir brauchen jemanden, der intensivere Nachforschungen anstellen kann, was es mit dem Auge und dem Angriff auf unser Stadt auf sich haben könnte. Außerdem ist es sehr wichtig, dass - ..."
Eine heftige Explosion erschüttert die Kathedrale.
- "Ein Meteor?!"
"Nein, das kam von drinnen ...!", ruft der Hohepriester hektisch.
Ihr verfolgt den Weg zurück zum Hauptsaal und blickt auf die Trümmer von Statuen. Als ihr durch das zu schwielender Asche versengte Haupttor seht, zeigt sich euch ein Bild des Grauens: Hunderte halb verbrannte Leichen auf dem Platz, auf dem noch vor ein paar Minuten die hilflosen Stadtbewohner um Hilfe gebettelt hatten. In der Ferne seht ihr eine Gestalt mit weißer Mähne langsam die Straße hinabschreiten.
"Moloch ...", murmelt der Hohepriester.
Ein Stöhnen dringt zu euch hinüber. Ein rothaariger Mann in einer weißen Robe (Kael) liegt mit Brandwunden gegen einen Mauerrest gelehnt.
"K- könnt ihr mir vielleicht helfen?"

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Pen² am 04.12.2007 19:29.

04.12.2007 17:24
Saber
|-=[Chaotic Neutral]=-|




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verdiente Marken: 92

Gruppe 1: Ben/Arthur   



Tiamat lupfte durch das Loch in der Wand und war verschwunden. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis die Geräusche, die sie in Fuchsgestalt von sich gab, komplett verhallt waren. Was auch immer sich hinter dieser Wand verbergen mochte, es schien groß zu sein. Hoffentlich würde sie sich nicht verlaufen oder vielleicht sogar in Schwierigkeiten kommen. Bei so einem alten Tempel wusste man ja nie, ob sich nicht irgendwo ein paar tötliche Falltüren, aus den Wänden schnellende Sensen, Stacheln oder gar untote Bewacher verbargen. Ich nahm mir die Zeit und betrachtete die Wandmalereien und anderen Gebilde auf der Wand. Etwas besseres hatte ich eh nicht zu tun. Iris würde wohl noch eine Weile für ihre Vorbereitungen brauchen und irgendwie hatte ich auch nicht wirklich Lust, mich durch die Eingeweide dieser alten modrigen Gruft zu schleichen. Es war sowieso schon schwierig genug, irgendetwas zu sehen.

Ein Seufzer hinter mir. Ich drehte mich um und sah, wie Shayenne an der Wand entlang gen Boden fuhr und sich deprimiert gegen diese lehnte. "Ich halte diesen Kram nicht mehr aus..." murrte sie und klang dabei so, als würde sie gefoltert werden, richtig theatralisch und depressiv. Ich blickte zu ihr herunter. "Dieser Kram ist zuviel für mich..." Irritiert hob ich eine Augenbraue an. Sie war von Anfang an ein wenig zickig gewesen, aber es war mit der Zeit immer schlimmer geworden. Sie benahm sich so, als hätte sie sich überhaupt nichts dabei gedacht, als sie sich für diesen Test eingeschrieben hatte. Irgendwie machte mich das wütend.
Die letzten paar Tage, oder zumindest die als so wahrgenommene, vergangene Zeit in Rampant World, war zwar nicht wirklich ideal verlaufen, aber dennoch: Ich fand es ausgezeichnet. Es war genau das, was ich mir erwünscht hatte. Zwar gab es einige Makel, wie zum Beispiel die Tatsache, dass das RW-Setting Schusswaffen und andere etwas modernere Technologien zuließ (ich war fast aus der virtuellen Haut gefahren als ich sah, dass Duderstadt tatsächlich einen Jeep genäht hatte. Sowas gehört einfach nicht in ein Fantasy-Setting), aber ansonsten war es wie ein wahrgewordener Traum.

Das Gefühl, alles selbst zu erleben...selbst zu kämpfen, selbst du überleben...aus eigener Kraft voranzukommen...es war einmalig. Mein Blick wanderte auf mein Schwert hinab, das ich weiterhin in meiner linken Hand hielt. Ich konnte das Gewicht der Klinge spüren, wenn ich sie anhob; die Luft, die sie beim Schlag durchschnitt; die Wucht, die durch meine eigene Kraft entfesselt wurde...

"Das ist definitiv nicht, was ich mir vorgestellt hatte..." murmelte Shayenne weiter vor sich hin, richtete ihre Vorwürfe gegen immaginäre Dritte im Raum. Ich starrte sie wieder an. "Was hast du dir denn bitte vorgestellt?" Unsere Blicke trafen sich. Ihr vorwurfsvoller Blick richtete sich jetzt vollständig auf mich anstatt gegen irgendwelche nicht-existenten Gestalten. "Auf jeden Fall nicht das hier! Das ist einfach grauenhaft. Ich kann mich nicht ausloggen, ich sitze hier in irgendeinem alten Tempel und zu allem Überfluss bin ich auch noch von lauter Spinnern umgeben." Sie schnaubte regelrecht vor Wut. Ich wusste nicht, ob ich mich als "Spinner" angesprochen fühlen sollte, aber ich wurde trotzdem auch wütend. "Wenn dir das alles hier so stinkt, wieso hast du dich dann überhaupt für den Betatest angemeldet? Dir hätte doch wohl klar sein müssen, dass das hier mehr als nur ein Spiel ist, bei dem du einfach nur deinen Charakter von A nach B bewegst."

Shayenne wedelte mit der Hand durch die Luft. Sie richtete sich auf, klopfte sich den Staub vom Po und sah mich wieder an. "Ich dachte, das hier wäre vielleicht ganz interessant und lukrativ, aber das hier ist definitiv keine vielversprechende Zielgruppe." erwiderte sie. Was sollte das denn jetzt heißen? Sie musterte ihre Jacke, fand dort noch einige weitere Staubflecken und begann, diese wegzuklopfen. "Ich hätte wissen müssen, dass das hier eher nur was für perspektivenlose Jugendliche ist, die nichts besseres zu tun haben, als den ganzen lieben langen Tag vor dem Computer zu hocken und irgendwelche Online-Spielchen zu spielen. Vollkommen hirnlos." Ich machte einen verärgerten Schritt vorwärts. "Was soll das heißen? Du bist nicht hier, weil du Interesse am Spiel selbst hattest, sondern nur weil du dachtest, damit Geld zu machen." Sie nickte auf diese Frage nur belanglos, als wäre das überhaupt kein Ding. "Ich dachte, man könnte mit diesem Spiel vielleicht zusätzliches Geld durch Sponsoring und so weiter machen, aber ich seh schon, die Leute, die dieses Spiel spielen werden, sollte es überhaupt jemals fertig und fehlerfrei funktionieren, werden ganz bestimmt nicht die passende Zielgruppe für das Produkt meine Firma werden."

Mein Bild von ihr ging geradewegs in den Keller. Nein, eigentlich sogar noch weiter runter. Diese Frau, oder Person, was auch immer, hatte garkein Interesse an diesem Spiel. Überhaupt keins. Alles, was sie wollte, war Geld. Dieser Gedanke machte mich rasend, genauso ihre abfälligen Kommentare über ihr Bild der Spieler, denn damit beleidigte sie indirekt, oder eigentlich sogar schon direkt mich. Ich ballte meine rechte Faust. Sie zuckte mit den Schultern und ließ diese dann schlaff hängen. "Ich hab sowas von keine Lust mehr auf all das hier. All dieses Laufen, dann diese anderen Typen und das nicht ausloggen können. Mir stinkt dieser Käfig ganz gewaltig. Wenn ich hier nicht bald rauskomme, werden ich diese Programmierer bis auf den letzten Cent auf Schmerzensgeld verklagen."

"Dir scheint wohl nicht klar zu sein, dass wir im Moment in Gefahr sind, oder?!" rief ich aufgebracht, worauf ich einen fragenden Blick von Shayenne erntete. "Und ist das meine Schuld? Die Programmierer haben doch Mist gebaut, nicht ich." Wütend stampfte ich vorwärts, bis ich nur noch einen Schritt von ihr entfernt war. "Und trotzdem bist du hier." antwortete ich. "Oh ja, und ich bereue es wie sonst was. Zumal sich hier Ernsthaftigkeit und Idiotie scheinbar dauernd die Klinke in die Hand geben."
Das reichte mir. Ihre Kommentar gingen mir auf die Nerven. Ich machte den letzten Schritt nach vorne, holte mit der freien rechten Hand aus und packte sie am Kragen, drückte sie gegen die Tunnelwand. "H-Hey! Was fällt dir ein mich so anzufassen?!" rief sie aufgebracht. Ich starrte sie verärgert, nein, eigentlich vollkommen wütend an. "Du hast gewusst, dass das hier ein Betatest ist für eine Soft- und Hardware, die noch nicht ausgereift ist! Genau darum haben sie ja Leute gesucht! Nachdem du zugestimmt hast, teilzunehmen, erklärst du dich automatisch bereit, eventuelle Risiken in Kauf zu nehmen! Also hör auf dich so zu benehmen, als seien alle anderen nur ein Haufen von Vollidioten. Schieb die Schuld nicht auf die anderen sondern übernomm auch selber etwas Verantwortung!" Sie packte mich am Handgelenk und versuchte so, meinen Griff von ihrem Kragen zu lösen.
"Was bildest du dir eigentlich ein?" protestierte sie empört und genauso wütend. "Es mag war sein, dass die Programmierer Mist gebaut haben, aber das ändert nichts an der Tatsache, dass du hier bist, aus freien Stücken. Dir hätte klar sein müssen, dass irgendetwas hätte passieren können, aber scheinbar hast du wohl nur ans Geld gedacht!" Sie fing an, heftiger herumzuzappeln um sich meinem Griff zu entziehen. "Was passiert ist, ist passiert! Du bist hier, ich bin hier und unser beider Leben, sowie die der anderen stehen auf dem Spiel. Jetzt in diesem Moment sind wir beide für unsere Leben verantwortlich, genau wie in der Realität." Sie starrte mich verhasst an.

Iris stimmte schallte durch die Gänge, bat uns, uns wieder im ersten Raum zu versammeln. Unser beider Blicke gingen in Richtung des Ursprungsortes der Stimme, bevor wir sie wieder aufeinander richteten. Ich ließ von ihr ab und ging einige Schritte zurück in den Gang, bevor ich stehen blieb und nochmal über meine linke Schulter zu Shayenne saß. "Leute wie du machen mich krank..." beendete ich meine Ansprache und ging. Von hinten hörte ich noch ein leises "Freak...", aber ich ignorierte es.


-----

Während des Rituals hatte ich ein ungutes Gefühl. Ich konnte nicht genau beschreiben was es war, aber irgendwie fühlte ich mich unwohl. Ob es an meiner vorherigen Streiterei mit Shayenne lag? Ich wusste es nicht. Langsam begann der ganze Tempel zu beben. Steinbrocken vielen von der Decke herab, prallten von dem Magiekreis, den wir gebildet hatten, ab und zerbrachten lautstark auf dem Boden. Hier lief etwas extremst schief. Ich wollte bereits meine Stimme erheben und Iris fragen, was vor sich ging, doch bevor ich dazu Gelegenheit hatte, sah ich nur noch, wie sie irgendwelche Handbewegungen machte bevor ich von irgendetwas weissem getroffen wurde. Einmal mehr wurde mir schwarz vor Augen...

-----

Mit einem Brummschädel wachte ich wieder auf. Ich setzte mich auf und fiel fast augenblicklich wieder zurück. Mir war schwindlig. Mein Kopf schmerzte, als hätte ich zuviel getrunken. Was zum Teufel war passiert? Ich schaute mich um. Wir waren in dem Wald, der den Tempel, der eingestürzt war, an einer Lichtung genauer gesagt, am Rande eines Flusses. Ich sah die anderen, teils bewusstlos, teils wach, auf dem Waldboden oder an Felsen und Bäume gelehnt. Shayenne kümmerte sich um sie. Ich versuchte mir in Erinnerung zu rufen, was passiert war.

Iris...ganz sicher, das war Iris' Werk. Wir waren schon wieder verraten worden, zum zweiten Mal nun schon. Ich biss die Zähne zusammen, meinen Schwindel unterdrückend während ich versuchte, aufzustehen. Da war nicht nur der Schwindel, der mich plagte. Mein ganzer Kopf, mein Verstand...es fühlte sich so an, als würde etwas...fehlen...War ich noch zu benebelt von dem gerade vergangenem? War mir ein Stein auf den Kopf gefallen? Ich wusste es nicht...irgendwie...wusste ich garnichts mehr...meine Erinnerungen...sie reichten nur noch zurück zu dem Moment, in dem ich in der Wüste erwacht war, zusammen mit den anderen.

Alles andere war...weg.

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04.12.2007 23:30
Koururi
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Gruppe 1: Tiamat   



Shayenne keuchte. Überall war Staub und ich hörte Trümmer, die immer leiser wurden. Das Beben war plötzlich weg und die letzten Steine krachten irgendwo nach unten. "Das war knapp..." keuchte Shayenne. "Ich wusste, dass man ihr nicht trauen, ich wusste es einfach. Leute, wir loggen uns auf der Stelle aus."
"Was sollen wir?" fragte Barnabas und dankte Shayenne im nächsten Moment für ihre Hilfe. "Hätte ich in diesem Spiel nicht weitaus stärkere Kräfte, wären wir alle zugrunde gegangen."
Ich schaute mich an. Ich war unversehrt. Wovon redete sie? Spiel?
"Ausloggen?" wiederholte Duderstadt. Ich musterte mich. Keine Verletzungen.
"Ja, ausloggen. Zurück ins reale Leben ohne diesen Scheiß! Ich habe einen Konzern zu leiten, verdammt nochmal! Sha Coffee. Ich bin die berühmte Shana Shakowsky, die Welt braucht mich!" argumentierte sie.
Ich hatte keinen Plan, wovon sie sprach. "Schon klar. Ich glaube, sie hat zuviel Staub ins Ohr gekriegt" scherzte Olf. Ich fühlte mich plötzlich so leer. So unglaublich leer und traurig. Mir fehlte etwas und wenn ich darüber nachdachte, wer ich war, hörte es auf. Ich konnte nur noch an die Wüste denken und an Kura und was ich mit ihr gemacht hatte.
Ich stiefelte auf Arthur zu. "Wer... bin ich?"
Arthur schwieg. Olf lachte: "Jetzt dreht die auch noch durch."

Tränen standen mir im Gesicht. "Ich heiße Tiamat, das weiß ich. Aber woher komme ich und wieso sind wir in der Wüste aufgewacht? Wieso das alles? Haben wir denn kein Zuhause, um das wir uns kümmern können?"
So verwirrt hatte ich mich noch nie gefühlt.
"Wir haben eine Mission..." sprach Barnabas. "Die sich wortwörtlich in Asche aufgelöst hat. Jetzt haben wir nun wirklich keinen Grund mehr, irgendeinen Krieg zu verhindern..." zuckte Duderstadt mit den Schultern. Ich setzte mich auf den Waldboden und starrte meine Hände an. Der Fluss rauschte, wie ich es nach einer Weile vernahm. Ich stand auf und rannte zu ihm. Mein Spiegelbild zeigte mir mich und als Arthur sich näherte, zeigte es ihn.
"Ihr kennt etwa nicht die berühmte Shana Shakowsky?" Shayenne war ein unglaublich lauter Mensch und flippte fast aus. Sie behauptete, jemand anderes zu sein. Jemand anderes?
Wer war ich? Gab es außer einer Tiamat noch jemanden? War ich auch anders? Mein Spiegelbild verschwamm mit jeder Welle wieder und meine Tränen wollten nicht aufhören zu laufen. "Weg... alles ... ist ... weg..." Ich schmiss voller Wut einen Stein ins Wasser. Und noch einen. Als ich zum dritten ausholen wollte, packte Arthur meine Hand von hinten. Der Stein fiel nach unten. "Es ist nicht die Zeit zum Verzweifeln."
"Sagt ja der Richtige da hinten" rief Duderstadt zu uns. Ich drehte mich um und fiel nach vorne in Arthurs Arme. Ich fühlte mich so schwach und inkomplett. "Ich will nicht mehr...." sprach ich und fühlte wie ich die Gestalt des Fuchses annahm. Olf kam und nahm mich auf seine Schulter. "Ich höre etwas..."
Arthur zog sein Schwert. Ich fühlte mich zu verstört, um irgendetwas zu machen...

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05.12.2007 18:44
Icarium
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Gruppe2:Kael/Alexander   



Es dämmerte bereits, als ich aus dem Schatten des Waldes trat. „Puuuuh endlich hab ich diese komische Stadt gefunden, dachte schon ich hätte mich verlaufen.“ Ich ging weiter auf die Tore zu, wo mir die Wachen einen seltsamen Blick zuwarfen, aber mich dennoch passieren ließen. „Fühlt sich irgendwie komisch an, nach der ganzen Zeit in der Wildnis wieder in eine belebte und vor allem geschäftige Stadt zu kommen.“ Ich überlegte kurz, ob ich nicht meinen Beutel wegstecken sollte, welcher ich an meinem Stab trug. Ich befestigte ihn an meinem Gürtel, da er mir der Inhalt doch zu wertvoll war. Irgendwie faszinierte mich die Stadt, überall war geschäftiges Treiben, die Leute priesen ihre Ware an und manche bauten auch schon ab.“ Tjo für einen Einkaufsbummel bin ich wohl heute zu spät. Mal sehen ob ich morgen die Zeit dazu finde, aber erst nachdem ich die Nachricht an die Paladine überbracht habe.“ Murmelte ich vor mich hin. „Sie da, kommen sie näher, los, kommen sie näher. Sie sehen so aus, als wenn sie Hunger hätten. Kaufen sie unsere Spezialität, frisch aus dem Ofen!“ Ich ging also wirklich näher, da der Duft, der in der Luft hing einfach zu verführerisch war. “Was ist das denn?“ fragte ich und der Verkäufer erklärte mir das es eine Art Pastete wäre. Ich nahm eine und bezahlte, bevor ich weiter die letzen Stände des Marktes abklapperte. “Hmmm schade und ich dachte das ich vielleicht etwas interessantes entdecken würde, wie z.B. ein magisches Buch oder so.“ Ich schlenderte einfach gelassen über den Markt und genoss die Atmosphäre, die diese mittelalterliche Stadt ausstrahlte. Die Sonne war nun fast untergegangen und die Menschen begaben sich nun in ihre Häuser, wodurch es zunehmend leerer auf den Straßen wurde. “Kael, vielleicht solltest du dir auch langsam mal ne bleibe suchen.“ Also klapperte ich die einzelnen Gasthäuser ab und fragte nach einem Zimmer, aber leider waren alle belegt, weswegen ich wohl oder übel in einem Stall übernachten musste, draußen auf dem Heuboden. „hmm nicht gerade der bequemste Schlafplatz, aber besser als gar nichts.“ Dachte ich mir und machte es mir bequem. Ich freute mich zwar mal eine große mittelalterliche Festung zu sehen, aber irgendwie fehlten mir die Wälder und vor allem die nette Gesellschaft. Während ich an die saftigen Wiesen, die wunderschönen Lichtungen und den Wald dachte, dämmerte ich nach und nach hinüber in das Reich der Träume.

„WAS ZUR…?“ schreckte ich auf als ich in einiger Entfernung ein lautes Krachen hörte. „Was is denn jetzt schon wieder los…. Immer diese Krawallkinder mit ihren beschissenen Böllern!“ regte ich mich auf. „ MERKT EUCH DOCH MAL DAS DIE DINGER ERST ZU SILVESTER GEZÜNDET WERDEN!“ schaukelte ich meine Wut immer höher und packte meinen Stab und ging in Richtung des Eingangs. „Irgendwie passt das nicht, es ist zu hell draußen, das kann unmöglich die ganze Nacht gewesen sein die ich geschlafen hab.“ dachte ich, als ich sah wie Licht durch den Türspalt hinein viel. Ich öffnete die Tür, schaute nach draußen….schloss sie wieder und wiederholte die ganze Aktion noch ein mal. „SHIT…nix Böller…wo bin ich hier gelandet? Armageddon? Hatte ich nicht eigentlich die Fantasywelt gebucht und nicht das Bruce Willis Feuerparadies?“ schossen mir die Gedanken durch den Kopf. Ich schaute mich um und überall fielen große Feuerbälle vom Himmel und setzten alles in brand, was sie berührten. Meine Blicke schossen hin und her, Häuser brannten, Menschen Schrieen und liefen wild durcheinander, Gebäude aller Art brachen zusammen und erschlugen die flüchtenden. „Entweder ich lag mit meiner Vermutung richtig und Rampant World geht grad unter und ich lande in der Hölle oder hier läuft irgendwas nicht wirklich nach Plan. Bin ich hier in ne Belagerung geraten oder in den Amoklauf eines bekloppten Magiers?“ fragte ich mich selber. Eine Frau lief an mir vorbei und schrie mich an :“ LAUF! Renn zum Kirchenplatz oder du wirst sterben!“ Sie lief weiter mit gehetztem Blick und ihren kleinen Sohn an sich gepresst. „Ich glaube ich sollte hier wirklich verschwinden, eigentlich ein Wunder, dass der Stall noch nicht brennt.“ Ich hörte ein angsterfülltes Wiehern, als ein Meteor –ich nahm zumindest an, dass es sich um welche handelte- in der Nähe einschlug und den Stall in brand setzte. Ich rannte wieder in den Stall und öffnete die Stalltüren, damit die Pferde entkommen konnten. „Was mach ich hier eigentlich? Ich rette Pferde? Und wenn ich jetzt selbst gegrillt werd? Irgendwie kein schöner Gedanke.“

Ich rannte wieder raus und versuchte die Richtung zur Kirche herauszufinden. „Hmmm scheiße, wo is das verdammte Ding denn jetzt? Woher soll ich denn nun bitte wissen wo die verdammte Kirche ist?“ Ich rannte einfach los, denn hier konnte ich nicht bleiben, überall schossen Flammen in die Höhe und weitere Meteoriten hagelten auf die Stadt nieder. Ich rannte in irgend eine Gasse und landete prompt in einer Sackgasse. „SHIT, ich weiß schon warum ich Wälder lieber mag… da gibt’s keine Sackgassen!“ brüllte ich die Mauer an. Ich drehte mich um und schlagartig wurde mir kalt, nicht körperlich kalt, aber mir lief ein kalter Schauer den Rücken hinab. Ich blickte in die Straße, aus der ich gerade gekommen war und sah die flüchtenden Leute, alles wie eben, doch dann schrie eine der Frauen gellend auf. Sie viel zu Boden und rührte sich nicht mehr. „Irgendwas stimmt hier nicht, das geht hier alles nicht mit rechten Dingen zu“ dachte ich, als ein Mann mit einem Katana und schneeweißen Haaren die Straße entlanglief und grinsend Leute abschlachtete. Ich fühlte mich wie gelähmt. Doch nach einiger Zeit ließ das Gefühl nach und ich riss mich schwer atmend wieder zusammen. “Kael keine Zeit zum verschnaufen, du musst hier weg!“ raffte ich mich auf und folgte weiter der Straße, bis ich zu der Hauptstraße kam, von wo aus ich endlich die Kirche sehen konnte. Ich rannte so schnell ich konnte und kam endlich an einem völlig überfüllten Platz an. „Mist was is denn hier los? Basar oder was? Lasst mich doch durch ihr Idioten! Ich muss den Paladinen diesen Brief bringen und dann hau ich hier ab.“ Schrie ich die Menge in Gedanken an. Ich musste mich wohl oder übel durch die Menge durchdrängeln, was ich auch tat, so schnell es ging, was aber nicht schnell genug war, weil mich alle Leute für so nen komischen Priester hielten und mich fragten warum sie nicht in die Kirche dürften. Als ich endlich kurz vor der Treppe war, hörte ich hinter mir einen lauten Knall, dann Hitze, dann eine Druckwelle, die mich niederwarf. „Da ist jetzt nicht wirklich so ein beschissener Meteor in die Menschenmenge gekracht, es wird ja immer besser hier.“ Wie auf mein Kommando folgte ein weitere Krachen, welches diesmal jedoch näher war. Es wurde warm, nein Heiß, verdammt heiß! Ich kroch vorwärts und immer wieder schlugen diese riesigen, tödlichen Geschosse in den Platz ein. In einer kurzen pause von Druckwellen, Flammenstößen, Erschütterungen und diesem ohrenbetäubenden Krach sprang ich auf und rannte los und erreichte endlich das Tor der Kathedrale, öffnete sie, schlüpfte hinein und schloss sie wieder.
„Verdammt, da draußen bricht die Hölle los.“ Ich drehte mich um und das erste was ich sah war ein Schwert, ein langes, glitzerndes Schwert und es war auf mich gerichtet. „Tut mir leid, aber du musst gehen, wir haben Befehl niemanden in die Kathedrale zu lassen, also hau ab oder ich muss dich weniger sanft darum bitten!“ knurrte mich der Soldat in seiner silbernen Rüstung und dem Langschwert an. „Tut mir leid, ich will keinen Ärger, aber da raus gehe ich bestimmt nicht noch mal.“ Antwortete ich, was sich jedoch kurz darauf eh erledigt hatte, denn das Tor hinter mir explodierte in einem Feuerball, der mich zu Boden schleuderte und mich versengte, bis ich es endlich schaffte mich aus der Flammenzunge zu rollen. Ich Rollte weiter bis zu einer Mauer, wo ich mich unter enormen Schmerzen und einer ungeheuren Anstrengung aufsetzte. „Von wegen Schmerz wird nur stark abgeschwächt weitergeleitet, ich fühl mich grad wie ein Steak auf dem Grill. Okay, dann wollen wir ma gebrauch von unseren Heilkräften machen.“ Ich konzentrierte mich auf meine Haut und Lungen, um die Verletzungen zu heilen, doch es geschah nichts. „Fuck, das kann doch nicht sein, sonst hat’s doch auch –fast- immer funktioniert! Diese Scheiß Magie kann mich doch nicht jetzt im stich lassen, wie ich hier rum lieg wie eine halbgare Bratwurst!“ Ich schaute mich um, hier musste doch irgendwo ein Heiler sein, war ja schließlich ne Kirche von irgend einem heiligen Orden.


Es wurde langsam dunkler um mich, ich konnte kaum noch was sehen, meine Augenlider wurden immer schwerer. „Tja Kael, alter Junge, das war’s dann wohl, Monster haben dich nicht gekillt, aber ein verschissener Meteor, der ZUFÄLLIG in deinem Rücken gelandet ist. Irgendwie ist das doch ne beschissen ironische Situation.“ Dachte ich mir noch, aber dann sah ich irgendwelche Leute um die Ecke rennen, und siehe da, da war sogar so ein Priester und irgend ne Priesterin dabei, mit langen, weißen haaren und einem komisch leuchtenden Streitkolben. Ich sammelte meine Kräfte und brachte nach einiger Anstrengung ein „K- könnt ihr mir helfen?“ hervor. „ Oh mein Gott!“ entfuhr es der Frau, als sie mich sah. Sie kniete sich neben mich und schaute sich meine Wunden an. „Das dauert zu lang“ sagte der alte Mann neben ihr und kniete sich neben sie. Er legte seine Hände auf meine Brust, was mir unweigerlich ein aufstöhnen entlockte. „Ganz ruhig junger Mann, ich werde ihnen nichts tun.“ sagte er und ein warmes Licht breitete sich von seinen Händen aus. „Wurde aber auch zeit, hätteste noch bisschen weiter geschwafelt, hätte es mich wohl trotz Priester erwischt.“ grummelte ich innerlich, war jedoch auch erleichtert, dass ich doch noch nicht verrecken musste. Nach kurzer Zeit fühlte ich mich wie neu und stand auf, jedoch immer noch etwas wackelig auf den Beinen, weshalb ich mich auf meinen Stab stützte. „Danke.“ Sagte ich und verbeugte mich. Ich setzte gerade dazu an, mich vor zu stellen, als mir der Alte dazwischenbrabbelte. „Keine zeit für so was, wir müssen los, hier können wir nicht bleiben. Los kommt, wir müssen zu den Katakomben!“ Ich schaute ihn etwas verwundert an und bemerkte erst dann die anderen Leute, die hier so herumstanden. „Oha, ein Cowgirl, eine Ritterin, diese Komische Priesterin, Ein Kerl in knallengen Hosen, ein anderer, mit ner Laute, wahrscheinlich ein Barde und eine seltsam aussehende Frau die mich seltsam anschaute… ach so und der komische alte Priester in seinen weißen Gewändern. Was geht denn hier schon wieder ab? Bin ich auf die moderne Version von Frida (nennt Elektra erstmal so) und die Gefährten gestoßen, die den einen Armreif in den Feuern des Meteors vor der Tür verbrennen wollen?“ „Seid ihr Spieler?“ fragte ich. „Ja sind wir“ kam es von der Ritterin. „Na das is doch schon mal was, wenigstens nicht irgendwelche dummen NPCs, Moment mal Spieler? Ich dachte schon ich bin der einzige hier.“ „ Gut, wenigstens etwas.“ Sagte ich. „Los jetzt, wir haben keine Zeit zu verlieren, wir sind in großer Gefahr!“ sagte der Priester nun etwas energischer. Wir liefen ihm hinterher und erreichten eine Treppe, die Weit nach unten führte, in die Dunkelheit hinein. Der Priester ging voraus und hielt einen Kristall hoch, der auf einmal anfing zu leuchten. Wir gingen die Treppe hinunter und hörten oben immer wieder ein Krachen. Als wir an eine Kreuzung kamen, sagte der alte Priester wir sollten weiter gehen, und zog einen Stein aus der Wand, woraufhin die Treppe einstürzte und unser Rückweg versperrt war. Mir brach der kalte schweiß aus, als ich endlich realisierte, was mir bevorstand. Eine Tour durch die engen, dunklen Katakomben unter der Stadt und das mit meiner Platzangst. „WAS SOLL DER SCHEIß? Warum hast du unseren Rückweg Blockiert?“ schrie ich. „Weil uns der Moloch da oben sonst folgen kann und das wäre unser Ende. Also beruhig dich.“ Sagte der Priester. „Der hat gut reden, hat ja auch keine panische Angst vor engen räumen!“ ließ ich meiner Wut in Gedanken freien Lauf. „Wir müssen weiter“ Sagte er, was schon fast wie eine Tonbandansage klang. Ich lehnte mich an die Wand und sank an ihr zu Boden. „Hey kopf hoch, wird schon wieder.“ sagte das Cowgirl und half mir auf die Beine. So marschierten wir also in die dunklen Tunnel und hofften darauf, schnell einen Ausgang zu finden, ganz besonders ich, da ich stark mit meiner Angst zu kämpfen hatte.

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Icarium am 06.12.2007 21:50.

05.12.2007 23:15
Shin
Boah, Carla, leg eine andere Platte auf




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Rums!
Und schon wieder bebte es. "Schneller!" trieb Gavin uns an. "Der Meteoritenhagel scheint immer stärker zu werden" japste Nika und war während des Laufens besorgt, dass alles dort blieb wo es war. "Hey, wisst ihr überhaupt, wohin ihr rennt?" rief Seamon. "Katjuschka und ich kommen kaum hinterher."
"Selbst schuld, was suchst du dir auch ausgerechnet einen lahmen 120 kg Bot als Liebhaberin aus" maulte Nika nach hinten. In der Tat, diese lahme Katjuschka passte kaum durch die Gänge und ich hänselte sie die ganze Zeit mit "Fettarsch", aber immer nur wenn keiner hinhörte. "Hey Kael, hilf mir beim Anschieben, sonst..."
Es rumste und das Beben fiel dieses Mal so stark aus, dass wir alle umfielen. Es wurde dunkler in dem Gang und die Dunkelheit wollte uns fressen. "So ein Mist..."
"Seid ihr alle noch da?" rief Gavin nach hinten. Er lief ganz vorne voran. Eris war zu hören, Carla erroch ich an dem Mundgeruch, Seamon an seinem rhythmischen Schnaufen und durch Nika war ich weich gepolstert.
"Ich glaube, da vorne ist etwas eingestürzt..." sagte der Neue schüchtern. Wie hieß der? Karl? Super! Das konnte ich mir gut merken. "Karly Charly, geh vor und finde es heraus!" gab ich ihm einen Schubs nach vorne und er fiel auf irgendjemanden. "Langsam werde ich noch paranoid, dass mir alle zufällig dorthin langen!" schimpfe Nika.
"Ich bringe mal etwas Licht ins Dunkel. Dafür wurde ich geboren!" sprach ich.
"Nicht!"
"Nein, Elektra!"
"Halt!"

*bzzzzzzzzzzzzzzz*
Um mich herum flackerte alles auf und für einige Sekunden blitzte es.
Die anderen fielen wieder zu Boden. "Okay, ein letztes Mal nach..." rief Gavin und hielt einen Holzscheit nach oben. Er ging in Flammen aus. "Super gemacht!" lobte Karly Charly mich. Ich staunte über meine neuen Fähigkeiten. "Ich sollte Feura heißen. Oder Flamma. Oder vielleicht..."
Gavin hob die Fackel hoch und endlich konnten wir wieder etwas sehen. Katjuschka kuschelte sich an Seamon. Ich schaute sie böse an und ließ meine Finger aufblitzen.
"Es wird Zeit, dass wir hier rauskommen..." rappelte Eris sich auf. "Eris hat Recht."
Ich legte den Kompass auf den Boden. Gavin hielt die Fackel nach unten und lächelte mich an: "Elektra... das macht hier keinen Sinn. Es geht nur nach vorne."
"Ruhe, Gavin..." sagte ich und legte den Kompass nach unten. Der Pfeil drehte sich und hielt an.

"..."
"....."

"Wir müssen durch diese Wand!" zeigte ich nach rechts.
"...."
"Los!"
Ich schubste Seamon dagegen.
"Zu hart."

"Weiter..." moserte Carla und mit dem nächsten Beben rappelte sie sich auf.
"Stehen geblieben!" rief ich.
"Vielleicht solltet ihr besser auf sie hören..." rief Karly Charly der zweite. Ich mochte ihn schon jetzt. "Nein, die ist immer so.." rief Nika.
"Steeeeeeeeeeheeeen gebliebeeeeeen!" schrie ich und bündelte meine Fäuste mit Elektroenergie. "Was glaubt ihr, wer ihr seid, dass ihr eure Anführerin zurücklasst!" Ich schlug wütend nach rechts und verfehlte um ein Haar Seamon. Meine Faust krachte gegen die Wand und Steine bröselten nach unten. "Schnell, schneller, schneller! Lieber durch die Meteoriten sterben als durch den Irrsinn einer Durchgeknallten!" hörte ich Eris lästern.
Plötzlich brach die Mauer neben mir ein und ich hörte ein Rauschen. Ich schaute nach unten in die Tiefe. "Hallo? Ist da jemand?"
Seamon neben mir stand auf und boxte mit dem Kopf gegen mich: "Mir ist total schwindelig..."
"Hey, ihr da vorne, wir haben etwas entdeckt!" riefen Karly Charly und Katjuschka den anderen zu.
Ich taumelte nach vorne und bemerkte dann erst, dass das Wasser dort entsprang. Ich kippte zur Seite und fiel auf so etwas wie eine Bahn. "Hilfe!" rief ich. Seamon reichte mir seine Hand und hängte sich nach vorne. Das Wasser unter mir floss davon. Katjuschka kam hinzu und griff meine andere Hand. Karly Charly rannte davon und holte die anderen. "Elektra stürzt!"
"Schnell! Ich verliere mein Leben so wie Amme! Ich werde fallen!"
"Elektra, halt dich fest!"Ein Lasso kam geflogen. Ich musste Seamons Hand loslassen um danach zu schnappen. Ich ließ los und griff nach vorne. Plötzlich flog er an mir vorbei.
"Seamon!" rief Katjuschka und beugte sich ebenfalls nach vorne und fiel. Beide hielten sich an meinen Füßen fest. Meine Hand hing in der Lassoschwinge von Nika. "Du hast meinen Lassotrick kopiert!" schimpfte ich. "Elektra, halte aus!" rief Carla mir zu.
"Buah!"
Ich ließ los, der Mundgeruch haute mich um. Karly Charly griff nun nach meiner Hand. "Zu... schwer..." stöhnte er. Das Wasser zog mich nach unten und mit Seamon und Katjuschka an meinen Beinen hängen rutschten wir schreiend eine Röhre nach unten. Ich erinnerte mich an die Wasserrutsche, in der ich mit 17 das Wasser gestaut hatte. Bis der Bademeister kam und mich rausschmiss. Das ist meine Chance! Ich nahm den Kompass in den Mund und schüttelte die beiden mit Tritten ab. Dann stemmte ich mich quer. Das Wasser sammelte sich. Und jetzt? Jetzt sollte ich mir eine Taktik überlegen. Ich...

"Aaaaaaaaah!"
"Aaaaaaah!"
"Das war eine scheiß Idee!"

Stimmen von oben und plötzlich bretterte Eris in mich, dicht gefolgt von den anderen. Schreiend drifteten wir alle nach unten.

War das das Aus?

....

Spoiler

Nein, es war nicht das Aus.
Mit einem Platschen landeten wir alle in einem großen See. Ich tauchte auf.
"Alle in Ordnung?" Gavin schmiss den Holzscheit von sich. "Ich sollte uns etwas Li...."
Eris tunkte mich nach unten.

"Hey, kommt hier rüber!" Seamon und Katjuschka winkten uns zu sich. Sie standen auf einem Geröllberg. "Hier gibt es ein Boot..."
Von hier unten war kein Meteoritenbeben zu hören.

"Der geheiligte Gang, der See der Tiefe...."


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06.12.2007 21:10
Misato
Kuros lesbische Onee-sama




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Gruppe 2: Gavin   



Nacherzählungsteil von gestern, der war mir zum löschen zu schade, falls wer Spaß dran hat:

Spoiler

Das Scheiterhaufenszenario war mir nicht geheuer. Ich hätte am liebsten einen riesigen Aufstand angezettelt und das alles platzen lassen, aber das hätte sicherlich zu einer überstürzten Flucht geführt und wir brauchten ja schließlich Schutz. Warum waren wir nicht bei Arnika und ihrer schönen Herberge geblieben? Trotz der Nähe zum Sumpf sicherlich besser als ein paar hexengeile Paladine im Autoritätswahn. Dank Carla und Eris fielen wir auch so auf und dieses Mal war ich doch auf Carlas Seite, obwohl es mich wirklich Überwindung kostete die Sätze zu verinnerlichen. Um uns herum waren nur stinkige Daten, wir waren wirklich in Gefahr, um uns herum konnte der Resetbutton alles wieder in den Ausgangszustand versetzen. Als wir zu unserem ungemütlichen Heulager zurückkehrten, wünschte ich mir, dass wir die Stadt am morgen bei strahlendem Sonnenschein erlebt hätten. So war sie einfach zu trist und düster, dabei hatte sich sicherlich auch ihre guten Seiten. Ich wälzte mich unruhig hin und her, suchte nach einer guten Schlafposition, fühlte mich aber nur ständig gepiekst und unwohl. Ein kurzer Moment des Schlummerns brachte mir nur wirre Alptraumbilder in Form von Killerefeu und einer lebenden Fackel. Kaum hatte ich mich erneut gedreht sah ich wieder den Scheiterhaufen vor mir und plötzlich *boom* explodierte dieser als sei er mit Benzin versetzt. Gleich darauf nochmal und ich fuhr hoch. War mir vorhin noch der Mond viel zu hell ins Gesicht geschienen, so hatte er nun einen unnatürlichen Rotflimmer. Dann krachte es erneut und die Scheune schien zu zittern. Ich saß da und wollte jemanden wecken, um nachzusehen. Erst im zweiten Moment registrierte ich, dass ich selbst aufstehen konnte. Ich war nicht auf Hilfe angewiesen, ich war die Hilfe für andere. Nach einem Blick nach draußen war mir allerdings klar, dass das mal nicht so einfach war. Armageddon hatte begonnen und wir hatten mal wieder Topsitzplätze.

Es wurde hektisch und die Panik der Menschen um uns herum ließ mich nur schwer mein Mantra wiederholen, dass sie alle nur stinkige Daten waren. Dieser Körper war schließlich auch nicht viel mehr. Ich war nicht über 1,80m, hatte keine schick geformten Brustmuskeln und schon gar keine Tattoos - aber ich benahm mich wie jemand, der genau wußte, wie das alles einzusetzen war. Außerdem war mein Mundwerk sehr viel schneller als gewohnt und so hörte ich mich auch schon wieder meine Gedanken rausposaunen.
"Tatsächlich gesehen haben wir zu viert sogar die aller, allerbesten Chancen."
So begab ich mich auch schon allein in Richtung Südtor und suchte nach dem Barden und unserer umweltfreundlichen Alternativstromquelle. Ich ließ mich von einer Welle mittreiben, die ebenfalls das Tor anstrebte und rief immer wieder nach unseren verlorenen Schäfchen. Keine Antwort, keine bekannten Gesichter. Ich riß die Minzplätzchendose aus meinem Mantel und rappelte damit.
"Elektra! Ich füttere dich auch, aber bitte schwing deinen Hintern endlich hierher."
Ein Typ mit wirren Haaren und spärlich in formunschönen Sackleinen bekleidet griff nach meinem Arm.
"Vergiß sie! Meine Eusebia hat es auch schon erwischt. Wir lagen im Bett, dann gab es Krach und sie war nicht mehr da. Sie hatte immer darauf bestanden links zu liegen und nun war sie nicht mehr da. Die ganze linke Haushälfte war fort. Sie nur!" Er hielt mir seine verkohlten Handflächen entgegen. "Ich habe es versucht... es war heiß, da war nichts mehr. Ich bin frei! Jetzt bin ich endlich frei! Sie ist fort und ich bin frei!"
Wie Rumpelstilzchen rannte er noch schneller durch die Menge. Ich blieb mit einem entsetzten Ausdruck zurück.

Es war unmöglich sich hier zu orientieren und die Einschläge rissen einfach nicht ab. Die Stadtwache am Tor war vollkommen ohnmächtig und schaffte es nicht die Leute in geregelten Bahnen rauszuführen, schon komisch, dass Elektra sich hier nicht durch lautes Kreischen bemerkbar machte. Ich wollte mir einen Überblick verschaffen, um sicher zu gehen, dass ich sie hier nicht finden konnte. Also suchte ich den Weg zum Straßenrand, schwang mich dort über aufgetürmte Fässer auf einen höhergelegenen Balkon und konnte hier immerhin die kleinen Gassen besser einsehen. Nirgends die bekannten Gesichter. Dann hörte ich von unten ein Anschwellen der Schreie, sah nach oben und glaubte schon die Hitze zu spüren. Keinesfalls würde ich mich noch mal unter irgendwas begraben lassen, dieser Körper blieb unversehrt. Ich rannte den Balkon entlang, sprang auf die Brüstung, nahm den Schwung mit und stieß mich mit einem lauten "Geronimo" ab, um irgendwie auf dem Boden aufzukommen. Holz splitterte, das Gebälk stürzte ein, Flammen schlugen hoch (wurde hier mit Gas gekocht?) und ich segelte durch die Luft, um mit hocherhobenem Hintern und dem Gesicht voran in einem riesigen Haufen Heu zu landen. Was ein Glück, dass der Pferdemist nicht hier stand. Funken schlugen über und mir wurde viel zu schnell viel zu heiß. Das Heu um mich rum fing Feuer und die Gedanken an den Scheiterhaufen kehrten wieder. War auch nicht besser als wenn einem die Decke auf den Kopf fiel. Hustend versuchte ich den Ort des größtmöglichen Chaos zu verlassen... nein, größtmöglich hätte bedeutet, dass ich Elektra gefunden hätte. Die Menschen hatten sich zu einem Pulk zusammen gefunden, das Stadttor war von einer brennenden Kutsche blockiert. Ich machte mich auf den Rückweg und nahm dabei die Gassen, um mich doch noch weiter umzusehen. Ergebnislos kehrte ich dann aber wieder zurück.

In Krenalir schienen gefühlte 204.371 Menschen zu leben und während die eine Hälfte am Südtor war, scharte sich der Rest nun an unserem vereinbarten Zielort.
"Verzeihung, kann ich mal... hey, ich will durch... ich werde erwartet... da hinten der Blondschopf gehört zu mir... aus dem Weg..." Es war ein zeitraubendes Unterfangen, ich war es gewohnt, dass Leute mir Platz machten, also ließ ich mich auf alle Viere nieder und krabbelte einfach drauf los. Es war eh zu eng, um mich platt zu trampeln. Ich fand meine Gruppe und diese zum Glück auch vollzählig. Eris hatte sich in der Zwischenzeit ein Kind angelacht, was ich irgendwie etwas unpassend fand. Den Spruch über Angelina Jolies Mutterverhalten sparte ich mir allerdings, da ich sie ja nicht verärgern wollte. Obwohl sie gar nicht wissen konnte, was ich gedacht hatte, kam eine Retourkutsche. Die wollten mich vorschicken, um mal mit Rambo am Tor zu reden. Auf einmal waren meine Pläne und Ideen gut genug, jaja, die wollten nur nix auf die Schnauze kriegen.
"Mann. Ich. Logisch. Schnell wie wildes Wasser, stark wie ein Taifun, heiß wie Höllenfeuer und geheimnisvoll wie der Mond richtig?" Hätte ich mir einen Taschendrachen kreieren können statt der ominösen Minzplätzchen?
"Keine Sorge... notfalls beschütze ich dich." Ja klar, Eris und mich beschützen. Die olle Steineschmeißerin "…haha."
Ein Teil von mir dachte sich, dass ich mich beim nächsten Trollangriff einfach hinter ihr verstecken würde, damit sie mich mit ihrem Schwert beschützen konnte und dann würde ich diabolisch lachen. Der andere Teil stellte sich vor, wie ich den Trollen den Arsch verhauen würde, damit Eris sich an meinem smarten Siegerlächeln erfreuen konnte. *plopp* zerplatzte die Tagtraumblase und Carla hatte sich schon mit Rambo angelegt.

[Zeitsprung - it's just a jump to the left]


Ich verstand die Welt nicht mehr, die Irre und ihr Kompass hatten tatsächlich was drauf. Nein, nein, die Gänge hier unten führten nicht in noch mehr Fels, dahinter verbargen sich Höhlen, Kavernen, Röhrensysteme, Partyrutschen und wahrscheinlich eine vergessene Zivilisation von Zwergpygmäen, die dem Gott des Hackfleisches huldigten oder so. Seamon hatte drauf bestanden, dass seine auserwählte Dame der Nacht bei uns blieb, warum auch nicht, sie hatte vielleicht etwas Insiderwissen. Was mich beunruhigte war der neue Spieler. Er war ganz allein in dieser Spielwelt umher gewandert und kam bei uns schon halbtot an. Nika blieb in seiner Nähe, ob es die mütterlichen Gefühle waren oder die Ankunft von Testosteron allgemein blieb unklar. Jedenfalls war der Junge mal extrem angespannt und sah sich dauernd nach allen Seiten um, was in der Enge etwas albern wirkte. Hier bewegte sich ja nichts. Abgesehen von Elektra natürlich, die dabei war nach unten zu stürzen, als wir an dem Loch ankamen war es sowieso schon zu spät. Seamonn und seine Katjuschka waren verschwunden und ich sah nur noch ein paar von Elektras Haaren rumflattern. Der Priester sah alles andere als erfreut aus.
"Wir müssen weiter und zu einem sicheren Ausgang. Dieser Tunnel hier bringt uns zu einem Treffpunkt der Klinge, den das Auge nicht kennt. Die Paladine haben mehrere Posten, die das Auge kritisch beobachten, trotz der oberflächlichen Zusammenarbeit. Wo eure Freunde gelandet sind kann niemand sagen, das System hier unten..."
"Schalt mal einen Gang runter, wir haben kapiert, dass du lieber weiter grade aus willst. Aber wir haben als Gruppe schon lange beschlossen niemanden irgendwo allein zu lassen!" Nika plusterte sich auf und sah plötzlich ganz bestimmend drein. Eris schaute in die Röhre. Sie murmelte etwas vor sich hin und schüttelte sich dann. Der Priester und Carla fingen plötzlich an lautstark zu diskutieren. Kael hielt sich die Ohren zu und schloß die Augen. Nika sah mich an.
"Tu was."
"Ich?"
"Ja komm, auf dich hören die anderen."
"..." Welche anderen? Es gab eine andere Gruppe, die machte, was ich so dachte und mich nur als wahnsinnige Stimme in ihren Köpfen hörte? Aber gut, dann tat ich eben was. Ich wollte aus diesem Tunnel raus und ich wollte Seamon nicht mit den zwei Weibern allein lassen. Drei Leute waren weg, zwei stritten sich, wäre die Mehrheit schon am Ende der Rutsche, würden die anderen sicherlich folgen. Also schubste ich Eris.

Ein langes "Aaaaaaaaah!" erklang von ihr. Ich folgte ihr mit etwas mehr Enthusiasmus und einem freudigeren "Aaaaaaah!" und hatte schon Nikas Stiefel im Genick, die nur brüllte "Das war eine scheiß Idee!" Damit kam sie jetzt zu spät. Ein Ruck, ich hatte plötzlich Haare im Mund, die nicht meine waren, spürten ellbogenausgeübten Druck auf meiner Blase und bekam kurzzeitig gar keine Luft. Menschenstau. Heiß! Heiß! Heiß! Die Fackel hatte sich in meinen Mantel gewickelt und war trotz erstickter Flamme nicht gut für mein Wohlbefinden. Elektras Krächzen drang an mein Ohr und schon ging's weiter. Dann gab's ein Klatschen und meine Klamotten sogen sich mit Wasser voll. Ich strampelte wie ein Weltmeister, um nicht unter zu gehen. Den Holzscheit schmiss ich von mir.
"Alle in Ordnung?" Keine direkten Antworten, nur Elektras liebliche Krächzstimme. "Ich sollte uns etwas Li...."
Ein gespenstisches Funkeln erfüllte die riesige Höhle. Ich blickte nach oben und hatte das Gefühl unter freiem Himmel zu baden. Die Decke war durchsetzt von blauen Steinen, die aus sich selbst raus leuchteten.
"Hey, kommt hier rüber!" Seamon winkte hektisch rüber. "Hier gibt es ein Boot..."
Hinter uns noch mehr Platschen, Kael, Carla und Priesterchen waren uns doch noch gefolgt. Letzterer kam aus dem Staunen kaum raus als er auftauchte.
"Der geheiligte Gang, der See der Tiefe..."
Nika paddelte im Hundestil vor mir her und sie schob Elektra an, die nach Seamons Hand griff, um auf die Insel in der Mitte zu kommen. Als Gentleman wartete ich auf die anderen und half auch Carla noch hoch, reichte dem Priester und Kael ihre überdimensionalen Wanderstöcke und wollte dann als letzte selbst raus. Ich stemmte mich hoch und bekam plötzlich den Stab von dem Priester in die Rippen. Eris hielt ihn in Händen.
"Du bleibst mal da, wasch dir das dämliche Grinsen aus dem Gesicht und kühl deinen Verstand ab!"
"Hey, es hat doch geklappt."
"Und was wenn nicht?"
"Dann würdest du mich nicht piesacken und ich hätte meinen Frieden."
"Ni xin tai hei le!"
"Was? Was?" Sie gab mir noch einen ordentlichen Stoß und bot mir dann eine Hand an. Oben angekommen wrang ich erst mal meinen Hut aus. "Kannst du mir mal sagen, wa..."
"Ssssssssssscht, der Priester erzählt grade andächtig."
"Der See der Tiefe war doch nur ein Mythos, niemand hätte gedacht, dass er tatsächlich unter Krenalir existiert. Viele Leute haben ihn gesucht, er soll eine direkte Verbindung zum Meer haben und wird aus allen Quellen des Kontinents gespeist."
"Was genau funkelt da überhaupt?", fragte Nika neugierig. Carla sah sie mit großen Augen an.
"Das willst du nicht wissen."
"Illumusca."
"Ach klar, hätte ich auch drauf kommen können." Nika verdrehte die Augen. "Sprich mal Klartext."
"Die Kinder nennen sie Leuchtschnecken. Ich habe allerdings noch nie eine derart riesige Ansammlung gesehen. Sie ernähren sich von verschiedenen Erz- und Salzarten. Die Wände müssen hier idealen Nährstoff bieten."

"Leute, Boot, raus paddeln, weg von den Schnecken, jetzt!"
Seamons Idee stimmten alle mal direkt zu. Es schaukelte bedächtig, hielt dem Gewicht aber locker stand. Immerhin gab's hier Platz für insgesamt zehn Personen und wir waren ja nur... neun. Wann war denn das passiert? Es gab Paddel, aber auch einen Motor. Das machte mich schon stutzig, Elektrizität hatte es bisher kaum, also gar nicht, gegeben.
"Hinsetzen Leute, ich steuer uns hier raus."
"Na danke, erst ins Wasser schubsen und jetzt gütig rumkutschieren."
"Ihr beide nervt", brüllte Nika, stieg über Carla hinweg und ließ sich neben Kael nieder. Katjuschka schmiegte sich an Seamon und Elektra orakelte schon wieder an ihrem Kompass.
"Da so halb links rüber geht's weiter."
"Das weißt du so genau, weil?"
"Die Nadel dorthin zeigt. Ich hab doch auch diese Höhle gefunden."
"Ja, super, toll gemacht, wir sind alle nass, kurz vorm erfrieren und jederzeit können wir unter Tonnen von Weichtieren begraben werden, danke, Elektra."
"Gern geschehen, Nika." Sie strahlte tatsächlich.
"Können wir einfach aus dieser scheiß Höhle abhauen und WIEDER ANS TAGESLICHT?" Kaels Ausbruch ließ alle anderen verstummen. Nur das Echo brüllte leiser werdend zurück.
"Ich unterstütze den Vorschlag, wenn auch mit mehr Ruhe." Und so zog ich an der Schnur und ließ den Motor los rattern. Mich interessierte ja brennend, was es noch für Parteien auf der Landkarte gab. Die Klinge, das Auge, Pferdedroschken und Dieselmotore.

Da keiner was anderes sagte, folgte ich mal Elektras Wunsch, das beruhigte sie auch wieder, da sie ja fest überzeugt war das Sagen zu haben. Der Priester leuchtete mit dem Stab, was leider dazu führte, dass wir so manche Leuchtschnecke aus der Nähe sahen.
"Wie viel Kalorien haben die denn so? Kann man mit denen eine Gourmetdiät halten?" Elektra sah in die Runde.
"Ihr seid aber wirklich Spieler, so wie ich, ja? Habt die Pille genommen und erlebt hier ein Abenteuer." Kael sah mißtrauisch von einem zum anderen, was wiederum Katjuschka und den Priester verwirrte.
"Ich hatte gefühlt, dass es das richtige sein muss euch um Hilfe zu bitten, aber je mehr Zeit ich bei euch verbringe, desto unsicherer bin ich, dass ihr wirklich den Fluch von Chethel genommen habt und die seid, die ich suche."
"Keine Sorge, wir sind schon die richtigen für den Job." Eris gab ihm einen freundschaftlichen Klaps gegen die Schulter.
"Who you gonna call..." Leise vor mich hinsummend, versuchte ich mir auszumalen, was wir jetzt überhaupt vorhatten. Den Paladinen der Klinge, die gern mal irgendwelche Leute auf den Scheiterhaufen stellten, helfen, um das Auge, das augenscheinlich mit Meteoritenhagel raufbeschwor, auszuschalten, obwohl beide Parteien irgendwann mal aus der selben Macht entstanden waren. Klang doch mal ganz spaßig und was genau hatten wir bitte davon? Das würde ich zu gern ohne Carla und den Priester besprechen. Außerdem wollte ich ja zu gern wissen, wer denn bitte ein Boot einfach im Nichts festmachte, aber das war mir herzlich egal.

Ich zupfte etwas an meiner Hose rum, die sich dank der Nässe an meiner Haut festgesaugt hatte. Es gab ein lustig schmatzendes Geräusch und dann langes Rauschen. Rauschen?
"Elektra, spricht dein Kompass auch zu dir und sagt, was auf dich wartet?"
"Ein Kompass kann überhaupt nicht reden, du wi..."
"Still jetzt!"
Ich schaltete den Motor aus, das Boot trieb immer noch mit beachtlicher Geschwindigkeit voran. Das Rauschen wurde lauter.
"Mädels, haltet eure Brüste fest, der Wet T-Shirt Contest geht gleich weiter!"
"Seamon!"
"Was denn, eindeutig Stromschnellen."
Er hatte Recht.
"Der geheiligte Gang testet uns."
"Und damit kommst du jetzt?"

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07.12.2007 02:24
Arc
The Captain




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Die beste Grupper der Welt: Eris   



"Lieber Gott,
… wo fang ich nur an?
Okay…
Ja an einem gewissen Punkt meines Lebens, deiner Existenz… wir hatten Schwierigkeiten, ich habe Dinge gesagt und dann noch mehr Dinge gesagt und getan und ja…
Wie auch immer, ich dachte nie dass unsere Beziehung so sehr darunter gelitten haben muss.
Und du weißt ich bin Amerikanerin? Exil-Amerikanerin zugegeben, aber ich habe nie meine Herkunft vergessen. Und… wir die USA lieben dich sehr und dachten immer das beruht auf Gegenseitigkeit. Ich mein wir… greifen gerne mal ein paar Ungläubige an und du… erhebst dann keinen Einspruch wenn wir behaupten das du auf unserer Seite bist und wir das alles im Namen des Guten tun. Wie auch immer…
Nur die Prüfungen die du mir in letzter Zeit auferlegt hast…
Okay kommen wir auf den Punkt Gott, es gibt nur eine Frage die ich dir gerne stellen würde:

"WAS ZUR HÖLLE IST DEIN PROBLEM MIT MIR!?"
Schrie ich der Höhlendecke entgegen als unser Boot immer schneller werdend die Stromschnellen hinab fuhr.
"Ich sag doch, der geheiligte Gang testet..."
"Oh Klappe zu du alter Furz! Und halt gefälligst deinen Leuchtstab fest!" schrie ich den Priester an.
Ich fühlte mich nicht gut.
Okay zugegeben unter der Erde kann einen kein Meteorit auf den Kopf brettern, klar ein Vorteil… gut die Höhlen und Gänge in denen wir uns befanden könnten einstürzen aber na ja nebensächlich. Mein Hauptproblem damit unter der Erde zu sein war: es gab sehr viel weniger Licht, gleichbedeutend mit sehr viel mehr Dunkelheit.
Als wir in diesem Loch feststecktetn hatte ich nur grad so noch meine Fassung bewahren können und mein Puls raste jetzt schon seit einer guten Stunde auf Hochtouren in der konstanten Angst das auch der letzte Lichtschein mich wieder verlassen würde.
Das der Neue(Kael) seine Angst vor engen Räumen so offen zur Schau stellte half mir auch nicht gerade dabei weiter ruhig zu bleiben.
In jeder Ecke, in jeder Felsspalte... sie war überall um mich herum, bereit auf mich hereinzubrechen.
Und nachdem die Leuchtschnecken verschwunden waren, war meine Welt jetzt auf ein paar lächerliche Meter Sichtweite geschrumpft, erzeugt von dem wackelnden Stab des Priesters.
"Und willst du kampflos untergehen?"
"Du fragst noch?"

Seamon:"Felsen! Felsen voraus auf Steuerbord."
Gavin: "Rechts?!"
Seamon: "Was?! Neinneinein! Links, links, links!"
Gavin legte sich mit seinem ganzen Gewicht ins Ruder und entzog -dem krachenden Geräusch an der linken Rumpfseite nach- dass Boot in letzter Sekunde einen ungesunden Frontalaufprall.
Ab sofort links oder rechts! Keine Pseudoseemannssprache, okay?!
Seamon: "Okayokayokay. Rechts!"
Nika: "Wand!"
"Shit!" warf sich Gavin wieder ins Ruder und wir schlitterten, Splitter fliegend, eine Felswand entlang.
"Okay das bringts nicht!" schrie ich und versuchte mit einer Kampfansage an meinen Gleichgewichtssinn aufzustehen.
Carla: "Um Himmels Willen bleib sitzen, du bringst uns noch alle um!"
Ich ignorierte sie und griff mir die zwei Riemen die auf meiner Seite des Bootes verstaut waren und zeigte Nika mit einem Pfiff an das sie es mir gleich tun sollte.
Ich: "Felsen, Wand, Schnecken was auch immer, wenn es so aussieht als könnte es uns versenken drückt das Boot hiermit weg davon" ich warf eins der Paddel Katjuschka vorne zu die es an Seamon weiterreichte. Nika gab ihr Zweites an Elektra weiter.
Gavin: "Gute Idee. Aber passt auf wohin die Paddel zeigen. Wir wollen bei einem Aufprall nicht als Schaschlikspieße enden!"
Elektra: "Genau die haben viel zu viele Kalorien!"
Gavin: "… verstanden?"
Jeder von uns rief seine Zustimmung und ich stemmte meinen Fuß gegen die Seitenwand des Bootes und hielt das Paddel an die Seite gepresst nach vorne halb ins Wasser, bereit den an uns vorbei rasenden Felsen einen ordentlichen Stoß zu verpassen sollten Gavins Fähigkeiten als Steuermann nicht mehr ausreichen.
Ich warf einen flüchtigen Blick zum Neuen rüber der in der Mitte des Bootes kauerte und seinen Kopf zwischen den Händen vergraben hatte.
"Hey Langohr möchtest du uns vielleicht mal mit deinem komischen Stock zur Hand gehen!?"
Mir blitzte nur ein kurzer wütender Blick zwischen seinen Fingern entgegen und er konzentrierte sich wieder darauf seine Angst im Zaum zu halten
"......"
Ich wusste wie er sich fühlte. Ich wusste es zu gut... WAND!
"Cao!" ich rammte das Paddel gegen die viel zu nahe Wand und warf mich mit ganzer Kraft dagegen versuchend das Boot weg zu drücken.
So ging es für die nächsten Minuten weiter. Das Boot hüpfte wie eine Kokosnuss auf hoher See über die Stromschnellen, die mit einem ohrenbetäubenden Rauschen durch die Höhle hallten, unterbrochen vom krachen des Holzes, sei es das Boot das sich immer wieder erfolgreich weigerte in Stücke zu springen oder der Paddel die gegen die steinernen Hindernisse prallten, wir uns gegenseitig Kommandos zubrüllend und irgendwie über Gavin koordinierend versuchten das Boot auf der Strecke zu halten.
Das eiskalte Wasser spritzte uns um die Ohren und unsere einzige Lichtquelle -der Stab des Priesters- wackelte wild umher und lies unsere Schatten über die Wände tanzen.

"Okay? Haben wir es geschafft?" Fragte Nika erschöpft.
"Keine Felsen voraus." sagte Seamon irgendwo zwischen Erleichterung und Unglauben über diese Tatsache.
"Strecke sieht grade aus" fügte ich außer Atem hinzu, lies mich zu Boden sinken und rieb mir die vor Schmerzen zitternden Hände.
Carla: "Aber wir werden irgendwie nicht langsamer."
Kael: "Hey shht hört ihr das?"
Wir alle blieben still und lauschten in die Höhle hinein.
Katjuschka: "Was ist das?"
"Wird lauter… " Seamon drehte sich um, griff sich den Stab des Priesters zog ihn nach vorne -den Priester unter einen protestierende Stöhnen dranhängend- und leuchtete in die Höhle voraus.
"Oh…"
Nika: "Was? Was ist da vorne?"
Seamon drehte sich -mit einem langsam die Möglichkeit zu sterben in betracht ziehenden Gesicht- zu uns um.
"Ende."
… Gavin verdrehte die Augen und startete eiligst den Motor.
"Wasserfall!" schrie Katjuschka.
"Ihr lasst kein Klischee aus oder? Kein Wildwasserrafting ohne den dazugehörigen dramatischen Wasserfall ja?" Schrie Gavin Carla zu die das mit einem genervten Blick quittierte.
"Los rudern!" Gavin legte den Rückwärtsgang ein, wir paddelten wie verrückt gegen die Richtung des Stroms, fuhren aber trotzdem langsam aber sicher auf den in der Dunkelheit donnernden Wasserfall zu.
"Aha!" schrie Elektra plötzlich auf und warf ihr Paddel in den Fluss.
"Was?" Fragte Nika verdutzt.
"Bessere Idee." Und Elektra wickelte sich ihr Seil von der Hüfte, wirbelte es ein paar mal über ihren Kopf und lies eine Schlinge nach hinten fliegen. Ich folgte dem Lassowurf mit meinen Blick und sah beeindruckt wie sich die Schlinge um einen hinter uns liegenden Felsvorsprung festzog.
Nika: "Nice Elektra!"
"Na wer eure Chefin?!" hielt sie triumphierend ihr Seil in die Höhe.
Im selben Moment ging ein ohrenbetäubendes Knarren durch das ganze Boot.
Die Physik hatte wohl etwas zu stark auf unsere kleine Nussschale gewirkt und mit einem lauten Krachen brach der Motor vom Schiff und verabschiedete sich mit seiner Restantriebskraft in den Fluss.
Das Boot raste jetzt umgebremst auf den Wasserfall zu.
Mein Blick viel auf Elektra, Elektras Blick viel auf das Loch im Heck wo der Motor sein sollte, Elektras Blick wanderte zu dem -um ihre Hand gewickelten- Seil das sich zu einer geraden Linie anspannte.
Mit einem lauten, empörten Schrei wurde Elektra über den Rand des Bootes gezogen und viel mit einem lauten platschen ins Wasser.
"Festhalten!" schrie Carla.
Ich ließ mein Paddel los und warf mich -eine der Sitzbänke umklammernd- ins Boot.
Ich spürte noch wie sich das Heck des Boots in die Luft erhob und ich einen Augenblick lang schwerelos in der Luft hing. Dann fielen wir in die Dunkelheit.

Alles was ich hörte war mein Atem, alles was ich hören wollte war mein Atem, alles was ich hören durfte war mein Atem, er sollte ruhig bleiben, gleichmäßig, ruhig, ruhig, ruhig.
Ich war… wo war ich? Ich tastete um mich herum. Formen, hart, weich, Wasser war da, aber ich war nicht im Wasser oder? Genau das bedeutete ich musste noch im Boot sein. Ich war im Boot, wir sind gefallen, ich bin immer noch im Boot, die anderen sind vielleicht auch noch im Boot ich durfte sie nicht hören aber… und… und der Priester war im Boot und er würde gleich seinen Leuchtzauber aufsagen und dann war wieder Licht da, die Welt war wieder da und wenn die Welt noch da war, würde ich auch noch da sein und meine Sinne würden noch da sein, ich würde noch spüren, ich…
"Licht, Licht… bitte Licht… " hörte ich die Worte leise wimmernd meinen Mund verlassen.
Atmen! Komm! Keine Panik Quin gleich ist es vorbei. Gleich wird es wieder da sein, alles wird wieder da sein. Ruhig, ruhig, ruhig.
Oder Elektra. Elektra würde gleich auftauchen, irgendwas total bescheuertes sagen und mit ihren Blitzen um sich werfen. Und dann würde etwas oder noch wahrscheinlicher jemand Feuer fangen und anfangen zu brennen. Ich lachte kurz irre vor mich hin über diese Vorstellung.
Ja richtig denk an was witziges, witzig ist gut, denk an was…
Zauberrollen richtig, richtig, richtig ich hatte diese Zauberrollen, die konnten leuchten.
Meine Hände fuhren wild über den Boden und ich tastete verzweifelt nach meiner Tasche. Sie war hier richtig? Wo? Ich hatte sie mitgenommen? Wo? Wie war der Spruch den ich aufsagen musste? Göttin schenk uns… Pfad… leuchte? WO?!
WAS FÜR EINEN SINN MACHT ES WENN ICH SIE EH NICHT LESEN KANN?!
Ich spürte wie mir warme Tränen über Wangen und Mundwinkel liefen und sich mein Atem in ein schrilles Keuchen verwandelte. Stimmt gleich würde ich sie eh nicht mehr spüren können, nichts mehr hören.
Nichts. Nichts! Nichtsnichtsnichts. Es war nichts zu sehen. Nichts war da. Nur noch die Dunkelheit war da.
"RUNtse de SHANG-DEE, ching DAIwuhtzo!"
Ich musste weg, rennen, noch konnte ich laufen oder? Ich konnte noch laufen ich würde vor dem Nichts wegrennen.
Ich stand auf verlor das Gleichgewicht und fiel wieder hin auf irgendwas weiches, es griff nach mir die Dunkelheit griff nach mir, zog an mir. Ich schlug und zog, riss mich los und kam wieder auf die Beine. Renn! Ich ging einen Schritt, noch einen, der Boden unter mir wackelte, sie schrie, sie schrie nach mir, rief meinen Namen, lockte mich zu sich, die Dunkelheit griff wieder nach mir, ich schlug schreiend um mich, noch einen Schritt, eine Stufe, ja ich würde hoch steigen rauf zum Licht, wieder hoch ganz oben hin wo alles weit weg war!
Ein Ruck riss mich am Rücken nach hinten. Ich schrie "Nein! Nein NEIN lass mich!" Ich muss weg, ich darf nicht verschwinden! Die Finsternis rief wieder nach mir, griff mich, umschlang mich fest, ich versucht mich zu befreien, meine Arme zu bewegen, zappelte versuchte aufzustehen. Ja! Die Dunkelheit lies mich los, ein Schlag fuhr über meine Wange, noch einer. Schmerz. Der Schmerz war da, schmerz war real.
"Eris!? Um Himmels willen krieg dich wieder ein!" Verstand ich endlich die Worte der Dunkelheit.
"Gavin?" fragte ich.
"Ja ich bin es. Ich bin hier. Okay?" Nein. Nein war er nicht. Sie versuchte mich zu täuschen, nur meine Hoffnung, meine Hoffnung spielte mir immer was vor. Ich versuchte mich loszureißen, konnte aber nicht entkommen.
"Nein… nein… bist du nicht. Du bist nicht da. Ich bin nicht da. Gar nichts ist da!
Die Welt wird nicht da sein, keine Musik in meinen Ohren, kein Duft mehr in meiner Nase, kein Wind auf meinem Gesicht… mein Vater wird nicht da sein. Nur die Dunkelheit. Ich werde schreien, ich werde rufen, ich werde versuchen das Licht zu werden, ich werde zur Dunkelheit, aber es bringt alles nichts! Niemand! Nichts! Ich werde wieder allein sein!" presste ich hysterisch die Worte zwischen meinen Zähnen empor.
Gavin zog mich fester an sich und drückte meinen Kopf gegen seine Brust.
Ich hörte das gleichmäßige schlagen seines Herzens und spürte das Blut unter seiner Haut fließen, die Wärme seines Körpers. Seine Arme um mich gelegt, fühlte ich wie seine Hand immer wieder langsam über mein Haar streichelte.
"Fühlst du das? Ich bin hier. Ich bin bei dir, ich bin real. Du bist nicht allein."
Wiederholte er immer wieder mir ruhiger Stimme.
Ich drückte mich fester an ihn und schloss die Augen, versuchte meinen Puls an seinen anzupassen und meine Angst wegzusperren. Er war da ich war nicht allein.
Es würde alles bald vorbei sein.

Ich schloss die Augen und atmete einen tiefen Zug der salzigen Meeresluft ein.
Genoss das warme prickeln des Sonnenlichts auf meiner Haut und den Wind der durch mein Haar wehte. Es fröstelte mich etwas, ich zog mir meine Jacke enger über meine Schultern und ging einen Schritt vom Bug zurück.
"Oh mann… "ich drehte mich zu Kael um der mir –ähnlich erschöpft aussehend wie ich- ein schiefes Lächeln zuwarf "… und ich dachte ich hätte eine ausgewachsene Phobie."
Ich schmunzelte kurz "Tja… jetzt weißt du ja wie es richtig geht. Learn from the best." erwiderte ich mit einem Grinsen.
"Jaaa, ihr seid schon ein paar Heulsusen" brachte sich Gavin hinter uns ein.
Kael warf ihn ein erschöpftes Lächeln zu. Ich hob eine Augenbraue und fing an seine Schulter zu fixieren. "Was schlängelt sich denn da grade deinem Arm hoch? Grün mit braunen Streifen, so eine hab ja noch nie gesehen." Sagte ich fasziniert.
Gavin erstarrte kurz und inspizierten schnell umherzuckend seine Schultern und Arme und hob mir dann drohend seinen Zeigefinger entgegen.
"Lass das, das ist nich witzig."
"Gavin..." ich ging einen Schritt auf ihn zu.
"Was? Ich hab nichts getan…"
Ich deutete ihn mit einer Handbewegung an seinen Kopf etwas zu senken, was er auch zögerlich tat. Ich stellte mich auf die Zehnspitzen und drückte ihm einen kurzen Kuss auf die Wange.
Er sah mich überrascht an, halb auf eine Pointe wartend.
"Danke das du für mich da warst." sagte ich ihm ehrlich dankbar und lächelte ihn an.
"Oooooh." legten Elektra und Katjuschka hinter ihm sitzend entzückt ihre Köpfe zur Seite.
Gavins Blick zuckte kurz zu ihnen und dann wieder zu mir und ich beobachtete wie sein Gesicht immer röter wurde.
Gavin: "Uhm ja… ich mein… das hätte doch jeder… kein Problem. Also…
Oh… uhm ich glaub hinten im Boot… da vornehinten… ich sollte mal wieder uhm kapitänieren und so uhm… ja."
Verschwand er und ich ließ mich erschöpft zu Boden sinken.
Was passiert war? Beim Sturz den Wasserfall hinunter wurden der Priester, Seamon und Carla aus dem Boot geworfen, daher die Abwesenheit des Lichtes und wie ich feststellen durfte war ich mit meiner Panikattacke anschließend beinahe dafür verantwortlich gewesen das, daß Boot gekentert wäre. Yay for me. Nachdem mich Gavin wieder unter Kontrolle gebracht hatte fanden wir erst eine wütend aufblitzende Elektra, danach Seamon, Carla und den Priester mit dessen Licht wir die Fahrt fortsetzen konnten, aber es war nicht bis wir -einen donnernden Geräusch folgend- einige Zeit später einen Höllenausgang an einem Kliff fanden und wieder komplett im Tageslicht waren das ich mich endlich von Gavin hatte lösen können.
"Naaa ja. Jetzt ist raus klein Eris ist eine Irre die sich in der Dunkelheit fürchtet und es läuft auf alle News Kanälen."
Ich atmete wehmütig aus.
Ein kurzes *Tock* und eine goldene Lichtwelle fegte an uns vorbei und ich blickte auf den heiter lachenden Priester hinter uns.
"Hohoho eine Belohnung für die Auserwählten die, die Prüfung des heiligen Pfades bestanden haben. Wahrlich ihr seid genau die Richtigen um dem Banner des Auges Einhalt zu halten. Hohoho."
Alle inspizierten mehr oder weniger, nicht mehr vorhandene Wunden und Schmerzen die der Heilspruch des Alten eben weggewischt hatte.
Ich drückte meinen Rücken durch und zog mir meine Jacke wieder richtig an. Mich an dem Gefühl erfreuend als hätte ich grade 10 Stunden erholsamen Schlaf in einem gewärmten Massagewasserbett hinter mir.
Andere Welt, andere Regeln aber mir gefiehl es irgendwie nicht wirklich, die Erinnerung an unsere Fahrt eben einfach so aus meinen Muskeln gelöscht zu kriegen.
"Zumindest einer hier scheint seinen Spaß zu haben" sah Kael leicht irritiert den Priester an.
"Und was machen wir jetzt?" fragte er in die Runde.
"Strand finden, landen und uns aus Schwierigkeiten raushalten." knurrte Carla.
Nika: "Ja? Ich frag mich wie wir das machen wollen wenn irgendwer umher läuft und es Felsbrocken hageln lässt."
Kael: "Uh Moment mal.. sollten wir nicht irgendwie diese Augen Typen aufhalten oder… nah ihr wisst schon Quest und so?"
Nika seufzte "Ich fürchte die Situation ist etwas komplizierter…"
Carla: "Zuerst sollten wir mal wieder Land unter unsere Füße kriegen."
Gavin: "Amen. Halt dich nah an der Küste, wir wollen nicht zu weit raus treiben sonst kommen wir nicht wieder zurück.."
sagte Gavin zu Seamon der uns -mit dem einzig verbliebenen Riemen in der Mitte des Bootes wie ein venezianischer Gondoliere- vorantrieb.
"Oder die da könnten uns helfen." deutete Elektra raus aufs Meer ich folgte ihrem Fingerzeig und tatsächlich weit draußen auf der See zeichneten sich die Umrisse eines Dreimasters ab.
"Wuhuuuuu!" wedelte Elektra fröhlich mit ihren Armen und feuerte mehrere Blitze, donner hallend, in die Luft.
"Hör auf damit!" fauchte Carla sie an und riss sie rum, woraufhin Elektra angewidert ihre Nase rümpfte.
"Du weißt gar nicht wer das ist und ob sie uns nicgt vieleicht feindlich gesinnt sind!"
Seamon: "Na ja dafür ist es jetzt zu spät..." und wir beobachteten wie das Schiff beidrehte.
Nika: "Ach kommt. Rankenmonster, Meteoriten, Stromschnellen und ein Wasserfall. Wie viel Unglück kann man denn bitte innerhalb von 24 Stunden auf sich ziehen?"

"Ahoi da ihr Landratten! Sprecht, was auch immer mögt ihr hier auf der See suchen das ihr euch auf dieser Nussschale hier raus wagt?"
Rief ein dreckiger, bärtiger Mann mit rauer Stimme über die Reling gelehnt zu uns hinunter
"A…hoi auch ihnen guter Mann wir… eine unglückliche Verkettung von Ereignissen führt uns hierher und wir sind in gar furchtbarer Not für Hilfe und der Gastfreundschaft der krenalirischen Seemänner von der wir schon so viel auf unseren Reisen gehört haben." Rief Seamon dem Matrosen hoch.
"Gastfreundschaft? Aye in der Tat, ein Gastfreundlicher Haufen sind wir hier. Hehehe.
Wie auch immer vergebt mir wenn ich mich erst mit meinen Kameraden berate, da viele Gefahren in diesen Wässern kreuzen."
Seamon: "Natürlich, um Himmels Willen nehmt euch alle Zeit die ihr braucht guter Mann." erwiderte Seamon breit grinsend und wir beobachteten wie der Seeman verschwand.
Wir warteten.
"Ich hab da ein ganz mieses Gefühl..." grummelte Gavin besorgt.
Seamon: "Was? Wieso denn… ist doch ein netter Kerl. Etwas runtergekommen vielleicht, aber man sollte ein Buch nie nach seinem Einband beurteilen oder? Ah da ist er wieder."
"Ahoi da ihr Sprotten und Landratten! Ich hab mich mit meinen Kameraden beraten. Wir haben uns gefragt ob ihr vielleicht eine kleine Gegenleistung für unsere Gastfreundschaft anzubieten hättet?"
"Uhmm..." Seamon überlegte und klatschte seine Hände zusammen "...an was hättet ihr denn so gedacht?"
"Habt ihr Gold?"
"Nein."
"Rum?"
"Nicht so sehr."
"Ah dann vielleicht wärt ihr bereit mit euren Körpern zu bezahlen Maat?"
"Bitte wie?"
Eine schwarze Flagge auf der ein Totenkopf prangte erhob sich am Mast hinter dem… Seeräuber in den Himmel und gute 10 seiner Kameraden tauchten plötzlich unter lauten Geschrei, mit Pistolen und Säbeln bewaffnet die sie auf uns richteten, an der Reling auf.
Seamon lies seinen Blick über die runtergekommenen Halunken wandern und stieß ein dämmerndes "Oh… "aus
Gavin ließ mit einem Seufzen seinen Kopf in seine Hände sinken,
Elektra winkte ihnen freudig zu und der Rest von uns nahm nicht wirklich überrascht die Hände hoch.

"Arr!"
"Argh!"
"Yarr!"
"Harr!"
"… selber Arr!" war das Beste was mir einfiel auf diese komischen… ich beobachtete grade wie einer der Piraten Carla anbellte, was machen die?
Na ja, da waren wir nun allesamt -unsere Hände am Rücken zusammen gebunden- mit unseren Rücken um den hintersten Mast des Piratenschiffes sitzend, eingekreist von einer Meute von dreckigen Piraten die uns anarrrten.. lachten, in die Luft feuerten, Tiergeräusche nachamten, ab und zu ein Entermesser drohend vorschnellen ließen und generell einfach nur stanken.
"Nettes Szenario Carla!" Rief ich ihr über meine linke Schulter zu.
"Normalerweise sollten die nur vor Maarlith kreuzen ich hab keine Idee wie…"
"Ja ja" würgte ich sie ab, ich blickte über meine rechte Schulter zu Gavin der die ganze Zeit nur vor sich hinmurmelte, ab zu seinem Hinterkopf gegen den Mast hinter sich fallen lies und die Augen verdrehte.
"Bist du in Ordnung?"
"Ohohooo ja. Super. Einfach riesig."
"O-kay…"
Vom hinter uns gelegenen Aufbau am Heck: "Versenkt mich doch ihr räudigen Hunde, was ist das für ein Aufstand so früh am Morgen?!"
Durchschnitt eine erhaben klingende, rauchige, tiefe Stimme, das Gebrüll der Piraten die sofort allesamt verstummten und zum Heck hinter mir starrten, einige ein fürchtendes "Captain" auf den Lippen
Ich versuchte mich soweit zu drehen um einen Blick auf die Quelle zu werfen, konnte aber nur zum Treppengeländer -das vom Steuerdeck runterführte- sehen.
Ich sah mir wieder die Piraten an, einige schluckten schwer, einige stellten sich gerade hin und richteten ihre Kleidung, ein paar von ihnen schubsten den Piraten an mit dem wir zuerst gesprochen hatte an, dieser schritt zögerlich nach vorne und sprach.
"Aye Captain, wir haben einen Fang gemacht Sir Ein paar hübsche Meerjungfrauen Sir."
Und ein dreckiges Lachen ging durch die Reihen der Piraten
*TOCK*
und verstummte als der humpelnde -näher kommende- Gang des Captains, durch das ganze Schiff zu vibrieren schien.
"Aaaaaaah!" kreischte Elektra plötzlich entzückt auf und ein Pirat stürmte schnell nach vorne und knebelte diese
"Wie süüwwwwwhhh!" versuchte sie noch zu sagen.
"Der Schattenräuber..." flüsterte Katjuschka voller Furcht
"Was zur..." ich versuchte mich wieder umzudrehen.
Cap: "Meerjungfrauen? Was spinnt ihr wieder für ein Seemannsgarn Meister Gobbles? Beim Glasauge eurer Mutter solltet ihr meine Zeit verschwenden werde ich mich gebürend erkenntlich zeigen!"
"Nein Sir ich bin mir sicher wir können einen ordentlichen Haufen Gold für die bei unseren Freund aus Cathyr erlangen."
Cap: "Ist das so?"
Der humpelnde Gang kam näher und ich renkte mir fast den Hals aus um endlich einen Blick auf den Captain zu werfen... da!
Ich sah sie, ein Holzbein, noch ein Holzbein, beide kamen jetzt wie die Hammerschläge eines Richters, die Treppe runter.
Okay und wie sieht er aus?
Ich hob meinen Blick über das Geländer und…
"Wo ist sein Torso?"
Alles was ich sah war ein Piratenhut der etwas oberhalb des Geländes im Gleichschritt der Holzbeine die Treppe runterwobbelte, jetzt kam er endlich um die Ecke der Treppe geschritten

=_____=;
Ich blickte auf diesen kleinen Pinguin, der uns grade mit grimmigen Blick musterte, vielleicht einen knappen Meter groß, auf seinen Kopf ein Piraten-Hut um seine Hüfte ein Gürtel bestückt mit Wurfmessern und einem Degen, um seine Schultern gelegt ein dunkler Mantel… zu groß weswegen die hälfte von ihm über den Boden schleifte.
"Ist das euer ernst?" flüsterte ich Carla zu, sie seufzte "Wir haben da diese enorm seltsame Person im Programmiererteam."
Der Captain humpelte näher und begann eine inspizierende Runde um den Mast.
"Ah ein Hohepriester der Schimmernde Klinge Kirche, hah in der Tat Meister Goggles, für ihn sollten wir ein hohes Lösegeld bekommen."
Woraufhin die Piraten erleichtert aufatmeten.
Priester: "Hohoho."
Cap: "Beim Klabautermann ein Elf auf See…? Nun gut seine Ohren sollten auf dem Magiermarkt einen guten Preis erzielen.
Kael: "Was?! Ist das sein ernst?"
Cap: "… tzz zu vulgär."
Elektra: "Hmmmmpfffwwwsss!"
Seamon: "Uhm hallo… ich wollte nur sagen das ich ein riesiger Fan bin und schon immer von einer Karriere als Pirat geträumt habe."
Cap: "Habt ihr das? Wohl denn Seemann sagt mir euren Namen!"
"Seamon Havarian, Sir Captain Sir."
"So Mr Havarian da ihr seit Ewigkeiten von einem Leben auf der See träumt, so sagt mir doch was auch immer ein Belegnagel sein sollte?"
Seamon: "Uhm.. dieser komische Piekser im Getränkemarkt wo die Quittungen drauf gesteckt werden?"
Cap: "…ha.. haha" und die Crew stimmte in das Lachen mit ein.
"Über die Blanke mit ihm…"
"Was?!" und einige Piraten griffen Seamon und nahmen ihn zwischen sich.
Katjuschka: *wimmer*
Cap: "Meerjungfrau Mr Goggles?! Ich hab noch nie von welchen in der Form eines Kugelfisches gehört!"
Goggles: "Ich denke sie sieht nett aus Captain."
Cap: "... so geht diese denn an die Crew!" welche daraufhin in ein Jubeln ausbrach.
"Aaaah! Nun das nenn ich eine Meerjungfrau. Ein feines Exemplar, in der Tat."
Nika: "Ja okay sieh mal Tux, die Games mit Mädchen die es mit Tieren machen... fand ich nie so toll. Also…"
Cap: "Schneidet ihr die Zunge raus, solch seltsam Wort, mag willige Käufer verscheuchen."
Nika: "Hey.."
Cap: "… alt. Aber eine Frau der Kirche, das heißt das zumindest ihre Jungfräulichkeit noch intakt ist."
Carla: "Wenn ich wieder in der echten Welt bin bring ich diese Person um..."
Jetzt kam der Pinguin Captain vor mir zum stehen und musterte mich von oben bis unten.
"Was erblicken meine Klüsen denn hier, mein Gott Männer ich denke ich verliebe mich grade."
Und wieder ging ein dreckiges Lachen durch die Crew.
Ich sah verständnislos durch die Gesichter der Mannschaft.
"Das ist doch lächerlich! In Gottes Namen sehr ihr nicht das, das ein Pinguin ist?! Der ist nur nen Meter groß! Wovor habt ihr Angst?!"
Die Piraten heulten geschockt auf, wichen einen Schritt zurück und flüsterten aufgeregt untereinander.
Einer von ihnen sah mich mitleidig an und machte mit seinen Daumen eine Bewegung über seine Kehle.
Der Pinguin starrte mich an und machte einen schnellen Schritt auf mich zu so dass sein krummer Schnabel keine 5 cm vor meiner Nase zum halten kam.
Er kniff die Augen zusammen und fing dann an zu lachen, woraufhin sich die Crew wieder entspannte.
"Männer dieses Mädchen hat Mut und Feuer in ihren Augen, ich mag sie. Ein ausgezeichneter Fang, heute Nacht gibt es einen extra Portion Rum!"
Er wendete sich wieder mir zu.
"In der Tat Mädchen, gebunden wurde ich in dieser garstigen Form einst von einem mächtigen und überaus irritierenden Magier, doch lasst mich euch versichern, Manns genug für eine holde Maid bin ich alle mal noch. In meine Kabine mit ihr!"
ein großer Pirat kam nach vorne und zog mich an meinen Armen nach oben.
"Was?! Das ist absurd, seht ihn euch an, er ist ein Pinguin! Er trägt nicht mal Hosen geschweige denn hat er… gao wan. Das ist absurd!"
Dann ging er weiter zu Gavin der einmal schwer durchatmete.
"Okay. Komm bring es hinter dich Kumpel, ich weiß schon was du sagen willst also…"
"Agh weder zum verkaufen noch als Geisel zu gebrauchen, in die Tiefe mit ihm!"
Gavin: "Was?! Nicht als Geisel zu… hast du überhaupt eine Ahnung wer ich bin?!"
Cap: "Über die Blanke mit ihm!"
Gavin: "Oh ja aber das kann man mit mir machen!" schrie Gavin als er auf die Beine gezogen wurde
"Über die Blanke! Du! Ja genau du mit dem dreckigen Grinsen, ich weiß genau was du vor hast! Ich steh auf der Blanke, du schreist "Too long!" und trittst dann dagegen. Jaaa gib mir nicht diesen Blick ich weiß was du denkst, ich weiß was ihr alle denkt! Aber damit liegt ihr falsch niemand mag euch! Ihr hättet in Disneyland bleiben sollen!"
Lärmte er weiter während er mit Seamon zum Rand des Schiffes gebracht wurde.
"Was?! Hey warte… " schrie ich als mich der Pirat in Richtung Kajüte zog, plötzlich erfüllte ein Pfeifen die Luft, noch eins. Ich sah erschrocken in den Himmel in der Erwartung wieder Meteoriten hinabregnen zu sehen, aber da war nichts, trotzdem kam das pfeifen näher. Der Captain signalisierte seinen Männern leise zu sein indem er seine Flosse hoch hob.
"Auf eure Posten Männer!" schrie er und kurz darauf erzitterten zwei Explosionen das ganze Schiff und am Heck flogen Holzstücke in die Luft.
Cap: "Was zur Hölle macht ihr da oben Mr. Shim! Seid ihr eingeschlafen?!" schrie er zum Ausguck hinauf.
"Da ist nichts Captain, nirgendwo, die Kugeln kommen aus dem nichts!"
Die Pupillen des Schattenräubers wanderten kurz, überlegend hin und her bevor er mit einem abwertenden "Paladine!" in seinen Mantel griff und eine kleine Steintafel hervor holte.
Mehr Schüsse erfüllten die Luft und explodierten an Bord des Piratenschiffes.
Der Captain nahm eins seiner Messer schnitt sich in die Flosse und lies sein Blut auf die Steintafel tropfen die er daraufhin unter ein paar murmelnden Worten auf den Boden zertrümmerte.
Eine Schockwelle fuhr um das Schiff über das Wasser. Seitlich des Piratenschiffes sah ich wie sich ein weiteris Schiff aus dem Nichts enttarnte,, strahlend Weiß, dessen Kanonen Feuer in unsere Richtung spieen und in einen schrägen Kurs auf uns zuhielt.
"Ruder hart Steuerbord! Macht sie Sechspfünder bereit ihr Madenfressenden Stinkstiefel!"
"Captain die Gefangenen?" Fragte einer der Piraten.
"Unter Deck mit ihnen, natürlich."
"Aye Captain!" bestätigte der Pirat der mich am Arm festhielt und zog mich ruppig hinter sich her.
"Lieber Gott,
… langsam hab ich keine Lust mehr."

Ich riss mich kurz nach vorne und nutzte die Gegenbewegung des Piraten aus mich nach hinten zu werfen und mit aller Kraft meinen Ellbogen in einer aufwärts Bewegung in seinen Magen zu rammen. Überrascht stöhnte er auf und sank hustend zu Boden, ich ließ mich selbst auf den Boden fallen und zog meine auf den Rücken gefesselten Hände unter meinen Po hinweg nach vorne, grade rechtzeitig!
Ein Säbel sauste auf mich hinab und ich hielt grob geschätzt meine Hände in den Hieb, der meine Fesseln durchtrennte, griff die Handgelenke meines Angreifers und führte sein Schwert in den nächstbesten Piraten der unter einen Aufschreien niedersank. Schnell zog ich dessen Säbel aus seinem Gürtel und lies ihn in einer fließenden Bewegung in den Mast fliegen, an den meine Mitspieler gelehnt waren und wies sie mit einen Pfiff an sich gefälligst damit die Fesseln durchzuschneiden.
Der Pirat den ich am Handgelenk geführt hatte griff mich jetzt wieder an! Ich lies mich einfach unter seinen Schlag hinweg auf die Knie fallen und rammte meine Faust in einer geraden Linie mitten in seinen Schritt.
Mit einem weinerlichen "Arrr..." ging er zu Boden.
"Okay wo ist der Fischfressende Vogel!?"
Ein Pfiff erklang von irgendwoher und plötzlich kam mein Schwert über das Getümmel auf mich zugeflogen. Hatten Gavin und Seamon sich befreit?
Ich fing es auf, zog es aus der Scheide -die ich wegwarf- und rannte Richtung Oberdeck um den Captain zu stellen.
Ich fuh mit meinem Schwert über die Kniespeiche eines weiteren Seeräubers der hinter mir zusammen sank.
Noch einer stellte mich auf der Treppe zum Kampf. Mein Schwert zuckte vor und durchbohrte seinen Fuß. Der Pirat schrie auf und hielt sich -auf einen Bein hüpfend- die schmerzende Wunde, mit einem Ellbogencheck nutzte ich sein Ungleichgewicht aus und schickte ihn über Bord.
"Klarmachen zum Entern!" Schrie der Captain als ich oben ankam und lies das Ruderhandrad kreisen.
Die beiden Schiffe krachten unter dem Geräusch von berstenden Holz an ihren beiden Seiten ineinander.
Jetzt erblickte mich der Pinguin und ein Lächeln breitete sich auf seinen Schnabel aus.
"......."
Ich hielt ihm den Zeigefinger entgegen "Lass das! Es ist physikalisch völlig unmöglich das du lächeln kannst!"
Er lachte nur und sprang von der Kiste hinter dem Handrad auf den Boden.
Cap: "Nah was haben wir hier, ein kleines Vögelchen das mir was vorsingen will?"
Und er zog sein Schwert.
Ich: "Und da! Du greifst das Schwert nicht mal, es klebt einfach an deiner Flosse!"
"Was willst du dagegen tun Mädchen?"
"Das zeig ich dir."
Ich griff an und Klingen blitzten in einer Folge von Attacken und Paraden hin und her. Letztlich sprang der Captain nach vorne, dann mit einen wirbelnden Salto nach hinten, sein Schwert dabei in meine Richtung schwingend. Er landete wieder auf seiner Stehkiste und lies herausfordernd seine Klinge vor sich kreisen.
Ich ging einen Schritt nach vorne. Die Knöpfe meiner Jacke vielen plötzlich zu Boden und ich sah wie sie aufging, mein Hemd darunter preisgebend.
Ich schaute wütend geschockt zum Captain der meinen Blick mit einem Fechtgruß salutierte indem er seinen Degen kurz an seine Stirn tippte.
"Keine Sorge Mädel, es ist unser erstes Mal, ich werde Sanft sein!"
Ich stieß einen kurzen Wurtschrei aus und griff wieder an, aber er war zu schnell.
Ich jagte ihn über das ganze Oberdeck, aber meine Schläge gingen ins Leere während er Saltos schlagend wie ein Flummiball über Geländer und Seile hin und her sprang, lachend, meinen immer zornigeren Attacken ausweichend.
"Haaaah!" Lies ich mein Schwert auf eine Stelle der Reling niedersausen auf der er noch eben Stand. Mein Schwert sauste in einer splitternden Explosion durch das Pinguinleere Geländer und ich riss es entnervt wieder mit einen Aufwärtshieb heraus.
Nach kurzer Suche fand ich den Captain wieder hinter dem Steuer stehend, seine Flosse an seiner Jacke abreibend und dann nicht vorhandene Fingernägel auf ihre Sauberkeit untersuchend.
"......"
Ich griff wieder an ein Schlagabtausch entwickelte sich und ich dachte ihn endlich in die Ecke gedrängt zu haben als ich zwei schnelle Schläge links und rechts auf ihn sausen lies und dann einem geraden Stoß durch das Handrad auf seinen Bauch zielte. Er sprang einfach hoch und riss dann das Rad herum, inklusive meines Schwertes das sich unter schmerzen aus meiner Hand hebelte.
Ich wollte danach greifen hatte plötzlich aber die Spitze seines Degens vor der Nase, die mir mit jeder erschreckten Bewegung die ich nach hinten machte folgte bis ich aus dem Gleichgewicht auf meinen Hosenboden fiel.
Der Captain -sein Schwert auf mich gerichtet- thronte jetzt heroisch, den Schein des Sonnenlichts in seinen Rücken, über mir und fuhr mit der Spitze seines Schwertes langsam meinen Körper hinab.
Bis ein Schuss von der Seite vor ihm einschlug und seine Aufmerksamkeit von mir zog.
"Okay das Spiel ist aus Pinguin! Du wirst Gotham City nicht mehr länger terrorisieren!" Kam Gavin flankiert von zwei mit Schwertern bewaffneten und in Silber gekleideten Paladinen oben an und richtete seine Pistole auf den Kopf des Captains.
Ich sprang etwas zurück aus seiner Reichweite und kämpfte mich wieder auf die Beine.
Der Blick des Captains wanderte kurz von Gavin zu mir und dann runter auf das Deck wo gerade die letzten Piraten umzingelt wurden.
"Ach je, ach je welch Schande. Hab ich mich wohl etwas zu sehr von meiner neuen Braut ablenken lassen." Bemerkte er beiläufig das er und seine Crew besiegt waren.
"So was jetzt junger Held willst du mich erschießen?" er ließ sein Schwert fallen und hob die Flossen hoch "...einen unbewaffneten Mann?"
"Uuuuh lass mich nachdenkenJA."
Cap: "Und wie willst du das machen wenn deine Waffe nicht geladen ist?"
Gavin: "Versuch nicht den Trick mit mir, ich bin mir sehr sicher für dich ist noch eine Kugel im Lauf."
Der Captain warf ihm einen belehrenden Blick zu.
Gavin: "......."
Für einen kurzen Augenblick nahm Gavin tatsächlich seine Augen vom Captain der blitzschnell reagierte und erst ein Wurfmesser in Gavins Pistolenlauf versenkte und mit einem zweiten Wurf ein Seil zertrennte woraufhin ein Segel vom Mast herabfiel und Gavin und die Paladine unter sich begrub.
Ich wich dem herabsinkenden Segel mit einer schnellen Rolle Vorwärts aus, griff mir mein Schwert und fand den Captain wieder nach hinten gesprungen auf der Reling stehend.
"Ah so bittersüß der Abschied holde Maid aber ich fürchte wir müssen uns vorerst trennen.
Zumindest seid so liebenswert und teilt mir euren Namen mit auf das ich meinen Besitz wieder finden kann?"
"Ich spieß dich auf und schmeiß die in die Bratpfanne du Wang ba dan!!"
Cap: "Ah das Feuer, das Feuer! In der Tat ist es das was mich so verrückt werden lässt noch nicht mal meinem Schiff nach zu trauern!"
Er ließ sich seinen Mantel von den Schulter gleiten
"So denn erinnert euch zumindest an mich,
Captain Globi, der Schattenräuber!"
Und mit einem Salto Rückwärts ließ er sich ins Wasser fallen.
Ich rannte zur Reling ihn mit meinem Blicken im Wasser suchend, aber alles was ich fand war ein weißer Pfeil der unter der Wasseroberfläche einem Torpedo gleich davon sauste.

Dieser Beitrag wurde 3 mal editiert, zum letzten Mal von Arc am 11.12.2007 01:16.

08.12.2007 22:27
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MoveMeant




Dabei seit: 03.06.2004
Alter: 29
Beiträge: 5.682
Herkunft: Apollo Road
Pet: Tama-chan

Sammelalbum
Credits: 3143
gekaufte Marken: 203
verdiente Marken: 570

Gruppe 1: Duderstadt   



Ich klopfte auf Arthurs Schwert. "Nicht schon wieder Krawall machen", fächelte ich mir zu. "Das war eben knapp genug. Shayenne hat uns das Leben gerettet und du willst schon wieder kämpfen."
Arthur stöhnte: "Hier kann man nirgendwo sicher sein. Und anscheinend kann man auch keinem vertrauen. Das war jetzt schon die zweite!" gestikulierte er aufgebracht.
"Er... hat recht."
Tiamats Worte verklungen. Wir hörten Männer. Viele Männer. Und jetzt konnten wir sie sehen. Am Horizont bewegten sich viele kleine Punkte. Wie viele waren es? Hunderte, tausende? Eine ganze Armee? So viele hatte ich nicht mehr gesehen seit.. Also seit... "Seit...." wiederholte ich. "Seit... seit... seit..."
In meinem Kopf herrschte Leere. Eine Lücke. Ja, das war es. Durch die Explosion hatte ich einen Blackout erlitten. Ich klopfte mir gegen den Kopf.
"Ein Blackout... hahaha!" wirbelte ich um Arthur herum.
"Komm mal wieder zur Vernunft..." tadelte er mich.
"Lore!" In einem Bewegungsfluss drehte ich mich, entfernte den Ohrring und warf ihn in die Luft. Hinter einem Silberschweif fielen Federn auf den Boden.
"Toll, und unseren Jeep haben sie uns auch geklaut!" stapfte Olf auf. "Schon wieder laufen. Ich kriege noch Blasen."
"Blasen bekommt ihr höchstens real. Hier im Spiel gibt es nur Brandblasen von Explosionen." Shayenne zeigte uns ihren Arm. Tiamat verband sie mit einem ihrer zahlreichen Tücher. "Real? Wovon redest du?" fragte Barnabas.
"Macht niiiiiiiiiichts, ich habe bald das..." Ich schaute auf das Stück Stoff. Was auch immer ich da angefangen hatte zu schneidern, es kam mir befremdlich vor. "Flugzeug..." ergänzte Shayenne. "Es ist ein Flugzeug. Und mit real meine ich real. Wollt ihr mich verarschen?"
Wir alle hatten keinen Plan, wovon sie sprach. Fakt war, die Brandblase hatte sich auf ihr Gedächtnis niedergeschlagen. Shayenne redete wirr und Tiamat nahm Fuchsgestalt an. "Ich werde vorausgehen und die Lage überprüfen..."
"Halt, Duderstadt hat doch seine Gans geschickt!" wollte Barnabas sie aufhalten, doch weg war sie.
"Ihr wisst was ein Jeep ist, aber kennt keine Flugzeuge?" Shayenne regte sich auf.
"Wichtiger ist jetzt, dass wir herausfinden, wie wir am besten aus dieser Siutation kommen..." sprach Arthur und rammte sein Schwert in den Boden. "Wenn ständig jemand verschwindet, hilft uns das auch nicht weiter. Im Übrigen seid ihr vorhin auch abgehauen. Wärt ihr dageblieben, hätten wir das Spiel von Ines durchschaut und Rollmops aus ihr gemacht", fügte ich hinzu und ließ mich nieder. Was auch immer ich da angefangen hatte zu nähen, ich konnte damit nichts anfangen. War meine Fantasie mit mir durchgegangen? Was könnte ich denn nun noch Schönes daraus machen? Ich wusste es nicht. Ich begann zu pfeiffen.
"Leidet ihr vielleicht an Gedächtnisschwund?" fragte Shayenne. "Oder einem Bl..."
"BLACKOUT!" entfuhr es mir. "Ich sage es ja. Black out."
Sie nickte irritiert.
"So würde ich es nicht nennen, aber außer Sand habe ich nichts mehr im Kopf" entgegnete Olf. "Das war auch nie anders..." flüsterte Arthur abfällig. "Wenn ich es mir recht überlege, meine Gedanken beginnen auch in der Wüste. Wie sind wir überhaupt dorthin gekommen?" Selbst Barnabas wusste nicht mehr, das musste schon etwas heißen.
"Ich sage es euch. Wir haben uns eingeloggt und davor sind wir alle ins Bett gegangen. So war es bei mir zumindest. Und als ich aufwachte, war ich umgeben von Pappnasen, die das Unglück magisch anzogen... " zickte Shayene.
"Wen meint sie?" zog Olf Rotz nach oben.

Und plötzlich kam es angeschnattert aus der Luft. Ein Pfeil des Windes, auf mich zugeschossen in Blitzgeschwindigkeit und nur kurz vor mir stoppend.
"Und, was sagt sie, Gänseflüsterer?" fragte Shayenne.

"Ich wusste es. Tiamat ... " Ich übersetzte. Gänserisch -- Rampantwörldisch. "Fuchs in Fesseln. Lore aufgeregt. Lore kriegt Schnabel nicht voll genug."

"Aaaaah" Shayenne stand auf. "Nichts als Ärger!"
Arthur packte ihre Hand und sah sie ernst an. "Was mit Ski war, ist eine Sache. Aber dieses Mal rennen wir nicht davon." Er zog sein Schwert.

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10.12.2007 21:00
Pen²
Saxonian Express




Dabei seit: 15.08.2005
Alter: 25
Beiträge: 563
Herkunft: Leipzig ^^
Pet: Penpen

Sammelalbum
Credits: 580
gekaufte Marken: 0
verdiente Marken: 18

gruppe 2: Carla   




"Hohepriester, seid ihr in Ordnung?"
- "Hohoho ..."
"Hohepriester?"
- "Hohoho ... Hoho ..."
Eris: "... Echt unglaublich, dieses ... Ding ... verarscht mich die ganze Zeit, wir stürzen von einem Chaos ins nächste und er hat nichts anderes zu tun als seine dämliche Lache zu schwingen."
Gavin: "Du wirkst gereizt?"
Eris: "Ich bin die Ruhe selbst ... Aber hey; geniale Aktion mit dem Segel. Du solltest Stuntman werden."
Gavin: "Immerhin sind meine Sachen noch heil!"
Eris: "Du wagst es?!"
"Ruhig, ruhig, ihr beiden ...", mischte ich mich ein. "Kommt, wir gehen an Bord des Schiffs der Paladine, hier gibt es nichts mehr zu tun."
Ich winkte ihnen zu und betrat zur gleichen Zeit den mittlerweile aufgestellten Entersteg. In den Augenwinkeln sah ich, wie einige Paladine die letzten sich ergebenden Piraten gefangen nahmen.
"Was machen wir jetzt mit dem Schiff?", fragte Seamon. Der Obermaat der Ritter meinte, dass er sich darum kümmern würde. "Schade, bin mir sicher, dass wir einen guten Preis dafür bekommen hätten."

Ich hatte mich mittlerweile abgeseilt, um mit dem Priester sprechen zu können.
"Und nun? Setzen wir Segel in Richtung Cathyr, um Informationen über das Auge zu bekommen?"
- "Ihr wollt nach Cathyr?", trat der Obermaat hinzu.
"Uns bleibt kaum eine andere Möglichkeit."
- "Die Spähposten haben berichtet, dass die Armee vor einigen Tagen nach Aor aufgebrochen ist."
Der Hohepriester wirkte wie ausgewechselt, wenn man über ernste Themen mit ihm Sprach. Von der sontigen Hoho-Witzfigur keine Spur:
"Das ist seltsam ... und passt so absolut nicht ins Muster. Wenn das Auge das ist, wofür wir es halten, was hätten sie dann von der Auslöschung Aors?"
- "Eine nötige Menge Menschenopfer?"
"Klingt plausibel. Dennoch kann ich mir das alles nicht vorstellen. So unklar die Motive des Auges sind; sie können unmöglich wollen, dass sich das alles wiederholt. Das wäre vor allem ihr Ende."
Gavin tippte mir auf die Schulter.
"Kannst du mal Erklären, wovon die beiden sprechen?"
- "Sicher, im Moment können wir wohl eh nichts weiter tun als zu warten, bis wir im Spähposten ankommen."


Es war bereits Mittag, als wir beide an der Reling standen und ich für meine Erklärungen doch etwas ausholen musste:
"In der Hintergrundgeschichte von Rampant World geht es um einen Krieg zwischen den Aorianern und den Menschen des Kontinents."
- "Die Aorianer sind ... wer?"
"Nun, im derzeitigen Design des Landes nur ein Volk von Nomaden, die sich den Namen der säulenartigen Ruinen ihrer Heimat gaben. Früher jedoch verband man mit dem Namen eine Rasse von Humanoiden, sehr ähnlich den Menschen, aber mit ausgesprochen mächtigen magischen Fähigkeiten."
- "Also gab es einen Krieg zwischen den Aorianern und den Menschen?"
"Genau so ist es. Es endete damit, dass das Volk der Aorianer letztendlich völlig ausgelöscht wurde. Etwa zur selben Zeit spaltete sich von der Kirche der schimmernden Klinge der Kult des Auges ab."
Ich machte eine Pause.
- "Verstehe, nur weiter ..."
"Nun kommt das Problem ..."
- "Inwiefern?"
"Ab hier stimmt die Geschichte nicht mehr mit dem überein, was wir bisher erlebt haben. Der Angriff auf Krenalir ist nirgendwo als Event eingebaut gewesen. Eigentlich hätten wir von einer Prophezeiung hören sollen, und so weiter. Am Ende wäre alles auf einen Krieg zwischen Cathyr und Krenalir hinausgelaufen. Dass Cathyrs Angriff sich gegen Aor richtet, gestaltet den Hintergrund total um."
Er nickte und seufzte kurz.
- "Deine Kollegen lassen sich Zeit ..."
"Wohl wahr ... Wenn ich nur wüsste, was hier vor sich geht ... Es ist fast als hätte ein Lebewesen von dem Programm Besitz ergriffen."
- "Wie meinst du das?"
"All diese Umgestaltungen ... das kann kein harmloser Programmfehler mehr sein. Rampant World ist ... wahr ... ein Programm wie jedes andere auch. Es basiert auf Algorythmen, nicht mehr und nicht weniger. Nehmen wir mal an ein Programmfehler verändert einige Variablen in den Gleichungen, sodass alles nicht mehr aufgeht, was wäre dann die Reaktion?"
- "Ein Programmabsturz."
"Richtig. Aber genau das ist nicht der Fall. Es entbehrt einfach jeglicher Logik. Und dann gibt es noch eine weitere Sache ..."
Ich überlegte kurz, ob ich das nun wirklich sagen sollte. Ich hätte mich selbst für verrückt erklärt, wenn ich sowas hören würde:
"Das Designen einer Welt ist immer eine Art Kunst. Du entwirfst Figuren, Handlungsstränge, ... im Grunde schreibst du einen Roman. Kein Programm auf dieser Welt kann einem Menschen diese Fähigkeit abnehmen. Es ist eine Einzigartigkeit, die uns von Maschinen abhebt. Und doch haben wir bereits Dinge erlebt, die nicht gescriptet wurden. Der Scheiterhaufen zum Beispiel. Welches Programm kann kreativ Begebenheiten umschreiben? Computer besitzen kein Gehirn. Es gibt nur Eingabe und Ausgabe."
- "Vielleicht hat man ohne dein Wissen einige Sachen verändert?"
"Das bezweifel ich. Der Sourcecode von Rampant World ist viel zu komplex, um "mal schnell" Veränderungen in diesen Größenordnungen vorzunehmen. Und selbst wenn: Wieso sollten sie das tun? Ich kenne den Lead-Designer gut. Wir arbeiten seit vielen Jahren zusammen und er ist ein sehr ambitionierter Mensch. Ein Perfektionist könnte man sagen. Er würde niemals etwas ändern, was wir seit Monaten getestet und optimiert haben."
- "Und wenn doch, was könnte die Motivation sein?"
"Wir haben vor einigen Wochen endlich einen Publisher gefunden. Der hatte die Werbetrommel gerührt und uns gedrängt, Rampant World so schnell wie möglich fertig zu stellen. Irgendsoein schmieriger Aufsichtsrat ist jetzt bei uns mit im Vorstand und soll dafür sorgen, dass die Entwicklung voran geht. Wir sollten neue Designer anstellen, sowie den öffentlichen Betatest zu starten. Ja, vielleicht ist das der Grund für alles."
- "Bezweifele ich ...", meinte Gavin dann. "Sieh es mal so: Wenn ihr das Spiel so schnell wie möglich auf den Markt bringen sollt; ist es dann nicht unlogisch funktionierende Dinge zu ändern?"
"So hab ich das noch gar nicht betrachtet. Ja, du könntest Recht haben. Was uns aber nicht weiter hilft und uns wieder zum Ausgangsproblem zurückbringt."

Ein Knall erschütterte das Schiff und ein doch sehr bekannter Westerhut segelte hinter einem Fass hervor.
"Nika du kannst rauskommen, wir wissen, dass du da bist ..."
- "Hrmpf ..."
"Was ist da unten los?"
- "keine Ahnung."
Plötzlich kam Seamon an Deck gestürmt:
"Gavin, du musst schnell kommen; ich glaube Elektra dreht gerade völlig durch!"

Dieser Beitrag wurde 1 mal editiert, zum letzten Mal von Pen² am 11.12.2007 17:29.

11.12.2007 16:26
Icarium
~~*dreaming Soul*~~




Dabei seit: 24.11.2007
Alter: 23
Beiträge: 143
Herkunft: unknown
Pet: Tama-chan

Sammelalbum
Credits: 143
gekaufte Marken: 0
verdiente Marken: 33

Gruppe2:Kael/Alexander   




„Das war ja wieder klar!“ dachte ich mir. „Wie viel Pech kann man eigentlich haben? Da treffen wir ein Schiff und dann ist es ausgerechnet eins mit einem Haufen Piraten!“ Ich rutschte etwas hin und her, da diese Haltung, mit auf den Rücken gebundenen Händen und an einen übergroßen Mast gelehnt, doch sehr unbequem war. „Arr!“ brüllte mich einer der Piraten an und verbreitete seinen schlechten Atem, der wahrscheinlich sogar eine Kuh erledigt hätte. „Booor, nimm ma Mundwasser!“ murmelte ich vor mich hin.

Ich beschäftigte mich im Allgemeinen gerade damit, die Entwickler des Spiels, die Piraten und allgemein das Schicksal zu verfluchen, bis mich ein gebrülltes „Versenkt mich doch ihr räudigen Hunde, was ist das für ein Aufstand so früh am Morgen?“ aus meinen Gedanken riss. Die Piraten verstummten augenblicklich und flüsterten irgendwas untereinander, bis einer von ihnen vortrat um mit dem ominösen Captain des Schiffes zu sprechen. Elektra und ich schauten zu der Stelle, wo der Captain stehen müsste. Ich blinzelte einmal, noch einmal und noch ein drittes mal. Währenddessen wollte Elektra etwas sagen, kam aber nicht weit, da einer der Piraten seine Hand auf ihren Mund legte. „Was zum…., hab ich Halluzinationen? Ist das ein schlechter Scherz? Das Kann doch nicht sein! Der Captain dieses Schiffes ist doch wohl kein Pinguin, gut ein bewaffneter Pinguin mit Hut, aber nein das kann nicht sein. Die Programmierer müssen irgendwas geraucht haben!“ gingen mir die Gedanken durch den Kopf.

Ich schaute auf und schon stand dieser Pinguin vor mir und versetzte mir den nächsten Schock: “Beim Klabautermann ein Elf auf See…? Nun gut seine Ohren sollten auf dem Magiermarkt einen guten Preis erzielen.“ Ich schaute das Vieh nur ungläubig an und fragte leicht hysterisch „Was?! Ist das sein Ernst?“ Ich war wie weggetreten, bis ein lauter Knall das Schiff erschütterte. Ein zweiter Knall folgte und das ganze Schiff geriet in Unruhe, als plötzlich ein großes, weißes schiff neben unserem, also dem der Piraten, auftauchte. Ich zog mir die Arme unter dem Hintern durch, um sie nach vorne zu bekommen, als plötzlich über mir ein Säbel einschlug. „Hah, das kommt ja wie gerufen.“ Freute ich mich innerlich und sprang auf. Kaum hatte ich meine Fesseln zerschnitten kam auch schon der erste Pirat auf mich zugelaufen, während ein wilder Kampf auf dem Deck entbrannte. Ich wich dem ersten Streich des Piraten aus, der mit seinem schweren Entermesser viel zu ungeschickt umging. Er versuchte einen Stoß, um mich zu durchbohren, doch ich ließ mich auf ein Knie fallen und stieß mich gleich wieder ab. Ich traf den Piraten mit der Schulter in den Magen, wodurch er zurücktaumelte. Ich nutzte meine Chance und trat seitlich gegen sein Entermesser, nutzte den Schwung und vollendete die Drehung mit einem Ellebogenchek in sein Gesicht. Der Pirat sank zu Boden und rührte sich nicht mehr, währenddessen hatten die anderen auch ihre Fesseln gelöst.

Elektra teilte ordentlich mit ihren Blitzen aus und hielt somit die meisten Piraten von den anderen fern, die alle noch unbewaffnet waren. Ich blickte mich um und entdeckte Eris, die gerade einen Piraten mit bloßen Händen ausschaltete. „Hmm nicht schlecht für ne Ritterin.“ dachte ich mir und eilte hinüber zu unseren Waffen. Ich nahm mir Eris’ Schwert und Pfiff einmal laut, bevor ich es ihr zuwarf. Sie fing es auf und eilte daraufhin zum Steuerdeck. Ich griff mir die Waffen der anderen und warf sie ihnen zu, bis auf Seamon, der wohl unbewaffnet zu sein schien, doch als ich ihm einen Blick zuwarf musste ich feststellen, dass er sich recht gut verteidigen konnte mit einem Knüppel, den er was weiß ich woher hatte.
Ich griff also endlich meine Dolche, schnallte sie um und langte nach meinen Stab. „So und jetzt hohl ich mir diese kleine Bestie und wenn ich sie finde, dann werd ich sie zu brei schlagen und anschließend in die Bratpfanne hauen!“ malte ich mir bereits eine angemessene Racheaktion in Gedanken aus. „Du willst meine Ohren, dann friss erstmal meinen Stab du aufgeblasener Vogel!“ grummelte ich vor mich hin und stürzte mich ins Getümmel.

Mittlerweile waren die unbekannten Krieger recht weit auf dem Deck vorgedrungen, doch eine Gruppe von Piraten, angeführt von einem großen, ungeschlachten Kerl in schmuddeligen Klamotten und einem großen Säbel bewaffnet, war im begriff einen Keil zwischen die Krieger zutreiben und somit ihre Truppe aufzuspalten. Ich war richtig wütend, da kam mir so eine Situation gerade richtig. Ich lief auf die Gruppe zu und riss im vorbeilaufen noch einem Piraten mit meinem Stab die Beine weg. Ich kam hinter den Piraten an und schmiss mich, den Stab voran, in die Menge, worauf 3 von ihnen mit mir fielen. „Hah so hab ich mir ein Abenteuer vorgestellt!“ Ich sprang auf und holte aus, sehr weit aus, bevor ich meine Stab wie einen Speer warf. Er knallte voll gegen den Hinterkopf des Anführers der Truppe und brachte ihn aus dem Gleichgewicht, doch das bekam ich nicht mehr mit, denn nun war ich von Piraten umgeben.

Ich rannte auf den Nächstbesten zu und sprang ihn mit den Füßen voran an, worauf er in seine Freunde fiel und sie mit sich zu Boden riss. Ich sprang wieder auf und zog einen meiner Dolche, womit ich im letzten Moment noch einen Schwerthieb parieren konnte, doch mit der anderen Hand packte ich das Handgelenk des entsprechenden Piraten und Zog. Ich Zog so fest, dass er aus dem Gleichgewicht kam und ich ihn über mich werfen konnte, während ich mich nach hinten fallen ließ. Ich nutze den Schwung direkt wieder, um in die Hocke zu kommen und dem nächsten Piraten die Beine wegzuziehen. Ich rammte ihm meinen Dolch in die Kehle und musste einem weitern Säbelhieb ausweichen. Ich tauchte unter der Waffe hinweg und stand auf einmal innerhalb der Verteidigung des Piraten, und hämmerte ihm meinen Handballen von unten an das Kinn. Er fiel um wie vom Blitz getroffen. „Los kommt schon ihr räudigen Piraten! Wer ist der Nächste? Traut euch!“ brüllte ich, jedoch bereute ich es im nächsten Augenblick schon wieder.

Ich schluckte schwer. „Scheiße hätte ich mal nichts gesagt….“ Vor mir stand der Anführer dieser Truppe und ich konnte förmlich sehen, wie sich die Ader an seiner Stirn bewegte. „Oha, das ist jetzt nicht wirklich der Typ, dem ich meinen Stab an den Kopf geworfen hab…. Hmmm von weitem sah er zwar groß aus, aber nich 2,30 Meter groß…. Und das Schwert wirkte auch weniger bedrohlich…“dachte ich, als der große Kerl losdonnerte „ HAST DU MIR DIESEN STOCK AN DEN KOPF GEWORFEN?? DER TAT WEH, DAFÜR WERDE ICH DICH TÖTEN!!!“ Ich ging in eine Verteidigungsposition und dachte mir nur „War ja klar, das du fetter Trottel mich nicht zum Teekränzchen einlädst … außerdem hab ich noch garnicht gesagt das ich es war…. IDIOT!“ Die restlichen Piraten zogen sich zurück und kümmerten sich um die Paladine, die ihre Position gefestigt hatten. Der Riese zog sein Schwert, holte aus und lies es durch die Luft sausen. Ich wich aus und rollte mich nach vorne ab, kam auf die Füße und wollte ihm gerade den Dolch ins Bein rammen, als er mir sein Knie ins Gesicht rammte. Ich viel zurück und dachte „Scheiße, hat der Stahlträger als Knochen?“ Ich rollte zur Seite und entging somit gerade noch einem weiteren Hieb seines Schwertes. Der Hieb war so stark, dass er die Planke die er traf in der Mitte spaltete. Ich rollte nach hinten um aus der Reichweite des Schwertes zu kommen und kam in der Hocke auf die Füße, sprang ab und schrie „Friss meinen Roundhousekick!“ und verpasste ihm einen Tritt in den Nacken, der ihn hätte umhauen müssen, doch was geschah stattdessen? Er packte mich am Bein, hielt mich in der Luft und Schlug mir seine Faust in den Magen, so das ich 4 Meter weit flog. „Oha, nicht nur Metallträger als Knochen, sondern auch noch Vorschlaghämmer als Fäuste.“ Ich rappelte mich auf und musste gleich wieder einem seiner Hiebe ausweichen. Ich duckte mich, wollte gerade zu einem weiteren Angriff ansezten und zog meinen zweiten Dolch, musste aber gleich dem nächsten Streich seines riesigen Krummschwerts ausweichen. So ging das einige Zeit und ich Hoffte, dass er irgendwann müde würde, aber das war nicht der Fall, also nutze ich eine Lücke und warf meine Dolche nach ihm, welche ihm in den linken Arm trafen. „Hah geht doch!“ jubelte ich innerlich und hätte beinahe den nahenden Fausthieb nicht mitbekommen. „KOMM HER, ICH ZERQUETSCHE DICH DU LANGOHR!“ brüllte er und warf sein Schwert beiseite. Ich stürmte los, lies einen Hagel von Schlägen und Tritten auf ihn Niedergehen, die ihn aber alle nicht umhauen konnte, er blieb immer stehen, trug allerdings einige Wunden davon. Doch dann nahte der „Hammer“ wieder heran und packte mich an meinem Gewand und zog mich in eine wortwörtliche Bärenumarmung. „Scheiße, nu stecke ich in der Klemme.“ Dachte ich mir, als der Riese immer fester zudrückte. Ich ächzte. Ich schlug ihm immer wieder ins Gesicht, schlug ihm ein blaues Auge, brach ihm die Nase und hoffte, dass er irgendwann umkippt bevor mein Rückrat zerquetscht war. Dann kam mir die rettende Idee, ich Schlug so fest ich konnte auf die Knäufe meiner Dolche, und trieb sie weiter in seine muskelbepackten Arm, bis er mich endlich los ließ. Ich ging sofort wieder auf Abstand und wartete. „Keal, unterschätz diese Schraubstöcke nicht, die machen dich zu brei.“
Der Riese griff mich an und ich wich aus, und bekam ein ganz seltsames Gefühl. „HAH, stimmt ja ich hab ja Magie…“ schoss mir der Gedanke durch den Kopf und rein instinktiv bündelte ich meine Magie in meiner rechten Faust. Ich ging zum Angriff über, tauchte unter seinem Hieb weg und stand auf einmal ganz nah bei ihm. Ich drückte meine rechte Handfläche gegen seine Brust, grinste ihn frech an und sagte: „Tja Pech gehabt Großer, Sayonara!“ In dem Moment lies ich meine Energie in form eines Feuerschocks los, der den Riesen in die Menge seiner Kameraden schleuderte, eine Spur der Verwüstung hinter sich herziehend, und ihn letztendlich an der angeknacksten Reling zum halten kommen lies, wo er liegen blieb und sich nicht mehr rührte.

Ich stand da und bemerkte erst jetzt, dass die Paladine und meine Gefährten die restlichen Piraten überwältigt hatten. Ich griff mir meinen Stab, der ganz am Rande an der Reling lag und hörte auf einmal einen Schuss vom Steuerdeck. Ich rannte los, verhedderte mich in einem Seil und *KLATSCH* lag auf dem Boden. Ich befreite mich von dem nervigen Seil und eilte auf das Steuerdeck, wo ich nur noch sah, wie sich Gavin und zwei Paladine unter einem Segel hervorwühlten und wie Eris auf das Meer hinaus sah. „Tja das wars dann wohl.“ Sagte ich und drehte mich um, wo sich Carla und der alte Priester mit einem Paladin in besonders verzierter Rüstung unterhilten. Ich setzte mich auf die Stufen, die zum Steuerdeck führten und schaute zu, wie Carla immer näher kam und zu Eris und Gavin ging, die wohl in eine sehr angeregte Diskussion verwickelt waren. Ich starrte so vor mich hin und verarbeitete die Ereignisse der vergangenen Stunde, bis wir an Bord des Paladinschiffs gingen.


Ich stand vorne am Bug des Schiffes und genoss den Fahrtwind. "Ist das Herrlich.“ sagte ich, legte meinen Stab auf den Boden und kletterte auf den Bugsprit bis nach ganz vorne. „Herrlich, so muss es sich anfühlen vollkommen frei zu sein und losgelöst von all den Problemen!“ Ich genoss das Gefühl, wie mir die Gicht ins Gesicht spritzte und der Wind über mein Gesicht strich. In dem Moment war mir alles egal, als auf einmal ein Ruf von hinten kam, dass Elektra gerade völlig unter Deck durchdrehte. Ich schritt schnell und sicher über den Balken zurück und lief den anderen nach. „Ich bring dich um du DUMME KUH!!“ schrie Elektra und hielt dabei Katjuschka am Kragen in der Luft, welche hilflos mit den Beinen Zappelte. „DU sagst ich wäre dumm? Du sagst das ich einen fetten ARSCH habe? DU als die FETTE KUH VOM DIENST?“ schrie sie. „Hör auf, lass sie runter, sie hat es nicht so gemeint.“ Flehte Seamon sie an, da ihm sonst nichts einfiel. Elektra drehte sich um und warf ihm einen vernichtenden Blick zu. „Was willst du eigentlich, du Wicht? Vögelst mit einem 120 Kilo schweren NPC, die mich dann auch noch beleidigt und meinst das ich mir das einfach gefallen lasse. Ich mach diese fette KUH kalt.“ Brüllte sie ihn an. Ich ging auf Elektra zu, stellte mich hinter sie und packte sie von hinten mit einem Hebelgriff. „Lass sie runter und beruhig dich erstmal.“ Sagte ich leise und war erstaunt, als sie das auch wirklich tat, was mich allerdings verblüffte war der Wutanfall direkt danach. Elektra zappelte und kämpfte verbissen gegen meinen Griff an. „Unglaublich was diese Frau für ne Kraft hat, das ist ja nicht mehr normal!“ dachte ich und rief den anderen zu: „Helft mir doch mal, ich kann sie nicht mehr lange halten!“ Worauf hin Eris und Gavin angerannt kamen, um jeweils einen ihrer Arme fest zu halten. Was als nächstes geschah konnte ich nicht ganz begreifen, da ich einfach so nach hinten flog. Ich blinzelte und das erste was ich sah war ein paar Augen, die schon fast rötlich glühten und von Adern durchzogen waren. „ICH MACH DICH ALLE!“ schrie mich Elektra an und griff mich am Kragen. Seltsamerweise machte mir das gar nichts aus und mein einziger Gedanke war nicht die suche nach einem Ausweg aus dieser Situation, sondern „Mhhh so einen Spruch hab ich heute doch schon mal gehört.“ Dass nächste was ich mitbekam war, dass ich an einem Balken saß und mich elend fühlte, und den anderen schien es auch nicht besser zu gehen, denn Gavin und Eris lagen ähnlich zerschunden wie ich an irgendwelche Gegenständen. „Hah schon wieder eine dieser ironischen Situationen, ich hab heute eine Wildwasserfahrt mit Wasserfallsturz in einer engen, dunklen Höhle überlebt, einen Kampf mit Piraten und Mister Stahlkörper und werde jetzt von einer Teamkollegin fertig gemacht. Läuft ja wieder super, fängt es vielleicht gleich wieder an Meteoriten zu regnen?“ regte ich mich innerlich auf, als ein seltsamer Klang zu mir drang. „Musik, schöne Musik.“ Murmelte ich und fühlte mich gleich ruhiger. Seamon spielte auf seiner Laute und sang rein instinktiv ein beruhigendes Lied, das schon an Magie grenzte. Die Schmerzen vergingen und ich wurde immer schläfriger und Elektra schien es wohl ähnlich zu gehen, da sie nicht mehr unter uns wütete und einfach nur wie benommen dastand und der Musik lauschte. Das war das letzte, was ich mitbekam, bevor meine Augen zufielen und ich in einen ruhigen und erholsamen Schlaf fiel.

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14.12.2007 19:52
Pen²
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Zitat



Einige Stunden später seht ihr am Horizont, dort, wo der Wald langsam in die Wüste übergeht, eine halb vermummte Gestalt. Erst als sie näher kommt, könnt ihr sie erkennen. Es ist Benecus, der Verwalter von Aor, über dessen Gewänder sich zahlreiche Blutflecken ziehen.
"Ihr ... ich kenne euch ...", sagt er. "Ihr wart vor einigen Tagen in Aor ... ihr habt Prinzessin Kura getötet!"
Er sieht euch der Reihe nach an.
"Sie haben uns unsere Heimat genommen ... Aor ... ist - ... Ich, ich konnte nichts tun. Sie haben alle umgebracht. Frauen, Kinder ... Soldaten, die sich weigerten, wurden hingerichtet! Es waren Cathyrische Soldaten. Was hat unser Land getan, dass es solch eine Strafe verdient hätte?"

Benecus sieht zu Boden, als er begreift, wem er das erzählte.
"Ihr seid Krieger, nicht wahr? Hört mich an; auch wenn unser letztes Treffen alles andere als glücklich verlaufen ist, so könnte es sich doch als schicksalhaft herausstellen. Vielleicht kann ich euch einen Handel vorschlagen."
Auf die Frage, warum man ihm überhaupt vertrauen solle, antwortet er betroffen:
"Welchen Grund gäbe es dafür noch? Ich habe dieses Land geliebt. Alles was mich jetzt noch am Leben erhält, ist meine Gier nach Rache für alle, die die Cathyrer abgeschlachtet haben."
Er holt kurz Luft.
"Lasst mich mit euch gehen! Ich bin mir sicher, dass ihr mein Wissen und meine Fähigkeiten gut gebrauchen könnt. Ich möchte diejenigen finden, die für all das hier verantwortlich sind und sie ihrer gerechten Strafe zuführen."


Wenn ihr ihn mitnehmt, erklärt euch Benecus, dass die Säulen des Landes Bauten der Ur-Aorianer sind. obwohl er auch einräumt, dass sein Volk nicht von den einstigen Bewohner abstammt, so betrachtet er sie trotz allem als die Vorfahren der heutigen Aorianer. Er erzählt, dass vor tausend Jahren die Ur-Aorianer aus der Welt vertrieben wurden, nachdem ein ewig andauernder Krieg zwischen ihnen und den sonstigen Bewohnern entschieden war. Was der Auslöser für das Blutvergießen war, darüber kann er nur Vermutungen anstellen, da die einzigen Aufzeichnungen über die Geschehnisse fest in den Mauern der Kathedrale von Krenalir, unter der Obhut des Paladinordens der schimmernden Klinge, verschlossen seien.
"Seht ihr, die Ur-Aorianer waren eine mächtige Rasse und der Kampf dauerte ewig. Der Wendepunkt des Krieges kam erst, als ein rätselhafter Kult eingriff und mithilfe irgendwelcher Bannformeln eine wirksame Waffe gegen die Ur-Aorianer einsetzte. Innerhalb weniger Wochen waren die Schlachten entschieden und die Ur-Aorianer aus der Welt verbannt. Man sagt sich, dass die Kultisten in einer Tempelanlage hier ganz in der Nähe ein Portal in eine Exilwelt geöffnet hatten, um den Frieden endlich wieder herstellen zu können."
Über die derzeitigen Geschehnisse weiß er allerdings auch nicht wirklich Bescheid:
"Böse Zungen behaupten, dass die Ur-Aorianer eine Möglichkeit gefunden hätten, das Portal der Exilwelt von ihrer Seite aus erneut zu öffnen, aber ich verstehe nicht, wofür. Welchen Sinn hätte es, diesen alten Konflikt wieder aufleben zu lassen? Unsere Völker leben in Frieden. Womöglich ist es aber wirklich nur in ihrer Natur. Seht ihr; weiter im Westen nennen sie sie nur "Dämonen". Dort tobte der Krieg am heftigsten und dort füllen die Geschichten um den Kampf auch Märchenbücher."

Dieser Beitrag wurde 4 mal editiert, zum letzten Mal von Pen² am 22.12.2007 14:44.

21.12.2007 16:49
Eleana
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Gruppe 1: Shayenne   



Von unserem Versteck aus beobachteten wir den Mann, der das Netz mit Tiamat hinter sich her zerrte. "Blöder Fuchs" maulte ich. "Muss die uns Ärger machen? Kann die sich nicht einfach neu einloggen und ist wieder bei uns?"
Olf sabberte. "Fuchs, wie lange ich das schon nicht mehr gegessen habe. Ich beneide ihn." Ich würgte. "Fuchs? Wo isst man denn sowas?" Die aßen doch real keine Füchse, oder?
"Na hier" knurrte sein Magen. "Leute, ihr könnt mir nicht erzählen, dass ihr euch nichts mehr erinnert." Mir platzte die Hutschnur. "Shana Shakowsky. Ihr müsst doch irgendwann einmal von mir gehört haben" winselte ich und schwang die Knarre kunstvoll. "Das kann man ja nicht einmal aussprechen" meinte Duderstadt schnippisch. "Weiß der Himmel, was man mit ihr gemacht hat" - Barnabas erklärte mich wohl für eine Spinnerin. Eine Diskussion brach aus. "Und tschüss..." sagte ich und bewegte mich aus meinem Versteck. "Shana, warte!" hörte ich Arthur noch, dann gab es einen Schuss. "Weg ist sie" hörte ich ihn noch.
Meine Hände waren unsichtbar, ich musterte mich noch einmal genau und stapfte dann mitten auf das Feld zu. Offensichtlich hatten die Jungs grade Lagebesprechung. "Habt ihr auch einen Schuss gehört?"
Offenbar hatte ich mehr Aufmerksamkeit erregt als ich wollte. "Geht nachsehen...."
Nur die Kartenkugeln waren gedämpft, diese hier hingegen.... Vor mir zappelte Tiamat in einem Netz. "Wieso hast du dich nicht zurückverwandelt?" fragte ich sie und sah sie zusammenzucken. "Ich bin es, Shana.... Shayenne" korrigierte ich. "Sie haben davon gesprochen, dass sie wieder einmal weibliches Fleisch brauchen und da dachte ich..." Ich knotete das Netz auf. Knoten lösen war schon immer eine meiner Stärken gewesen. Und zusammenknoten. Ich hatte damals Lukes Schnürsenkel so fest zusammengeknotet, dass er die Treppe hinuntergeflogen ist. Und alle haben sie gelacht. Sogar Sissi, auf die er so stand. Da hatte ich wirklich etwas angestellt.
Der Knoten ging auf und Tiamat hopste hinaus. "Bleib, wo du bist und legte dich auf den Boden..." sagte ich und warf das Netz über sie. "Ich muss den Schuss von irgendwoanders lösen damit sie nicht hierher rennen."
"Du willst auf mich schießen?" quietschte sie verwirrt. "Ich mache dich unsichtbar. Dann sehen sie dich nicht und Olf kriegt nicht mehr so schnell Hunger..." Dann rannte ich etwa 600 Meter weiter. In diesen Schuhen konnte man auch gut rennen, ich sollte öfters mal Sport machen. Kaum war der Schuss gefallen, rannten die Männer zurück in meine Richtung. Ich sah Tiamat losflitzen und machte mich selbst auf die Socken. Es waren etwa 20 Mann. Dieser kleine Trupp musste wohl den Anschluss verloren haben. Auf leisen Sohlen schlich ich mich zurück, folgte dem unsichtbaren Fuchs, dessen Schwanzwedeln ich immerhin erkannte und gelangte zu den anderen. "Jetzt aber nichts wie fort von hier..." flüsterte ich.

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28.12.2007 10:51
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